Weinstadt Wildschweinjagd: Diese Straßen werden gesperrt

Symbolbild. Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Weinstadt/Winterbach.
Jogger, Spaziergänger und Hundebesitzer sollten am Samstag, 7. Dezember, die Wälder zwischen Schnait und Manolzweiler meiden. Am Samstag, 14. Dezember, gilt dies für den Bereich zwischen Baltmannsweiler und Baach. Wer das nicht tut, könnte von scharfer Munition getroffen werden – mit möglicherweise tödlichen Folgen. Grund: In den Gebieten findet jeweils eine Drückjagd statt – und die betrifft auch die Autofahrer. Sie müssen Umwege in Kauf nehmen. Der Aufwand ist laut den Jägern vor allem aus zwei Gründen nötig: der wachsenden Wildschweinplage und der Afrikanischen Schweinepest.

„Die breitet sich immer weiter aus Richtung Westen“

Letztere ist für die Wildschweine tödlich. „Die breitet sich immer weiter aus Richtung Westen“, sagt Günther Heissenberger, Ehrenkreisjägermeister und Jagdpächter in Weinstadt. Er ist selbst bei der Drückjagd am Samstag, 7. Dezember, dabei. Um im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest erfolgreich zu sein, werden alle Tiere, die bei der Drückjagd erlegt werden, untersucht. Überprüft wird dabei auch, ob diese radioaktiv belastet waren. Obwohl die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl schon mehr als 30 Jahre zurückliegt, gibt es in Deutschland noch immer Gegenden, in denen im Fleisch von Wildtieren zu hohe Werte von Cäsium 137 gefunden werden – vor allem in Süd- und Ostbayern. Sowohl in Sachen Radioaktivität als auch bei der Afrikanischen Schweinepest kann Günther Heissenberger nach eigenen Angaben für den Rems-Murr-Kreis Entwarnung geben: Bislang seien ihm keine Fälle bekannt.

Einschränkungen für Autofahrer

Für die Autofahrer bedeuten beide Drückjagden Einschränkungen. Am Samstag, 7. Dezember, wird die Kreisstraße 1865 zwischen dem Ortsende von Schnait und Manolzweiler zwischen 8 und 14 Uhr gesperrt. Am Samstag, 14. Dezember, ist dann von 8 bis 15 Uhr die Kreisstraße 1210 im Bereich zwischen Baltmannsweiler (Kreis Esslingen) und Baach gesperrt. Das Ausweichen auf Feld- und Waldwege ist den Autofahrern untersagt. Gleiches gilt auch für alle, die mit dem Rad, dem E-Bike oder zu Fuß unterwegs sind. Es ist schlichtweg gefährlich.

Günther Heissenberger will in seinem Revier Schilder an den Waldwegen aufstellen, auf denen „Vorsicht Drückjagd: Lebensgefahr“ steht. Dazu sollen Absperrbänder zum Einsatz kommen. Und wenn Jagdpächter Spaziergänger sehen, sollen diese direkt angesprochen werden. Heissenberger kann sich zwar an keinen Fall erinnern, bei dem ein Passant zu Schaden gekommen ist, aber der Ehrenkreisjägermeister will auf Nummer sicher gehen. Besonders gefährlich ist ein Spaziergang im Wald während der Drückjagd für Besitzer von freilaufenden Hunden.

Verletzt worden sind in den vergangenen Jahren nach Günther Heissenbergers Angaben bei Drückjagden immerhin drei Jagdhunde – zwei leicht und einer schwer. Dafür verantwortlich gewesen sei ein mehr als 100 Kilo schwerer Keiler, sprich ein männliches Wildschwein.

„Wir tragen alle Warnwesten“

Was die weiteren Sicherheitsvorkehrungen bei der Drückjagd angeht, verweist Heissenberger darauf, dass es üblich sei, dass die Teilnehmer ihren Jagdschein und Schießnachweis vorlegen. Jeder bekomme zudem ein Blatt mit Verhaltensvorschriften in die Hand gedrückt. An jedem Stand werde markiert, in welche Richtung geschossen werden dürfe. Und: „Wir tragen alle Warnwesten.“

Der Aufwand ist angesichts der Vielzahl an Jägern auch nötig. Allein im Schnaiter Revier, in dem Günther Heissenberger am 7. Dezember auf die Jagd geht, werden nach seinen Angaben 16 Treiber und zwölf Schützen im Einsatz sein. Treiber sind jene, die bei der Drückjagd den Schützen das Wild zutreiben. 2018 ist laut Heissenberger übrigens auch der Weinstädter Oberbürgermeister Michael Scharmann als Treiber dabei gewesen – und zwar erfolgreich, wie Heissenberger betont. „Der hat sich da richtig Zeit genommen.“

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