Weinstadt Winfried Kretschmann bei „ZVW im Gespräch“

Winfried Kretschmann. Foto: Privat

Weinstadt. Die Chancen, dass Winfried Kretschmann nach dem 13. März Ministerpräsident bleibt, sind gering. Nach den aktuellen Umfragen fehlt Grünen und SPD die Mehrheit. Eine Woche vor der Wahl kommt Kretschmann auf Einladung des Zeitungsverlages in die Jahnhalle nach Endersbach und stellt sich den Fragen von ZVW-Chefredakteur Frank Nipkau – und denen unserer Leserinnen und Leser.

Zur Landtagswahl am 13. März hat der Zeitungsverlag Waiblingen die Spitzenkandidaten der im Landtag vertretenen Parteien eingeladen. Nach Guido Wolf (CDU) und Nils Schmid (SPD) haben wir Dr. Hans-Ulrich Rülke (FDP) am Montag, 22. Februar, und Winfried Kretschmann am 5. März zu Gast. Anmeldungen für Rülke sind im Ticketshop zvw-shop.de oder telefonisch () 0 71 51/5 66-0) möglich. Für die Veranstaltung mit Kretschmann in der Jahnhalle ist keine Anmeldung notwendig.

Im Wahlkampf präsentiert sich Winfried Kretschmann als Staatsmann und schlachtet sein in den vergangenen fünf Jahren gewonnenes Image als Landesvater weidlich aus. Die Wahlslogans lauten „Auf dem richtigen Weg“ oder „Dem Land verpflichtet“, kurz: „Regieren ist eine Stilfrage“. Ob es Kretschmann nach dem 13. März zum Weiterregieren reicht, hängt von den Mehrheiten im Landtag ab. Nach den jüngsten Umfragen fehlt SPD und Grünen die Mehrheit. Eine solche hätte allenfalls Kretschmann solo, würden die Baden-Württemberger ihren Ministerpräsidenten direkt wählen. Dem ist aber nicht so und Kretschmann kann nur Ministerpräsident bleiben, wenn Grün-Rot mit der gelben FDP zur Ampel wird. Während FDP-Spitzenkandidat Hans-Ulrich Rülke eine solche nicht grundsätzlich ausschließt, können sich die beiden Landtagsabgeordneten aus den Wahlkreisen Waiblingen und Schorndorf, Ulrich Goll und Jochen Haußmann, eine Ampel nicht vorstellen.

An dem zentralen Thema im Wahlkampf, der Flüchtlingspolitik, würde aber eine Koalition mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann wohl nicht scheitern. Kretschmanns Position an der Seite von Bundeskanzlerin Angela Merkel sorgt eher bei grünen Parteifreunden für Stirnrunzeln denn bei den Liberalen. In einem Interview betonte er, dass die Kanzlerin zu Recht an der europäischen Lösung festhalte und Schritt für Schritt daran arbeite. Am Umgang mit der Flüchtlingskrise werde sich erweisen, „ob das europäische Projekt Bestand hat“. Gelinge es Europa nicht, sich auf eine gemeinsame Flüchtlingspolitik zu verständigen, wäre dies eine „epochale Katastrophe“, so Kretschmann.

Dass es am 13. März nicht nur um Flüchtlinge geht, scheint in der aktuellen Debatte fast unterzugehen. Zentrale Themen der Landespolitik sind die Bildung, Polizei und Justiz oder Verkehr. Dass die Grünen und die SPD vor fünf Jahren eine knappe Mehrheit erlangten, lag aber ebenfalls an zwei nicht landespolitischen Themen, nämlich dem Streit um Stuttgart 21 und dem Atomunglück in Fukushima.

Der heute 67-Jährige hatte nach seinem Grundwehrdienst auf Lehramt studiert. Wegen seiner Mitgliedschaft im Kommunistischen Bund wurde zeitweise Opfer des Radikalenerlasses, aber schließlich doch Gymnasiallehrer für Biologie, Chemie und Ethik. Kretschmann gehörte zu den Mitbegründern der Grünen, wurde 1980 erstmals in den Landtag gewählt. Seit 1988 gehört er dem Landtag an und war von 2002 bis 2011 Vorsitzender der grünen Landtagsfraktion.

Info

„ZVW im Gespräch“: Ministerpräsident Winfried Kretschmann kommt am Samstag, 5. März, um 20 Uhr in die Jahnhalle in Weinstadt-Endersbach. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Alle Kandidaten, alle Berichte, alle Termine zur Landtagswahl am 13. März in unserem Wahlportal unter wahlen.zvw.de

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