Welzheim/Alfdorf "Explosion": Jugendfeuerwehr meistert Großeinsatz

Welzheim/Alfdorf.
Wer ein gestandener Feuerwehrmann oder eine taffe Feuerwehrfrau werden will, der lässt sich während seines Einsatzes weder von Regen, Schnee oder kaltem Wind, und schon gar nicht von der zurzeit grassierenden Corona-Angst beeindrucken! Dies galt auch am vergangenen Samstag in Welzheim. 16 Mitglieder der Welzheimer und 22 der Alfdorfer Jugendfeuerwehr waren zu der traditionellen gemeinsamen Übung der Jugendfeuerwehren des Welzheimer Waldes ausgerückt und meisterten mit Bravour die Aufgaben, die Peter Müller und sein Helferteam an diesem Nachmittag für sie vorbereitet hatten.

Explosion, Feuer, Personen in verrauchter Halle

Einsatzort war das Welzheimer Maschinenbauunternehmen Steiner in der Murrhardter Straße. Das Szenario: Im Kompressorraum ist es zu einer Explosion gekommen, ein Feuer ausgebrochen und in der total verrauchten Produktionshalle befinden sich noch mehrere Personen – so informierte Zugführer Thomas Simon die zunächst von der Wache in der Friedrich-Bauer-Straße eintreffenden Nachwuchswehrleute.

Die wiederum stellten sich zunächst vor ihren Einsatzfahrzeugen auf - dem 280 PS starken LF 16/12 und dem LF 8. Letzteres ist bei Baujahr 1980 zwar schon etwas betagt und bringt auch nur 80 PS auf die Straße, aber das Besondere an ihm ist: Es handelt sich um ein Geschenk der Bosch-Betriebsfeuerwehr aus Waiblingen und gehört ganz und gar der Jugendfeuerwehr.

Und selbstredend sei man in ihr auch mächtig stolz auf diesen picobello gepflegten Oldtimer, betonte der Welzheimer Kommandant Andreas Schneider. Der große Vorteil dieses Fahrzeugs bestehe darin, erklärte Schneider, dass es nicht so hoch sei wie die neuen Einsatzfahrzeuge. Somit könnten auch kleinere Angehörige der Jugendwehr bequem einsteigen und hätten Zugang zu den geladenen Gerätschaften.

„Ohne Jugendfeuerwehr keine Zukunft“

Die Jugendfeuerwehr, so der Kommandant, sei der wichtigste Pool, aus dem der Nachwuchs für die aktive Wehr stamme. „Ohne Jugendfeuerwehr keine Zukunft“ lautete sein Fazit. Somit freue man sich über jeden Neuzugang.

Wer neugierig sei und einmal hereinschnuppern wolle, sei herzlich eingeladen, donnerstags um 18 Uhr einfach einmal vorbeizukommen.

Und Schneider war hochzufrieden mit dem, was er und die zahlreichen Besucher, die sich trotz des Schmuddelwetters an diesem Nachmittag eingefunden hatten, zu sehen bekamen. Der Einsatz lief reibungslos und wie am Schnürchen ab: Da wurden Schläuche bis in den Firmenhof hinein ausgerollt, und während das Löschwasser marschierte, wagte sich auch schon der erste Angriffstrupp in das (mit Hilfe von Disconebel) dick verrauchte Gebäude hinein, auf der Suche nach den Vermissten.

Eine bewusstlose junge Frau wird aus einem Auto gerettet

Währenddessen war auch schon über den Kreisel die Verstärkung aus Alfdorf angerückt, 22 Jugendliche mit ihren Betreuern in vier Einsatzfahrzeugen. Auch hier lief der Einsatz reibungslos; ruck, zuck war in der Zufahrt zum Gebäude ein zweiter Einsatzabschnitt eingerichtet. Während die einen ihre Schläuche ausrollten und einen Hydranten suchten, waren die anderen schon im Gebäude, wo es zunächst galt, eine bewusstlose junge Frau aus ihrem dort abgestellten Auto zu retten. Sie wurde von Tamara Beccard wirklichkeitsnah und mit erkennbarer Spielfreude interpretiert.

Nicht nur den Jugendlichen, auch den erwachsenen Betreuern bereite die gemeinsame Übung der Jugendfeuerwehren des Welzheimer Waldes große Freude, erklärte Thomas Schurr aus Alfdorf, unter dessen wachsam kritischen Augen die „Rettung“ ablief. Aber der Zweck der Übung gehe natürlich weiter. Es sei einerseits Bestätigung und Anerkennung für das erworbene Feuerwehrwissen, auch bei Eltern, Geschwistern und Freunden.

Zusammenarbeit über die Ortsgrenzen hinweg werden immer wichtiger

Andererseits sei es aber auch wichtig, dass sich die Jugendlichen aus den einzelnen Jugendwehren untereinander kennenlernten und ein Bewusstsein dafür entwickelten, dass sie alle miteinander einer großen Gemeinschaft angehörten.

Schließlich werde auch in den aktiven Wehren die Zusammenarbeit über die Ortsgrenzen hinweg immer wichtiger, gerade auch in Zeiten, in denen die Aufgaben der Feuerwehr immer mehr würden, während gleichzeitig die Aufrechterhaltung der sogenannten Tagesverfügbarkeit zu einer Frage werde, die immer mehr in den Fokus rücke. Deshalb sei es auch so schade, dass die Kameradinnen und Kameraden aus Kaisersbach diesmal bei der gemeinsamen Übung nicht wie gewohnt mit dabei seien.

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