Welzheim Eröffnung der Notarztwache verzögert sich

Symbolbild. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Welzheim/Murrhardt. Der Norden und Nordosten des Kreises sind Notstandsgebiete, was die Notarztversorgung angeht. Seit Freitag ist die neue Notarztwache in Murrhardt rund um die Uhr besetzt. Zeitgleich sollte in Welzheim ein Notarzt stationiert werden. Doch die Eröffnung dieser Notarztwache verzögert sich.

„Auf Hochtouren wird daran gearbeitet, spätestens im Frühjahr 2020 die Notarztwache in Welzheim einzurichten“, sagt DRK-Kreisgeschäftsführer Sven Knödler auf Anfrage.

Bis zur Fertigstellung werde der entsprechende Versorgungsbereich über die bestehende Notarztwache in Althütte abgedeckt, die bisher alleinverantwortlich für den Bereich Welzheim und Murrhardt zuständig war. Ab 1. November verdoppele das DRK somit die Notarzt-Kapazitäten vor Ort. Nach Inbetriebnahme des Welzheimer Notarzt-Standortes wird die Wache in Althütte aufgelöst.

Der Notarzt in Welzheim kommt in einen Container. Auf dem Gelände der derzeitigen Rettungswache in der Schloßgartenstraße war nicht genügend Platz für ein zusätzliches Fahrzeug und Räume, in die Notärzte auf ihren Einsätze warten können. Nun will das DRK Container auf dem benachbarten Areal der Geriatrischen Reha-Klinik Bethel aufstellen.

Das Rote Kreuz wartet derzeit auf die Erlaubnis für eine Bebauung. Sven Knödler zeigt sich optimistisch, dass diese Lösung hinhaut, und dass ab Frühjahr 2020 auch der Norden und Nordosten des Rems-Murr-Kreises besser versorgt ist.

Die Hilfsfristen im Rettungsdienst werden nicht mehr eingehalten

In der rettungsdienstlichen Versorgung – insbesondere in den Räumen Murrhardt und Welzheim – haben sich in den vergangenen Jahren große Lücken aufgetan. Waren Sanitäter und Notärzte bis 2016 meist noch innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen 15 Minuten vor Ort, sorgten vor allem zunehmende Einsätze dafür, dass die 95-Prozent-Quote nicht mehr erfüllt werden konnte.

Vor allem der Notarzt in Althütte schaffte es wegen der stetig steigenden Zahl an Einsätzen nicht, sowohl das obere Murrtal wie auch Welzheim zu betreuen. Weitere Gründe, dass die Hilfsfrist nicht mehr eingehalten wird, sind vielfältig. Das DRK weist auf den demografischen Wandel hin, mehr Bagatelleinsätze, Abnahme der Versorgung durch die Hausärzte oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst sowie Änderungen der Kliniklandschaft. Seit das Winnender Klinikum in Betrieb ist, haben sich zudem die Anfahrtswege deutlich verlängert.

Strukturen auf dem Prüfstand

Die Verantwortlichen für den Rettungsdienst haben im Frühjahr die Reißleine gezogen. Die Strukturen des Rettungsdienstes wurden auf den Prüfstand gestellt und gründlich überarbeitet, vorhandene Standorte werden erweitert und zwei neue Notarztwachen geschaffen.

Auch das Rems-Murr-Klinikum in Winnenden hat seither eine Notarztwache. Unterm Strich gibt es 55 neue Vollzeitkräfte, die Integrierten-Leitstelle in Waiblingen erhält mehr Personal und weitere Fahrzeuge werden angeschafft.

Seit 1. November ist Murrhardt offiziell Notarztstandort, teilten am Donnerstag Landrat Dr. Richard Sigel, DRK-Kreisgeschäftsführer Sven Knödler, Eberhard Kraut, Vorsitzender des Bereichsausschusses für den Rettungsdienst im Kreis, sowie Bürgermeister Armin Mößner bei der Einweihung der Wache mit. Untergebracht ist die Wache im ehemaligen Winterdienststützpunkt des Landkreises an der Landesstraße 1066.

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