Welzheim Farrenstall abgerissen: Was wird aus dem Gelände?

Der Farrenstall in der Gschwender Straße in Welzheim ist zusammen mit einem Nachbargebäude jetzt abgerissen worden. Foto: ZVW/Rainer Stütz

Welzheim.
Der Farrenstall in der Gschwender Straße ist nicht mehr. Er wurde zusammen mit einem Nachbargebäude in dieser Woche abgebrochen. Wie die städtische Fläche künftig genutzt wird, ist offen. Vorläufig werden Parkplätze angelegt.

Einst lebten Bullen im historischen Gebäude

Vor mehr als Hundert Jahren hatte die Stadt Welzheim in der Gschwender Straße mit der Haltung von Zuchtbullen begonnen. Doch schon lange leben dort keine Farren mehr. Seit die künstliche Besamung sich durchgesetzt hat, blieb das Gebäude lange ungenutzt. Zuletzt war es in einem erbärmlichen Zustand und einsturzgefährdet – und musste deshalb abgerissen werden.

Im 19. Jahrhundert hatte das Königreich Württemberg seinen Gemeinden die Pflicht zur Vatertierhaltung auferlegt. Manche kamen dem nach, indem einzelne Landwirte dafür entlohnt wurden. Die meisten Kommunen nahmen das aber selbst in die Hand und errichteten dafür eigene Gebäude.

Erstmals dokumentiert ist das Welzheimer Gebäude mit einem Baugesuch im Jahr 1896, aber in Wirklichkeit älter. Aus den Plänen für ein Baugesuch ist ersichtlich, dass die Geschichte des Farrenstalls weit zurückreichen muss. Denn dabei handelt es sich um Baupläne für den Antrag zur Erweiterung des bereits bestehenden Farrenstall-Gebäudes.

Nutzung bis in die 60er Jahre hinein

Wie lange der Farrenstall betrieben wurde, ist aus den Archiven leider nicht ersichtlich. Anfang der sechziger Jahre kam jedoch die künstliche Besamung auf. Um diese Zeit herum müsste auch der Betrieb des Farrenstalls eingestellt worden sein.

Das Gebäude ist jetzt zusammen mit einem Nachbargebäude (Gschwender Straße 12), die baulich verbunden waren, abgerissen worden.

Um die Fläche sinnvoll nutzen zu können, benötigt die Stadt Welzheim noch ein weiteres Gebäude in diesem Bereich. Doch der Eigentümer hat nach Aussage der Stadtverwaltung seit Jahren kein Interesse an einem Verkauf.

Abbruch kostet rund 55 000 Euro

Der Bauausschuss des Gemeinderats hatte noch im letzten Jahr einstimmig beschlossen, die Abbrucharbeiten an eine Spraitbacher Firma zu vergeben; und dafür außerplanmäßige Ausgaben in Höhe von 55 000 Euro genehmigt. Geld, das dank höherer Zuweisungen vom Bund bei der Umsatzsteuer in der Stadtkasse auch vorhanden ist.

  • Bewertung
    3
Der ZVW Morgen-Newsletter

Gut informiert in den Tag starten. Einfach kostenlos anmelden.

Heute in Ihrer Tageszeitung

Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!