Welzheim Forderung: Raum für alle statt neuer Wohnungen

Die Stadt hat im Sommer 2018 Überlegungen für eine Bebauung des Schulareals unter anderem mit Wohngebäuden präsentiert. Foto: Stadt Welzheim

Welzheim. „Erschrocken über den Plan der Stadtverwaltung, auf dem neu erworbenen Gelände zwischen Bürgfeld- und Hofgartenschule Wohnbebauung zuzulassen, hat sich ein Arbeitskreis gebildet“, teilt deren Sprecher Kurt Hinderer mit. Bei den Gedanken und Vorschlägen stünden die Belange der Gesamtstadt im Vordergrund.

Der Arbeitskreis mit mehr als 30 Mitgliedern, der aus Anwohnern der Untermühl-, der Linden-, aber auch aus der Burgstraße und dem Maierhof besteht, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Planung der Stadtverwaltung unter die Lupe zu nehmen. Es gehe dem Arbeitskreis nicht um Anwohnerinteressen, sondern um Bedürfnisse, die die gesamte Bevölkerung der Stadt betreffen. „Wir können nicht kommentarlos zusehen, wie ein Gelände für die Wohnbebauung frei gegeben wird, das die Stadt schon über 40 Jahre lang für den Gemeinbedarf frei gehalten hat“, so Hinderer weiter.

Treibt die Wohnbebauung einen Keil zwischen die Schulen?

Dieser Gemeinbedarf wurde im heute noch gültigen Flächennutzungsplan festgeschrieben, obwohl der Stadt damals das Gelände noch gar nicht gehörte. Jeder in unserem Lande spreche von Bildungsoffensive, von Digitalisierung und von Integration, aber keiner wisse so richtig, was da auf die Kommune beziehungsweise die Schulträger, und das ist die Stadt Welzheim nun mal, zukomme.

Auf jeden Fall würden die Schulen zusätzliche Raumkapazitäten brauchen, um diese Ziele erreichen zu können. Unterricht ändert sich: „Die Zeiten, in denen ein Lehrer vor 30 Schülern Unterricht gehalten hat, werden der Vergangenheit angehören.“ Die Differenzierung im Unterricht schreite weiter voran.

Eine Wohnbebauung im Schulgelände treibe einen Keil zwischen die beiden Schulen. Den Schulen werde die Möglichkeit genommen, sich auszudehnen. Übrig bleibe dann nur noch der Sprung über die Lein Richtung Heide.

Alfdorfs Sporthalle ist für den Arbeitskreis ein Vorbild

Weiterhin treibt den Arbeitskreis um, dass von drei Sportstunden nur zwei gehalten werden können, weil die Hallenkapazitäten nicht ausreichen. „Das heißt, 33 Prozent der Sportstunden fallen aus.“ Der Bedarf für eine weitere Sporthalle sei heute schon vorhanden.

Alfdorf mache es den Welzheimern vor. Die Nachbargemeinde baue eine neue Halle, obwohl sie „nur“ eine Grund- und Hauptschule mit Sportunterricht versorgen müssen. Welzheim habe fünf Schulen, die Sportunterricht anbieten. Das Gelände sei groß genug, um eine solche Halle und weitere Sportstätten unterzubringen. Dann bleibe immer noch Platz für mögliche Schulerweiterungen. Auch eine Mediathek wäre dort am richtigen Platz und würde die Raumprobleme des Rathauses lösen, wenn die Mediathek aus dem jetzigen Gebäude rausgeht. Ideen gebe es genug.

Arbeitskreis: Wirtschaftliche Interessen der Stadt im Vordergrund

Der Arbeitskreis will sich nicht auf das eine oder andere Projekt festlegen, dafür kennt er den Bedarf zu wenig und für die Planung gibt es Spezialisten. Dem Arbeitskreis geht es darum, die Fläche für den öffentlichen Gemeinbedarf frei zu halten und nicht mit Wohnbebauung zuzupflastern. Die Frage, warum die Stadtverwaltung dort ausdrücklich Wohnbebauung wolle, konnte die Stadtverwaltung nicht zufriedenstellend beantworten.

Im Arbeitskreis vermutet man, dass ausschließlich wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen. „Braucht die Stadt das Geld aus der Vermarktung des Geländes?“, fragt der Arbeitskreis deshalb abschließend.

Vorplanung

Als Diskussionsgrundlage hat die Stadt Welzheim die gesamte Vorplanung, inklusive der verschiedenen Planvarianten, der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Die Präsentation ist seit geraumer Zeit hier online einsehbar.

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