Welzheim Hausaufgaben: Wie Sie ihr Kind ermutigen können

Hausaufgaben zwischen Lust und Frust - wenn Eltern ihren Kindern dabei helfen sollen, treibt das beide Seiten bisweilen in die Verzweiflung. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Welzheim. Es kann ein Alptraum für Mütter und Väter sein, wenn ihr Kind sich im Schulalltag verheddert. Wenn es beispielsweise die täglich aufgegebenen Hausaufgaben nicht bewältigt - oder sich schlichtweg weigert, sie zu erledigen. Wie man damit umgeht, darum ging es in einem Vortrag am Montag.

Kurz nach halb acht in einem Raum der Awo Welzheim. Die Tagesmütter hatten zur Elternschule geladen. Diverse Mütter (klar, die haben am meisten mit diesem Thema zu tun) sind dort versammelt, um Uta Spiller (Rektorin der Schlossgartenschule Alfdorf) und ihrem Konrektor Fabio Hohl zuzuhören. Die versuchen, ihrem Publikum zu vermitteln, wie man Kinder zum Lernen ermutigt … zu Hause, wo sich die Bildung aus der Schule im besten Fall fortsetzen soll. Wenn es denn klappt – und oft klappt es eben nicht.

Ein ruhiger Platz, keine Ablenkung, festgelegte Zeiten

Nach den funktionierenden „Lernmethoden“ zu suchen ist laut Fabio Hohl der falsche Weg. Er zieht es vor, von „Lernvorlieben“ zu sprechen. Manche Kinder lernen visuell, andere müssen etwas immer wieder hören, um es sich dauerhaft merken zu können (und es sozusagen im Langzeitgedächtnis zu „speichern“), oder sie müssen es buchstäblich „begreifen“, also anfassen (Fachleute sprechen von Haptik).

Genauso unterschiedlich sind die Vorlieben und Voraussetzungen, wenn es um das leidige Thema Hausaufgaben geht. Und Eltern können zunächst einmal dafür sorgen, dass immerhin diese Voraussetzungen stimmen. Ein ruhiger, ungestörter Arbeitsplatz, keine Ablenkung (zum Beispiel das allgegenwärtige Handy), und festgelegte Zeiten … die durchaus nicht klassisch nach dem Mittagessen verortet sein müssen, denn auch da sind die Bedürfnisse der Kinder unterschiedlich.

Verhärtete Fronten zwischen Eltern und Lehrern

Die Diskussion ist lebhaft. Eine Mutter beschwert sich darüber, dass sie alle Mathehausaufgaben mit ihrem Jüngsten am Wochenende mit ihm durcharbeiten muss, damit er sie versteht; Gespräche mit der Lehrerin haben nicht geholfen. Stattdessen hat sie den Eindruck, dass ihre Beschwerden dem Sohn schlechtere Noten bescheren.

So was kennt Fabio Hohl; oft verhärten sich die Fronten zwischen Lehrern und Eltern, wo es eigentlich eine fruchtbare Zusammenarbeit geben sollte. Da hilft nur Vermittlung, nötigenfalls auch durch eine übergeordnete Stelle.

Jedes Kind muss seinen eigenen Weg finden

Abgesehen davon, dass es auch Lehrer gibt, die ihre pädagogische Kreativität nutzen, um Schülern auf erstaunlich originelle Weise beizustehen – wie die Rektorin, die einen Schüler, der ebenfalls keine Hausaufgaben schätzte und obendrein wochenlang seine Technikklasse schwänzte, kurzerhand auf seinen Wunsch in den Handarbeitsunterricht steckte und die Techniknote am Ende des Schuljahrs stillschweigend unter den Tisch fallen ließ.

Jedes Kind ist anders, sagt Uta Spiller. Und jedes Kind muss seinen eigenen Weg finden. Da hilft nur die Gelassenheit der Eltern … und die Zuversicht, dass die allermeisten Kinder irgendwann begreifen, dass Lernen wichtig ist für ihre persönliche Zukunft, und dass es wirklich Spaß machen kann. Manchmal sogar die Hausaufgaben.


Weitere Termine der Elternschule

Wer immer nur gibt – Umgang mit Stress: Stress begleitet uns überall und in allen Lebensphasen. Der Abend bietet den Rahmen, die eigenen Stressoren zu identifizieren und Ideen kennenzulernen, mit Stress gut zurechtzukommen. Und zwar am Montag, 14. Oktober, im Awo-Gemeinschaftsheim um 19.30 Uhr. Referent ist Daniel Gulden. Eintritt: zehn Euro (für Mitglieder der Tagesmüttervereine frei).

Große Forscher in Bewegung für (Groß-)Väter: Babys und Kleinkinder sind vom ersten Tag an aktiv, interessiert und erobern neugierig forschend ihre Welt. Eltern können mit einfachen, alltäglichen Dingen diese wichtige Entwicklung begleiten und unterstützen. In zwei Modulen werden Eltern von Babys zu Experten für ihr Kind (12-24 Monate alt). Termine: Dienstag, 12. November, 19.30 bis 21.15 Uhr, sowie Samstag, 16. November, 9.30 bis 11 Uhr, Referentin ist Susanne Bader. Eintritt: zehn Euro (für Mitglieder der Tagesmüttervereine frei).

Verbindliche Anmeldung über die Homepage der Tagesmütter Welzheimer Wald: https://tamue.de/elternschule.html

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