Welzheim Handballer-Fasching in Welzheim

, aktualisiert am 04.03.2019 - 07:24 Uhr

Welzheim. Der Welzheimer Wald gilt gemeinhin nicht gerade als Narren-Hochburg, aber mit ihrer Faschingsdisco schaffen die Organisatoren von der Handballabteilung der TSF Welzheim jedes Jahr den Durchbruch der Schallmauer. Auch dieses Jahr boten sie 1200 Gästen, vor allem Jugendlichen, ein Podium für eine ausgelassene Kostümparty.

Wer unverkleidet kommt, fällt am Samstagabend in der Justinus-Kerner-Halle sofort auf. Knapp 1200 Jugendliche sind zur Spitzenzeit in Partylaune und überreizen sich ihre Sehnerven gegenseitig mit einer Fülle an Kostümkreationen, Ideen und Gags. Nahezu alles ist vertreten, was auffällt und gefällt.

In diesem Jahr ist unter den Verkleidungen viel Praktisches vertreten, wie zum Beispiel ein Textmarker in Grell-Orange. Ebenfalls recht auffällig bereits am Eingang ist Tim aus Winnenden: ein weißer Einwegoverall, eine grüne Gießkanne mit ausgeschnittener Fläche für das Gesicht, und Ausguss an nicht jugendfreier Körperstelle. Kommunikativ ist Tim ziemlich beeinträchtigt. Da die Ohren hinter grünem Plastik stecken, muss er im Gespräch öfter nachfragen. In puncto Musik sei das Selbstschutz, meint er.

„Wir warten mal auf den Bus“

Auch überaus wichtig: zwei junge attraktive Bushaltestellen, anzutreffen im Foyer. Linda und Nina hatten die tolle Idee mit dem „H“ auf dem Kopf, Fahrplan um den Hals und Abfallbehälter um den Bauch. Allerdings weist ihr Fahrplan nur die Hinfahrt nach Welzheim aus. Wie die zwei heute Nacht wieder nach Lorch zurückkommen ist noch eine offene Frage. Die spontane und passendste Antwort überhaupt: „Wir warten mal auf den Bus“.

Eine ausladende dreistöckige Torte ist im Gespräch zu sehen und ein Quartett aus Schokodragees marschiert geschlossen Richtung Ausschank. Die Geschichte ist vertreten mit „Cäsar“ und „Cäsarline“ aus Kaiserbach und die Zeitgeschichte, noch relativ aktuell, mit den „Gelbwesten“ aus Frankreich.

Immer wieder lustig: junge Männer in Nachthemden und Bademänteln. Und weitere Klassiker: Mönche, Sträflinge, Engel (mit Heiligenschein) und ziemlich häufig „Police“ , „FBI“ und die US-Polizei-Sondereinheit „S.W.A.T.“.

Drei DJs sorgen für Stimmung

Man muss hier schon genau hinschauen, um die reale Security ausfindig zu machen. Diese patrouilliert regelmäßig auch durch die Halle. Eigentlich nur zu unterscheiden, wie beim Spielzeughersteller für Stofftiere, am Knopf im Ohr.

Am Eingang überprüft die insgesamt 13-köpfige Security-Truppe grundsätzlich jeden Personalausweis und tastet nach mitgebrachten alkoholischen Getränken ab. Im Ausschank an der überdimensionalen großen Bar in der Halle finden sich nicht-alkoholische Getränke sowie Bier, Wein und Longdrinks.

Musikalisch liefern drei DJs ab. Ein Mix aus Club House, Beat und Stimmungsmusik. Sie sorgen für Wogen der grellbunten Glückseligkeit auf und um die Tanzfläche bei „Amsterdam“ (Axel Fischer), „Viva Colonia“ (Höhner) und Mickie Krauses Feststellung mit hohem Heizfaktor „Mich hat ein Engel geküsst, der mir erschienen ist“. Bis nachts um 1 Uhr dürfte es in der Justinus-Kerner-Halle noch so einige Erscheinungen geben.


Die Jugend darf mitfeiern und mithelfen

Der Sportlereingang ist bei der Faschings-Party reserviert für die 16- bis 18- Jährigen. Allseits bekannt unter der Bezeichnung „Babykasse“. Es ist dem Veranstalter wichtig, gerade auch für Jüngere zu Beginn der Faschingsferien die Möglichkeit zum Feiern zu bieten.

„Dies birgt für den Veranstalter ein hohes Risiko“, erklärt Ioannis Iakobidis vom Förderverein der TSF. Dennoch gilt die Prämisse: „Unsere Jugendspieler der TSF sollen auch ihren Spaß haben“.

Zudem ist diese Altersgruppe eingespannt im 80-köpfigen generationenübergreifenden Helferteam. Der Nachwuchs hilft immer beim Aufbau und, da sie nicht ausschenken dürfen, beim Spülen.

Nachwuchssorgen sind hier kein Thema Ioannis Iakobidis hat auch beobachtet, dass im Umkreis (Rienharz und Hüttenbühl) Veranstaltungen mit Tradition eingestellt werden mussten. Diese Gefahr besteht bei der Faschingsdisco nicht: „Wir sind auch für die Zukunft gut aufgestellt.“

Auch Mitglieder über 70 helfen tatkräftig mit. Ihre Zuständigkeit liegt im Bereich der Reinigung des Außenbereichs am Sonntag.

Der Abbau erfolgt ab Veranstaltungsschluss um 1 Uhr bis zum Helferfrühstück um 6 Uhr. Der Kinderfasching soll am Sonntagmorgen ab 8 Uhr eine Halle mit optimalen Voraussetzungen vorfinden.

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