Welzheim Interreligiöser Dialog zwischen Christen und Muslimen

Es gibt nur wenig Kontakte zwischen den Religionen im Kreis. Eine bemerkenswerte Ausnahme ist dabei Welzheim. Hier ein Bild von einer Friedensfahrt nach Heilbronn zu Stätten der Versöhnung unter dem Motto Versöhnung leben – Grenzen überschreiten. Foto: Archivbild / privat

Welzheim.
Es gibt nur wenig Kontakte zwischen den Religionen im Kreis. Eine bemerkenswerte Ausnahme ist dabei Welzheim. Dort entstand nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 der Wunsch, einen  interreligiösen Dialog zu gründen, der bis heute erfolgreich arbeitet. Die Adventsfeier bei schwäbischen Gutsle und türkischem Tee im Rahmen des Friedensgebets in der St.-Gallus-Kirche ist ein gutes Beispiel  für eine gelungene Begegnung. Das gilt genauso für die  Ausflüge innerhalb Deutschlands mit bis zu 100 Teilnehmern und die Freizeiten auf einem Bauernhof im Allgäu.  

Doch gibt es auch Probleme, berichtet Martin Becker, aktiv in der evangelischen Kirchengemeinde und Mitinitiator des interreligiösen Dialoges. Er nennt dabei die Sprachschwierigkeiten und die unterschiedlichen Kulturen mit unterschiedlichen Gedankenwelten.  "Neue Themen kommen auf uns zu", sagt er. Rassismus sei nicht nur ein deutsches Problem. Es gebe auch Rassismus, der von Muslimen/Türken ausgehe gegenüber Deutschen und Christen. Da gebe es noch gegenseitig viel zu tun an Aufklärung und Abbau von Vorurteilen. Genauso bei der Frage um die bedrückende Situation der Christen in islamischen Ländern.

Intensiv sind laut Martin Becker die zwischenmenschlichen Kontakte. Viele Wohnungstüren haben sich geöffnet. "Menschlich sind wir uns sehr nahe gekommen."  Problem ist der ständige Wechsel der Imame. Weil sie direkt aus der Türkei kommen, fehle einfach die Erfahrung mit dem Umgang mit den Menschen in Deutschland.  Sehr wichtig war für Martin Becker eine Begegnung mit den anatolischen Berufsschülern in Welzheim, die zu einem Praktikum in Deutschland waren. "Sie bekamen einen ganz neuen Blick auf Christen und dies wird positive Folgen haben."

In der Gesamtsicht hält es Martin Becker für beeindruckend, wie weit die Kontakte in Welzheim gehen und dass es möglich ist, dass Muslime in die Kirche gehen als Gäste.

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