Welzheim/Kaisersbach Notrufsäule am Ebnisee sorgt für mehr Sicherheit

Die Notrufsäule am Ebnisse ist sowohl für Badegäste, Spaziergänger und Autofahrer eine optimale Möglichkeit, im Notfall schnelle Hilfe anzufordern. Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Welzheim/Kaisersbach.
Vor wenigen Tagen hat die Björn-Steiger-Stiftung in Kooperation mit der DLRG, Forst BW, den Kommunen Welzheim und Kaisersbach sowie dem Ebniseeverein am Südufer des Ebnisees eine Notrufsäule errichtet. Diese Notrufsäule ist Teil eines Projektes der Björn-Steiger-Stiftung, Badeseen sicherer zu machen. Das Projekt umfasst rund 100 Notrufsäulen und wird von der Universität Freiburg begleitet. Der Ebnisee als beliebtes Ausflugsziel ist dabei geradezu prädestiniert, an diesem Projekt teilzunehmen. Der Leiter des staatlichen Forstbezirks mit Sitz in Welzheim, Martin Röhrs, erklärte: „Der Forst BW ist Eigentümer des Ebnisees. Wir hatten schnell eine geeignete Stelle am Damm des Südufers gefunden, um die Notrufsäule platzieren zu können. Wir unterstützen dieses Projekt zu 100 Prozent.“

Im Rahmen eines Pilotprojektes installiert die Björn-Steiger-Stiftung zusammen mit der DLRG einhundert neuartige Notrufsäulen an Badeseen und Badestränden. Diese neu entwickelten Notrufsysteme verfügen über modernste Technik und sind annähernd wartungsfrei. So kann zum Beispiel bei größeren Stränden oder Uferpromenaden eine Ortung stattfinden. Ein weithin sichtbares Leuchtsignal alarmiert die Einsatzkräfte vor Ort schon vor Eingang des Notrufes in der Leitstelle. Des Weiteren können die Notrufsäulen mit einem AED-Gerät versehen werden.

Auch an Standorten, an denen die DLRG nur zeitweise Mitarbeiter einsetzt, oder auch an Badestränden (z.B. kleinere Badeseen), die bislang nicht rund um die Uhr von der DLRG betreut werden konnten, werden diese Notruftelefone installiert. Und hier ist der Ebnisee ins Spiel gekommen.

Nämlich mit 1097,2 Stunden Wachdienst deckt die DLRG Welzheim/Ebnisee einen großen Teil im Sommer ab, um die Badegäste optimal zu versorgen. „Im Winter, abends oder auch unter der Woche im Sommer können wir mit unseren 30 aktiven Mitgliedern nicht alle Zeiten abdecken. Diese Lücke schließt nun die Notrufsäule am Ebnisee“, freut sich Martin Haag, Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Welzheim/Ebnisee.

Konrad Jelden: „Wir schließen ein wichtiges Glied von 1950 bis heute“

Egal ob im Sommer beim Badebetrieb oder im Winter beim Schlittschuhlaufen, dieses moderne Notrufsystem garantiert eine deutliche Verkürzung der Alarmierungszeit. Weiter besteht die Möglichkeit, etwaige eingehende Notrufe auf unterschiedliche Leitstellen oder bedarfsweise sogar an Einzelpersonen weiterzuleiten. Darüber hinaus ist es möglich, über einen zweiten Ruftaster verschiedenste zusätzlichen Informationsrufziele anzuwählen. Die DLRG kann somit flächendeckend ein deutlich dichteres „Sicherheitsnetz“ implementieren.

Konrad Jelden, Vorsitzender des Ebniseevereins, sagte: „Wir schließen ein wichtiges Glied am Ebnisee. Im Juni 1950 gab es ein Rettungsboot und einen Rettungsring für den Ebnisee, seit 1970 steht die DLRG-Hütte auch für das DRK und die Polizei kostenlos zur Verfügung. Nun bekommen wir als vierter See im Rems-Murr-Kreis eine Notrufsäule.“

Notrufsäule kostet 4000 Euro

Christian Lang von der Björn-Steiger-Stiftung berichtete, dass die Notrufsäule 4000 Euro kostet: „Immer weniger Menschen können schwimmen. Umso wichtiger ist es, dass eine schnelle Hilfe vor Ort leistbar ist. Mit der Notrufsäule können aber nicht nur Schwimmunfälle gemeldet werden, sondern auch bei Glatteis im Winter, Unfälle auf der Straße oder bei Unfällen von Spaziergängern ist es möglich, über die Notrufsäule Hilfe anzufordern. So hat sich am Bodensee zum Beispiel eine Frau das Bein gebrochen und ihr Partner konnte über die Notrufsäule Hilfe holen. Das Gerät erkennt nämlich auch sofort, wo man sich befindet.“

Die Notrufsäule befindet sich auf der Gemarkung von Kaisersbach. Also musste der Kaisersbacher Bauhof die Bodenplatte für die Notrufsäule montieren. Bürgermeisterin Katja Müller erklärte: „Es war unkompliziert, einen Standort zu finden. Es ist schön, zu sehen, wie Welzheim, Kaisersbach und alle Beteiligten miteinander vernetzt sind, um vom doppelten Nutzen der Notrufsäule mit Badesee und Straße zu profitieren. Ich hoffe, wir benötigen die Notrufsäule nie, aber falls doch, ist schnelle Hilfe garantiert.“ Auch der Welzheimer Bürgermeister Thomas Bernlöhr lobte die Arbeit der Ehrenamtlichen und nannte den Ebnisee einen Freizeit-Hotspot: „Hier ziehen alle gemeinsam an einem Strang, um für die Sicherheit der Gäste zu sorgen.“

Die Funktionsmerkmale der neuen Notrufkommunikationssysteme:

  • IP-Notrufsäulen mit einfacher Bedienung und guter Sprachverständlichkeit
  • Automatische Durchsagen und Gesprächsaufzeichnung mit Zeitstempel
  • Direkte Notrufannahme und automatische Standortanzeige über GPS
  • Gleichzeitige Annahme von mehreren Notrufen
  • Notruf kombiniert mit Aktoren und Sensoren
  • Moderne Management-Systeme mit grafischer Oberfläche und Fehlermeldungsanzeige
  • Automatische Statusmeldungen alle 24 Std.
  • Funkanbindung über das LTE-Netz
  • Autarke solarbetriebene Notrufsäulen ohne Erdkabel
  • Nachtbeleuchtung
  • Optische Umfeldalarmierung.
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