Welzheim Remsmord zur interkommunalen Gartenschau

Welzheimer Wald/Schwäbisch Gmünd. Anja Jantschiks „kriminelle Energie“ ist nicht zu bremsen. Die Buchautorin und Journalistin hat ihren mittlerweile siebten Krimi mit viel Lokalkolorit veröffentlicht. Der Titel „Remsmord“ lässt Schlimmes erahnen. Jedoch: Der Humor und die Spitzen auf die Lokalpolitik kommen nicht zu kurz. Hintergrund ist die geplante interkommunale Gartenschau im Remstal.

Die Autorin ist sowohl privat als auch beruflich im Schwäbisch-Fränkischen Wald zu Hause. Doch als geborene Mutlangerin hatte sie schon immer den etwas kritischen Blick von oben auf die Stadt Schwäbisch Gmünd im Remstal. Und so ist sie auch auf vielen Pressekonferenzen zum Thema interkommunale Gartenschau im Remstal zu sehen.

Es gibt zwar zwei Tote in dem Krimi, dennoch können die Leser an vielen Stellen lachen. Zum Beispiel, als der Schwäbisch Gmünder Oberbürgermeister Richard Arnold in Schorndorf während einer Rede des dortigen Oberbürgermeisters Matthias Klopfer die Schuhe auszieht, die Hosen hochkrempelt und bei heißen Temperaturen Abkühlung in der Rems sucht. Ebenso vor kommt Adrian Schlenker, der früher auf dem Bauamt in Schorndorf gearbeitet hat, heute Bürgermeister in Mögglingen ist, als Adrian Schlingel. Wobei die Autorin vor der Veröffentlichung den neuen Bürgermeister von der Namensänderung überzeugen konnte.

In Schwäbisch Gmünd geht ein Mörder um

Mit Blick auf die Gartenschau ist Zusammenrücken im Remstal von Essingen bis nach Remseck angesagt. Journalistin Ira Sander schreibt über das Vorhaben und lernt dabei eine außergewöhnliche Frau aus Waiblingen kennen. Während sich eine Freundschaft zwischen den gegensätzlichen Energiebündeln entwickelt, werden Iras Artikel von erschreckenden Schlagzeilen in den Hintergrund gedrängt: In der Remstalstadt Schwäbisch Gmünd geht ein Mörder um. Er hat es auf wohlbekannt ehrenamtlich engagierte Menschen abgesehen, die sich bereits mit viel Herzblut bei der Landesgartenschau einbrachten. Die Kommissare Peter Brand, Hermann Wöllnert und Malte Tennemann tappen zunächst im Dunkeln, obwohl der Täter stets eine DNA-Spur am Tatort hinterlässt. Mit Absicht?

Viele Lokalgrößen finden sich mit richtigen oder verfremdeten Namen in den Büchern Jantschiks wieder. Unglaublich kreativ sei die Autorin, stellte Landrat Klaus Pavel bei der Buchvorstellung fest. Eine gewisse kriminelle Energie müsse aber auch in ihr stecken, vermutet Klaus Pavel. Schließlich sei der „Remsmord“ schon ihr siebter Krimi.

Gleich zu Beginn erwischt es Walter Maier: Mord im Landschaftspark Wetzgau. Zur Tatzeit am Tatort: Matthias Meger vom Streuobstzentrum. Herr Meger heißt in Wirklichkeit Martin Mager und ist Vorsitzender des Bezirksverbandes für Obst und Gartenbau in Gmünd.

Ungestreift kommt auch nicht der Gmünder Bürgermeister Dr. Joachim Bläse davon, der sich eine Kandidatur als Landrat im Rems-Murr-Kreis überlegt hatte. Im Buch ist er als Dr. Jochen Braunle ein hundertprozentiger Gmünder mit guten Ambitionen auf den Chefsessel im Rathaus. Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold wäre dann frei als Ministerpräsident, mögen da manche spekulieren. Denn dem Bauernbub aus dem kleinen Teilort Herdtlinsweiler in Weiler in den Bergen wird böse nachgesagt, er schlafe bei offenem Fenster, damit er den Ruf aus Stuttgart höre, wenn er denn erschalle ...

Info

„Remsmord“ erscheint im Verlag „alpha.media“ und ist im regionalen Buchhandel erhältlich. Der Preis beträgt 9,80 Euro. Der Erlös aus dem Buchverkauf kommt dem Bunten Kreis am Stauferklinikum in Mutlangen zugute, der sich um schwer kranke Kinder und deren Angehörige kümmert.

Kommunalpolitik ist ihr Steckenpferd

Im Schwäbischen Wald und darüber hinaus wissen es längt viele: „Ira Sander“ im Krimi ist in Wahrheit Anja Jantschik. Die Journalistin kann es nicht lassen, Erlebtes ebenso humorvoll wie fantasiereich zu verändern und in ihren Büchern wieder aufleben zu lassen.

Mehr als 14 000 Bücher hat die gebürtige Mutlangerin, die in Göggingen wohnt, inzwischen verkauft. Viele Fans kommen aus dem Schwäbischen Wald, aus Gmünd, dem Rems- und dem Filstal.

Seit 23 Jahren ist die gelernte Einzelhandelskauffrau als freie Journalistin im Ostalbkreis, im Schwäbischen Wald und im Remstal unterwegs. „Kommunalpolitik ist mein Steckenpferd“, sagt die Autorin.

Anja Jantschik wurde 1969 in Mutlangen geboren. Ihr Vater war Goldschmied in Schwäbisch Gmünd. Sie selbst entwickelte früh ihr Talent in der schreibenden Zunft.

Seit den frühen 1990er Jahren ist sie als freie Journalistin für verschiedene Zeitungen tätig, unter anderem für die Gmünder Tagespost sowie die Schwäbische Post.

Im Jahr 2006 erschien ihr erster Roman, der Thriller „Mord zwischen den Zeilen“. Die ersten fünf Ostalb-Krimis erschienen im Einhorn-Verlag in Schwäbisch Gmünd, der sechste Roman Mordtrieb wurde 2014 im Verlag „alpha.media“ veröffentlicht.

Die bisher erschienen Buchtitel lauten: „Im Schatten des Einhorns“, „Blauäugig!“, „Blutgarn“, „Naturtod“ und „Mord zwischen den Zeilen“.

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