Welzheim Reportage: Ein Badetag am Aichstrutsee

Welzheim. Im See ein paar Runden schwimmen, Volleyball spielen oder stundenlang beobachten, wie das ferngesteuerte Segelboot über das Wasser gleitet: Wenn im Sommer die Temperaturen in die Höhe klettern, zieht es nicht wenige, auf der Suche nach Abkühlung und Entspannung, an den Aichstrutsee.

Besser könnte es für Theo Müller an diesem Montagmittag nicht laufen: Entgegen seinen Erwartungen ist der Badesee heute relativ leer. Er kann also seinen ferngesteuerten Einmaster über das Wasser fahren lassen, ohne dort auf Hindernisse zu stoßen oder jemanden zu stören. „Ich komme bereits seit 15 Jahren mit meinem Segelboot her. Der Aichstrutsee ist für mich mit Abstand der schönste See hier in der Umgebung. Da nehme ich sogar die lange Anfahrt von Weinstadt in Kauf, obwohl sich die Kilometer doch ganz schön häufen“, erzählt der Rentner. – Teilweise würden er und seine Kameraden zu zehnt auf ihren Klappstühlen am Ufer des Sees sitzen und stundenlang, ohne viel zu reden, dabei zusehen, wie ihre Boote über den See gleiten: „Wir genießen einfach die Ruhe hier. Wenn der See dann, wie so oft im Sommer, komplett überlaufen ist, weiche ich gezwungenermaßen an den Leinecksee aus. Obwohl wir mit unseren Booten eigentlich niemanden stören, sie machen zum Glück keinen Krach.“

Mit zu vielen Menschen im See und um den See herum hat Luca Neuberger hingegen kein Problem, im Gegenteil. Der 20-Jährige und seine Freunde freuen sich eher über potenzielle Mitspieler beim Volleyball. „Im Sommer kommen wir mindestens einmal in der Woche an den See, hier ist es uns viel lieber als im Freibad, einfach weil man mehr Freiheiten hat und sich alles besser verteilt“, sagt der Grunbacher. Heute sind er und seine Freunde allerdings nur zum Volleyballspielen gekommen, das Wasser sei ihnen einfach noch ein bisschen zu kalt.

Zum Baden ist es vielen noch zu kalt

Zum Baden kommt auch Renate Schief aus Backnang nicht an den See. Sie sitzt lieber am Kiosk mit Blick auf den See und genießt die Ruhe: „Grün, wohin das Auge reicht, das ist wie Urlaub für mich. Bei gutem Wetter kommen mein Mann und ich nahezu jeden Tag hierher. Im Gegensatz zu mir traut er sich sogar ins Wasser, mir reicht es aber auch, einfach nur hier zu sitzen.“

Allein scheint sie damit, zumindest an diesem Tag, nicht zu sein. Die wenigsten trauen sich ins Wasser – und wenn überhaupt nur mit Luftmatratze oder Paddelboot. Sobald die Sommerferien anfangen, meidet Renate Schief den See allerdings, dann sei er ihr einfach zu überfüllt: „Wir nutzen die Zeit vor den Sommerferien, so gut es geht, aus.“

"So entspannt und günstig kann man sonst nirgends Urlaub machen"

Anders geht es Familie Volk aus Aalen, die kommt an den Aichstrutsee eigentlich nur in den Ferien und bleibt dann am liebsten gleich für eine ganze Woche. Die Familie campt, samt Kindern und Hund, in ihrem Wohnmobil auf dem Parkplatz neben dem See. Eva Volk erzählt: „Wir sind Camper aus Leidenschaft. An den Aichstrutsee kommen wir jetzt seit drei Jahren. Er liegt so nah, das ist für uns mit zwei Kindern natürlich sehr angenehm. Außerdem ist die umliegende Natur einfach schön“.

Hinzu komme noch die großartige Gemeinschaft, die sich unter ihnen und den anderen Campern über die Jahre entwickelt hat. „Hier hilft jeder jedem. Man kennt sich untereinander und trifft sich eigentlich jedes Jahr wieder hier“, sagt sie. Bei schlechtem Wetter gehe man einfach spazieren, eine Beschäftigung würde man hier eigentlich immer finden. Abends setzen sie und ihr Mann sich mit den anderen zusammen und spielen Karten. „So entspannt und günstig kann man sonst nirgends Urlaub machen, würde ich behaupten“, sagt Eva Volk.

Über das Wochenende fährt die kleine Familie allerdings wieder heim: „Dann ist es hier brechend voll, da ist nichts mehr mit Entspannung.“

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