Welzheim Auto überschlägt sich: 20-Jähriger lebensgefährlich verletzt

, aktualisiert am 28.01.2020 - 16:17 Uhr

Welzheim.
Auf der Landesstraße zwischen Eselshalden und Haubersbronn hat sich am Dienstagmorgen (28.01.) ein schwerer Verkehrsunfall ereignet. Ein 20-Jähriger wurde bei dem Unfall lebensgefährlich verletzt, wie die Polizei am Vormittag mitteilte. Der 20-Jährige war mit seinem Twingo von Haubersbronn nach Welzheim gefahren. Kurz nach Steinbruck geriet er im Bereich einer langgezogenen Rechtskurve auf den Grünstreifen. Beim Gegensteuern verlor er die Kontrolle über sein Fahrzeug und streifte einen entgegenkommenden Passat. Der Twingo geriet wieder nach rechts, überschlug sich und blieb auf dem Dach liegen. Beim Überschlag wurde der 20-Jährige durch ein Stoffdach aus dem Auto geschleudert und dabei lebensgefährlich verletzt. Er wurde vom Notarzt erstversorgt und anschließend in ein Krankenhaus gebracht.

Der Fahrer des Passats, der dem 20-Jährigen entgegengekommen war, blieb unverletzt. Außer Polizei und Rettungsdienst war auch die Feuerwehr am frühen Dienstagmorgen am Unfallort im Einsatz. Drei Fahrzeuge und zwölf Einsatzkräfte der Feuerwehr rückten aus. Die Straße war mehr als drei Stunden lang gesperrt. Um 8.30 Uhr konnte die Polizei die Landesstraße wieder für den Verkehr freigeben.

Trotz Gurt?

Laut Polizei-Pressesprecher Rudolf Biehlmaier dürfte der 20-Jährige angegurtet gewesen sein. Wie es zu dem Unfall kommen konnte und weshalb der Mann trotz Gurt aus dem Auto geschleudert wurde, ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Bisher liegen der Polizei laut Rudolf Biehlmaier keine Erkenntnisse dazu vor, ob der Mann zu schnell gefahren war.

Sofern ein Gurt richtig angezogen und das Material nicht altersschwach ist, kann ein Fahrer nicht aus einem Auto geschleudert werden, auch nicht bei einem Überschlag: Das sagt Siegfried Brockmann, der Leiter der Unfallforschung der Versicherer. Selbst wenn ein Schultergurt schlecht sitzt, würde der Beckengurt einen Fahrer im Sitz halten. Allerdings sei es denkbar, dass in einem sehr alten Fahrzeug ein Gurt reißt, weil das Material im Lauf der Zeit „mürbe“ geworden ist. Oder der Gurtstraffer ist nicht mehr funktionsfähig und der Gurt liegt praktisch nur lose und mit viel Spielraum über dem Körper des Fahrers, erläutert Siegfried Brockmann.

Ein weiteres vorstellbares Szenario ist laut dem Unfallforscher, dass sich der Autositz bei einem Unfall komplett aus der Verankerung löst. Als „schwächste Stelle“ bezeichnet Brockmann die Befestigung des Sitzes im Fahrzeug: Nur einige Schrauben halten den Sitz auf Schienen im Fahrzeug.

Beim Unfall nahe Eselshalden konnte der Fahrer offenbar nur deshalb aus dem Auto geschleudert werden, weil sein Fahrzeug ein Stoff- und kein Blechdach hatte. Doch wird auch ein Stoffdach nur bei großer Wucht im Unfallgeschehen brechen.

Ein ähnlicher Unfall wie jetzt bei Eselshalden ist erst vor zwei Wochen auf der B 14 zwischen Waldrems und Nellmersbach passiert. Ein 59-Jähriger hatte überholen wollen und dabei mit seinem Fahrzeug ein anderes Auto touchiert. Der Wagen überschlug sich mehrmals und blieb auf dem Dach auf der Straße liegen. Auch bei diesem Unfall erlitt der Fahrer lebensgefährliche Verletzungen.

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