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Welzheim Sicherheitslücke bei Mozilla entlarvt: Prämie für Schüler

Er kennt die Tücken der Technik: Robert Kugler an einem der Computer der Kastell-Realschule. Foto: Schneider/ ZVW

Welzheim. Die Sicherheitsrisiken im Internet kennt Robert Kugler gut. So gut, dass der 16-jährige Kastell-Realschüler nicht nur die IT-Lehrer der Schule berät, sondern auch Banken und kleinere Unternehmen auf Lücken in ihren Netzauftritten hinweist. Dem Software-Schwergewicht Mozilla war so ein Tipp des Welzheimer Jugendlichen sogar jüngst 1500 Dollar wert.

Noch ist das Geld nicht auf Robert Kuglers Konto eingegangen. Es hängt an einem amerikanischen Steuerformular, berichtet der 16-Jährige. Aber die Vorfreude ist natürlich groß.

Kontakte pflegen

Robert Kugler macht keinen Hehl daraus, dass er gerne online einkauft. Doch auch Besorgungen vor der Haustür sind ihm sympathisch. „Soziale Beziehungen sollten trotzdem weiter gepflegt werden.“

Vor etwa einem Monat hatte der Kastell-Realschüler die Mozilla Corporation auf die Lücke in ihrem Internet-Auftritt hingewiesen und einen Fehlerbericht beigelegt. Wenn auch das Software-Schwergewicht der wohl bisher großzügigste Nutznießer von Robert Kuglers Forscherdrang ist, so ist er doch lange nicht der einzige. Der Schüler sieht sich gern im Internet auf Firmenhomepages den Umgang mit Daten an und macht die Unternehmen auf Gefahren aufmerksam. So hat ihm die Volksbank bereits eine Prämie für einen Hinweis zukommen lassen. Einen Pharmazie-Konzern hat Robert Kugler angeschrieben und „diverse kleinere Firmen aus Baden-Württemberg“. Mehrere Schweizer Privatbanken hat er ebenfalls genauer unter die Lupe gekommen, ist aber noch nicht dazu gekommen, sie anzuschreiben. Schließlich fordert auch der Schulalltag seine Aufmerksamkeit.

Zeitungen ausgetragen für den ersten eigenen Rechner

Die digitale Welt erforscht Robert Kugler bereits, seit er elf Jahre alt war. Damals begann er mit einem Lernprogramm. „Einen richtigen eigenen Computer habe ich mir mit 13 gekauft“, erzählt er. „Vom eigenen Geld.“ Dafür trägt der Computerfreund Zeitungen aus, sonntags rappelt um fünf Uhr morgens der Wecker. Erste Ausflüge in die Programmiererwelt folgten. Mit Computerspielen hat Robert Kugler hingegen gar nichts am Hut. „Sich nur so vor das Ding setzen und sich berieseln lassen, das ist nicht mein Ding“, sagt er. „Ich verstehe gern, wie’s funktioniert.“

Darum hat sich Robert kundig gemacht, hat sich im Internet eingelesen und probiert. Es gab auch „Versuche, die dem Computer nicht gut getan haben“, meint er. Doch Fehler „muss man mal machen“.

Inzwischen verfolgt Robert gern die Sicherheits-Nachrichten für die IT-Technologie und versucht, deren aktuelle Probleme zu verstehen. „Eine hochkomplexe Materie“, sagt er selbst. Da kann schon mal ein Wochenende draufgehen, berichtet der Jugendliche. Doch der Lohn der Mühe beflügelt. „Das Erfolgserlebnis ist unschlagbar.“

Nicht nur Unternehmen kommen dadurch in den Genuss von Roberts Wissen. Auch die Netzwerk-AG und die IT-Lehrer der Schule profitieren, wenn es zum Beispiel um Updates der Schulrechner geht. Auch wenn die Lehrer nicht immer unbedingt begeistert sind, berichtet Robert schmunzelnd.

Für den Computerbegeisterten liegt der Beruf des Informatikers nahe. Ein sehr guter Realschulabschluss ist in Reichweite, danach will Robert aufs Technische Gymnasium in Schorndorf in die Informatikklasse wechseln. „Meine Stärken liegen noch nicht in der Produktion von wirklichen Inhalten“, sagt er. Dafür fehlten noch Grundlagen. Aber: „Das kommt noch.“

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