Welzheim Weihnachtsdorf auf dem Kirchplatz

Welzheim. Nicht einmal auf den Wetterbericht ist noch Verlass. War doch für Samstag Sonne im winterlichen Welzheim angesagt. Und was war: bedeckter Himmel. Die kalte Luft beißt ins Gesicht. Wie wär’s mit einem Glühwein oder Glühpunsch? Das richtige Getränk für das Welzheimer Weihnachtsdorf, das drei Tage lang bis Sonntagabend in Betrieb war. Bei weihnachtlicher und winterlicher Atmosphäre.

Das Schimpfen übers Wetter bringt ja sowieso nichts. Viel schlimmer wären lauwarme Temperaturen für einen Weihnachtsmarkt gewesen. Zudem noch versöhnte der weiße Teppich, der sich in den letzten Tagen über den Welzheimer Wald gelegt hatte. Auch wenn es nur ein dünner ist. Von Wintersport noch keine Spur. Aber für das Weihnachtsdorf gerade richtig.

In Rudersberg gibt es den Adventswald, in Schorndorf die Weihnachtswelt: Weihnachtliche Angebote gibt es viele in der Adventszeit in der Umgebung. Mit dem Weihnachtsdorf und der Ausweitung des Weihnachtsmarktes auf drei Tage hat die Stadt nach langer Vorbereitung offensichtlich die Marktlücke gefunden. Standen beim ersten Weihnachtsdorf im vergangenen Jahr gerade Mal zwölf Hütten, so zählte der Besucher in diesem Jahr 23 Anbieter.

Strahlende Gesichter an den Buden und an den Ständen

Und so kam es, wie es kommen musste. Volle Bude am Freitagabend, Gedränge am Samstagabend und Full House am Sonntagnachmittag. Am Sonntag war nicht nur das Weihnachtsdorf rund um die St.-Gallus-Kirche geöffnet, auf dem Kirchplatz und in der gesperrten Wilhelmstraße hatten zudem rund 30 Anbieter ihre Stände aufgebaut. Die Palette reichte hier von Gewerbetreibenden über Vereine bis hin zu Kindergärten und Schulen. Zwar ließ sich die Sonne auch am Sonntag nicht sehen, dennoch gab es strahlende Gesichter bei den Standbesitzern. Der einsetzende Schneefall am Sonntagnachmittag setzte dem Ganzen noch ein I-Tüpfelchen beziehungsweise die Krone auf. Mehr Weihnachtsstimmung geht eigentlich gar nicht mehr. Das werden sich auch die Besucher gedacht haben, die der Nikolauszug am Welzheimer Bahnhof ausspuckte. Sie konnten über den Weihnachtsmarkt und durch das Weihnachtsdorf bummeln oder zum Handwerkeraktionstag am und im Museum sowie zur Sonderausstellung über Weihnachten („Alles außer Krippen“) schlendern.

Die Organisatoren Hartmut Rupp und Uwe Lehar waren denn auch voll des Lobes über die Resonanz und den Verlauf des Weihnachtserlebnisses im Welzheimer Stadtzentrum. „So einen Andrang habe ich noch nie erlebt, das war fantastisch“, sagte Hartmut Rupp in einer ersten Bilanz. Und Uwe Lehar ergänzte: „Ich habe nur positive Stimmen gehört.“

Lange Einkaufsnacht am Samstagabend

Wohlfühlen im Lichterschein sowie kulinarische und musikalische Vielfalt war an diesem Wochenende angesagt. Viele Ideen für Weihnachtsdekorationen und Geschenke wurden präsentiert.

Angefangen hatte laut Uwe Lehar einst der Weihnachtsmarkt vor vielen Jahren auf Initiative des Handels- und Gewerbevereins (HGV). Am ersten Adventswochenende konnte früher, wenn es noch auf Ende November fiel, ein verkaufsoffener Sonntag geboten werden. Im Dezember waren im Land Baden-Württemberg verkaufsoffene Sonntag grundsätzlich nicht zugelassen. Das Landenschlussgesetz wurde nun vor einigen Jahren so geändert, dass grundsätzlich an Adventssonntagen ein verkaufsoffenener Sonntag nicht möglich ist. Also auch dann, wenn das erste Adventswochenende auf Ende November fällt. Mittlerweile hat die Stadt die Regie beim Weihnachtsmarkt und neuerdings beim Weihnachtsdorf übernommen. Einige Geschäfte bieten zusätzlich am Freitagabend einen Welzheimer Adventszauber und haben abends länger geöffnet. Außerdem gab es am Samstagabend eine lange Einkaufsnacht.


Weitere weihnachtliche Veranstaltungen

Adventsmarkt im Bethel: Am Freitag, 8. Dezember, von 16 bis 20 Uhr und am Samstag, 9. Dezember, von 15 bis 20 Uhr sind auf dem Parkplatz des Seniorenzentrums an der Schorndorfer Straße in Welzheim rund 20 Stände aufgebaut. Hobbykünstler aus der Region, Vereine und Bethel-Mitarbeiter engagieren sich für einen gemeinnützigen Zweck. Für Kinder gibt es ein Kinderkarussell und eine Feuerstelle für selbst gebackenes Stockbrot.

Advent im Stadtpark: Adventsstimmung pur kommt am Sonntag, 10. Dezember, von 11 bis 18 Uhr im Welzheimer Stadtpark auf. 1000 Lichter, beleuchtete Bäume, Feuerkörbe, Mitmach- und Bastelangebote für große und kleine Gäste sind angekündigt. Unter jedem Baum gibt es etwas zu entdecken. Waldtiere, Spiele, eine große Weihnachtskrippe, Stockbrot und Würstel von der großen Feuerstelle runden das Angebot ab. Bei dem Adventssonntag ohne Verkaufsbude gibt es jede Menge Programm mit Geschichten und Märchen, Bastelangeboten, geführte Kurzwanderungen und einen Fackellauf. Der Poetenpfad wird an diesem Sonntag zum Weihnachtsgedichtepfad. Veranstalter ist die Stadt Welzheim in Zusammenarbeit mit den Naturparkführern Walter Hieber und Dr. Manfred Krautter.

Kirchenkonzert des Musikvereins: Am zweiten Adventswochenende findet in diesem Jahr nicht die traditionelle Jahresfeier der Stadtkapelle statt, sondern ein Kirchenkonzert in der St.-Gallus-Kirche. Das Blasorchester unter der Leitung von Edin Pasalic hat ein buntes Programm mit traditionellen und modernen Stücken einstudiert. Der Eintritt ist frei. Beginn ist am Sonntag, 10. Dezember, um 18 Uhr in der St.-Gallus-Kirche in Welzheim.

Adventsmarkt in der Klingenmühle: An den ersten zwei Adventssonntagen ist das weihnachtlich geschmückte Antik-Café in der Klingenmühle geöffnet. Dazu ist ein Adventsmarkt aufgebaut. Außerdem kommt der Nikolaus mit seinen Ziegen gegen 14 Uhr mit einer kleinen Überraschung.

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