Welzheim Squaredance hält fit und macht Laune

Welzheim. Ein amerikanischer Volkstanz, der fit hält und Laune macht: Die Fort Friends Welzheim zeigen, dass Squaredance Konzentration und Kondition fordert, aber trotzdem ein Hobby für jeden ist, der Freude am Tanzen hat. Im September laden sie alle, die gern das Tanzbein schwingen, zum Schnupperabend in die Alte Kantine ein.

Im Video: Einen Blick beim Übungsabend der Square Dance Fort Friends aus Welzheim.

„Kein Alkohol und kein Knoblauch“ - eine ungewöhnliche Regel für einen Tanz-abend. Trotzdem eine der wichtigsten, findet der Präsident der Fort Friend Welzheim, Robert Bauer. Weshalb, wird sich gleich zeigen. Vorerst aber begeben sich Frauen in weit schwingenden, bunten Tellerröcken, aus denen ein bauschiger Unterrock herausschaut, und Männer in spitzen Cowboystiefeln und edel besticktem Westernhemd auf die Tanzfläche.

Jeweils zu acht bilden sie einen sogenannten Square. Vier Paare bilden ein Quadrat, in dem alle in die Mitte blicken, je ein Paar ist also an einer der vier Seiten aufgestellt. Eine kurze Verbeugung vor dem Partner, darauf die Begrüßung der sieben weiteren Tänzer.

Es wird laufend der Partner getauscht

Die Musik im Vier-Viertel-Takt tönt aus den Lautsprechern und auf die Ansage „Circle left“ bewegen sich die acht Tänzer durch den Saal. Dabei wird laufend der Partner getauscht und neue Figuren, die die Tanzenden per Ansage des sogenannten Callers erfahren, werden von den Tänzern umgesetzt.

„Nein ich will nicht tanzen“

Beim Squaredance sind also unter anderem frischer Atem und hohe Aufmerksamkeit gefragt, das soll natürlich weder durch Knoblauch noch durch Alkohol beeinträchtigt werden. „Man muss sich sehr auf die Ansagen konzentrieren“, bestätigt Robert Bauer. Mittlerweile ist er Präsident des Clubs, vor einigen Jahren noch habe er überhaupt nichts von Squaredance gewusst, verrät der Welzheimer.

Gemeinsam mit seiner Frau war er auf der Suche nach einem Hobby und ist dann zufällig auf die Gruppe gestoßen. „Nein ich will nicht tanzen“, habe er zuerst gesagt. Nun ist er bei den regelmäßigen Tanzabenden immer dabei.

„Manchmal übe ich schon zu Hause"

Jeden Freitagabend treffen sich die Mitglieder des Clubs in der Alten Kantine zum Tanz. Die musikalische und gleichzeitig tänzerische Leitung hat Thomas Paridon, er ist der sogenannte „Caller“. Zu den Liedern singt er nicht nur den üblichen Text, sondern baut zwischendurch auch noch spontan die vielen verschiedenen Bezeichnungen der Figuren ein, alles auf Englisch, versteht sich.

Das nicht nur die Rolle des Tänzers eine gewisse Übung erfordert, kann Thomas Paridon bestätigen: „Manchmal übe ich schon zu Hause die Ansagen und Texte“, erzählt er. Am Anfang und Ende eines Liedes müsse jeder Tänzer nämlich wieder mit dem anfänglichen Partner am selben Ort stehen.

„Das kann echt jeder“

Deshalb müsse er zu einer Art vorausschauendem Tanzen fähig sein. Obwohl der amerikanische Volkstanz schon vor langer Zeit durch die amerikanische Besatzung nach Deutschland gebracht wurde, ist er durch-aus modern, bestätigt Präsident Robert Bauer.

Und das betrifft nicht nur die Begleitmusik und Schritte. Für wen die vielen unterschiedlichen Figuren erst mal nach Überforderung klingen, der kann nämlich ganz bequem zur passenden App fürs Smartphone greifen und zu Hause üben: Die App erklärt in Text und Animation nicht nur die Grundfiguren, sondern bietet auch Anleitung für Fortgeschrittene. Zudem ist Robert Bauer überzeugt: „Das kann echt jeder.“

Die Gruppe wächst

Im Jahr 2005 wurden die Fort Friends Welzheim von acht der heutigen Mitglieder, teilweise die eines Clubs in Schwäbisch Gmünd, gegründet. Seitdem wächst die Gruppe, wünscht sich aber noch mehr Zuwachs. Momentan besteht sie aus 29 Mitgliedern aus Welzheim und Umgebung.

Bestimmte Fähigkeiten müsse man für Squaredance nicht innehaben, das alles sei reine Übungssache versichert Robert Bauer. Und schließlich stehe bei der Gruppe der Spaß im Vordergrund, viel weniger gehe es um eine sportliche Glanzleistung.

Gut für die Bewegung und den Kopf

„Squaredance ist gut für die Bewegung. Der Geist wird beansprucht, man kann lachen und ein bisschen Kondition gehört natürlich auch dazu“, findet Gisela Degner, seit 2010 ist sie begeistertes Mitglied der Fort Friends Welzheim. Für Monika Wartke bringt der Club noch ganz andere Vorteile: „Mein Mann tanzt nicht und hier kann ich alleine tanzen“, freut sie sich.

Gerda Janke ist vor allem aufgrund des sportlichen Aspekts überzeugte Squaredance-Tänzerin. Sie schwingt das Tanzbein „weil's meine alten morschen Knochen fit hält und den Kopf dazu“. Nicht nur innerhalb der Clubs treffen sich die Mitglieder zu den regelmäßigen Tanzabenden - auch mit Gleichgesinnten findet ein reger Austausch statt.

Immer wieder besuchen sich Clubs aus der Umgebung gegenseitig und lassen gemeinsam ihre ausgestellten Röcke durch die Lüfte schwingen und lederne Stiefel übers Parkett tanzen.

Neuer Kurs

  • Im Oktober startet bei den Fort Friends ein neuer Kurs. Innerhalb eines Dreivierteljahres kann zwischen Oktober und Juli das sogenannte „Mainstream“-Grundprogramm erlernt werden, das aus 68 Tanzfiguren besteht. Anschließend wird eine Prüfung abgelegt.
  • Vor Beginn des Kurses finden am 22. und 29. September ab jeweils 20 Uhr Schnupperabende für alle Interessenten in der Alten Kantine in Welzheim statt.
  • Wer Interesse, aber keinen Partner hat, braucht sich keine Gedanken zu machen. Auch alleine kann man einsteigen.
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