Welzheim Stadt plant Sporthalle fürs Lindenquartier

Hier soll ein komplett neues Stadtquartier entstehen. Wie es aussehen wird, das ist noch nicht endgültig entschieden. Der Welzheimer Gemeinderat hat nun beschlossen, eine Sporthalle in die Planung mit aufzunehmen. Foto: ZVW/Gabriel Habermann (Archiv)

Welzheim. Für den Schul- und Vereinssport stehen in Welzheim mehrere Hallen zur Verfügung. Dennoch übersteigt der Bedarf die Möglichkeiten der bestehenden Gebäude. So lautet das Ergebnis einer Untersuchung der Verwaltung. Der Welzheimer Gemeinderat hat deshalb beschlossen, in die Planung für das Lindenquartier eine zusätzliche Sporthalle aufzunehmen.

Und das in einem weit großzügigeren Rahmen als von der Verwaltung vorgeschlagen. Diese hatte eine Halle mit einer Fläche von 400 Quadratmetern vorgeschlagen. Das entspricht genau einer Flächeneinheit, sprich: einer zu einem bestimmten Zeitpunkt für den Sport nutzbaren Fläche. Den Gemeinderäten war dies zu wenig. Das Gremium wollte einen möglichst großen Puffer schaffen – und beschloss einstimmig, eine Hallenfläche von 968 Quadratmetern in die Planung mitaufzunehmen. Das entspricht etwas mehr als zwei Flächeneinheiten. Dafür soll künftig die Eugen-Hohly-Halle vom Schulsport ausgenommen werden.

Doch weshalb sollen überhaupt zusätzliche Flächen für den Sport geschaffen werden? Schließlich gibt es in Welzheim doch bereits die Justinus-Kerner-Halle, die Hofgartenhalle, die Gottlieb-Bauknecht-Halle sowie die Eugen-Hohly-Halle. Nicht jede Stadt dieser Größe kann so viele Hallen ihr Eigen nennen.

Schulen können bislang nicht alle Sportstunden durchführen

Aber die Verwaltung hat jetzt die Bedarfe für den Schul- und Vereinssport analysiert – und dabei festgestellt, dass beide mehr Fläche bräuchten. Die Schulen, weil es ihnen durch die interne Organisation nicht möglich ist, alle für sie reservierten Hallenzeiten zu nutzen, etwa in den Mittagspausen, vor der ersten Stunde oder freitagnachmittags. Außerdem ist die Eugen-Hohly-Halle nur für sehr wenige Sportarten nutzbar. Die Schulen können deshalb den Sport nicht ganz im laut Bildungsplan vorgesehenen Umfang durchführen.

Und die Vereine, weil sie bereits jetzt ihre vorgesehenen Nutzungseinheiten überbuchen, unter anderem in den Lücken, die von den Schulen hinterlassen werden. Die TSF meldeten jetzt ganzjährig einen höheren Bedarf. Und der FC Welzheim würde während der Wintermonate eigentlich auch Hallenflächen benötigen, was in der Planung aber nicht berücksichtigt ist.

Niko Kappel (CDU): "Wir haben wenig in die Hallen investiert bislang"

Für Alexandra Veit (SPD) war es „allerhöchste Eisenbahn“, dass die Verwaltung da mal draufgeschaut hat. „Ich würde mir wünschen, dass wir das möglichst bald angehen.“ Wobei es zu bedenken gelte, dass ja nicht nur Kosten für den Neubau, sondern auch für die Sanierungen der bestehenden Hallen anstünden.

„Wir haben wenig in die Hallen investiert bislang. Da kommt ein ordentlicher Batzen auf uns zu, der aber legitim ist“, meinte Niko Kappel (CDU), der zugleich bedauerte, dass die Bedarfe der Fußballer nicht berücksichtigt wurden.

Friedrich Mayle (Freie Wähler) war es, der sich als Erster für eine Erweiterung der geplanten Fläche aussprach, denn „ein bisschen Spielraum für Gestaltung brauchen wir.“ Zwei Flächeneinheiten, sprich 800 Quadratmeter, seien dafür aus seiner Sicht unbedingt nötig.

„Wir sollten nicht zu kleinteilig denken“, meinte Dieter Hinderer (CDU), Mayles Position unterstützend. Ein möglicher Bedarf in der Zukunft sollte in der Planung berücksichtigt werden.

Einstimmiger Beschluss

Auch Philip Köngeter plädierte für diese Größe, sprach sich aber dagegen aus, dass die Hohly-Halle nicht mehr für den Schulsport genutzt werden soll. „Das sollte eine Mehrzweckhalle bleiben.“ Bereits jetzt seien dort sämtliche Ballsportarten ausgeschlossen, entgegnete Bernlöhr. „Wir würden sie deshalb konzeptionell vorrangig als Veranstaltungshalle ansehen.“

Am Ende entschied sich das Gremium aber einstimmig für eine Planung mit 968 Quadratmetern. So wäre auch der Bedarf für den Handballsport gleich mitberücksichtigt. Außerdem soll eine Kombination mit dem geplanten Sportvereinszentrum geprüft werden.


Geschätzte Kosten

Konkrete Zahlen liegen bei diesem Stand der Planung zwar noch nicht vor, eine Zahl fiel in der Sitzung dann aber doch. Für einen Hallenneubau dieser Größe rechnet die Stadt mit Kosten von rund 3,3 Millionen Euro.

Es bestehen Fördermöglichkeiten, die es aber noch zu prüfen gilt.

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