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Welzheim Neues Theaterprojekt des Limes-Gymnasiums

Video: Schüler proben in der Eugen-Hohly-Halle das Theaterstück Penthesilea.

Welzheim. Nach zweijähriger Pause ist es nun wieder soweit: Das Limes-Gymnasium geht mit dem neuen Theaterprojekt unter dem Arbeitstitel „Krieg der Amazonen“ an die Öffentlichkeit. 44 Schülerinnen und Schüler aller Klassenstufen bringen in der Eugen-Hohly-Halle das umgeschriebene Theaterstück Penthesilea auf die Bühne. Aus einem tragischen Stück wurde so ein Lustspiel. Man darf gespannt sein.

Gespenstische Ruhe in der Eugen-Hohly-Halle. Auf dem Boden der Halle sind zahlreiche Requisiten verteilt. Die Bühne steht voll. Dazwischen scheint jemand zu sein. Kunstlehrer Peter Haury schiebt zusammen mit zwei Schülerinnen Requisiten über die Bühne. Die Vorbereitungen für ein großes Erlebnis und Ereignis nähern sich dem Höhepunkt. Nach und nach kommen mehr Schüler in die Halle. Wem gehört was? Es gibt viel zu besprechen und abzuklären. Und für die Zeitungsfotografin soll noch schnell ein Bild auf der Bühne gestellt werden. „Das klären wir später“, versucht Peter Haury Ruhe in den Bienenschwarm zu bringen. Es gelingt ihm, wie fast immer.

Keine Probewoche mehr im Schullandheim Mönchhof

Der Verlauf der Proben ist neu: „Nachdem sich die entscheidenden Endproben während des laufenden Unterrichtsbetriebs über die letzten 16 Jahre hinweg als zu aufreibend und nicht genügend effektiv erwiesen haben, ist es das Ergebnis der zweijährigen Besinnungspause, dass ich mit den Darsteller/innen auf die Probenwoche im Schullandheim Mönchhof verzichtet habe, obwohl sie immer ein pädagogisches und künstlerisches Highlight war“, erklärt Peter Haury die neue Situation. Dieses Gemeinschaftserlebnis habe er geopfert und das Kollegium dafür gewonnen, stattdessen die gewohnte mehrtägige Unterrichtsstörung in der Woche des Halbjahreswechsels unmittelbar vor den Aufführungen mitzutragen.

Die Einzelproben mit Teil-Ensembles und Bühnenbildwerkstatt-Tage hat der Leiter des Theaterprojekts dafür ganz auf Wochenenden im Herbst und zwischen den Jahren, in die Ferien und auf Nachmittage nach dem Unterricht sowie in etliche Unterrichtsstunden mit ganzen Klassen und Kursen gelegt.

Leitung von Peter Haury

Die tragische Vorlage von Heinrich von Kleist wurde durch Verdrehung an entscheidenden Stellen zu einem Lustspiel umgeschrieben. Den müden Griechen, die seit vielen Jahren erfolglos Troja belagern, widerfährt an einer unübersichtlichen Nebenfront in den Wäldern des Flusses Skamandros ein Angriff von wilden Frauen, den sie zunächst in keiner Weise begreifen. Erst langsam lüftet sich das Geheimnis um die Ursache dieser unerbittlichen Attacke.

Doch auch das kriegerische Frauenvolk hat mit unerwarteten Irritationen durch seine Anführerin zu kämpfen. Ein gefangener Grieche fragt sich: „War je ein Traum so bunt, als was uns hier wahrhaftiglich begegnet?“

Unter der Leitung von Peter Haury setzt die Vorführung auch einen Schwerpunkt auf Bühnenbild, Kostüme und Requisiten, an denen die Schüler bereits seit Oktober im Unterricht, an Wochenenden und in den Ferien gemalt und gebastelt haben.

Ausgangspunkt und Hintergrund des Stückes bleiben

„Zum Stück lässt sich vielleicht noch verraten, dass die Kleist'sche Tragik und besinnungslose Wut der Amazonenkönigin, bei uns durch Weitsicht und Klugheit ersetzt, zum Erfolg führt, anstatt zum Tode aller Beteiligten“, verrät der Kunstlehrer auf Nachfrage. Dennoch bleibe der Ausgangspunkt und Hintergrund des Stückes eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen den Geschlechtern, in die die Wirren der Herzen hineinfunken. Der Erfolg stelle sich nicht auf direktem Wege ein; das Kriegsglück wende sich wie bei Kleist mehrfach überraschend.

Die Fremdheit zwischen einem Volk von Frauen, das seit Generationen ohne Männer lebt, und einem Griechenvolk, das seine Frauen daheim, weit weg von der jahrzehntelang eingefrorenen Front, wie Besitzstücke ins Haus gefesselt hat, bleibe wichtiges Thema. Eine möglicherweise überspitzte, antike Welt. „Aber gibt es nicht auch Aspekte unseres modernen Alltags, die an diese Polarität erinnern? Jedoch werden auch zarte Ansätze der Überwindung dieser Gegensätze spürbar“, so Peter Haury abschließend.

Termine und Karten

Aufführungstermine sind am Freitag, 3. Februar, um 19 Uhr und am Samstag, 4. Februar, um 19 Uhr; Einlass in die Eugen-Hohly-Halle ist bereits ab 18.30 Uhr.

Karten zu fünf Euro (drei Euro ermäßigt) gibt es im Vorverkauf in der Limes-Buchhandlung und den Welzheimer Banken.

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