Welzheim Viadukt Laufenmühle: Kosten bleiben im Rahmen

Oktober 2018: Der Dampfzug fährt erstmals über das frisch sanierte Viadukt Laufenmühle. Foto: Klaus Fader

Welzheim-Laufenmühle. Während manche Großprojekte in Stuttgart oder Berlin finanziell aus dem Ruder laufen, sieht es beim lokalen Projekt wie der Sanierung des Viadukts Laufenmühle besser aus. Auch wenn noch nicht alle Rechnungen vorliegen, kann der Beigeordnete der Stadt und Geschäftsführer der Schwäbischen Waldbahn, Reinhold Kasian, eine Erfolgsmeldung verkünden: „Der Kostenrahmen wird eingehalten.“

Das ist bei Sanierungsprojekten nicht selbstverständlich. Ob bei alten Häusern oder bei alten Brücken: Der Teufel steckt im Detail, oftmals steigen die Kosten, weil während der Bauarbeiten neue Probleme auftauchen und zu lösen sind, die in der Regel Geld kosten.

Es bleibt also bei 2,2 Millionen Euro. Dabei waren in den Vorjahren noch ganz andere Zahlen im Raum gestanden. Die Kosten waren ursprünglich für eine reine Betonsanierung auf 3,5 Millionen Euro förmlich explodiert. Doch zusammen mit dem Karlsruher Institut für Technologie wurde an dem 160 Meter langen Viadukt Laufenmühle ein Pilotprojekt erfolgreich umgesetzt. „Wir sind stolz darauf, das ist beispielgebend“, freut sich Reinhold Kasian.

Ein Fahrverbot der Bahn konnte vermieden werden

Eine erste Sanierungsplanung sah eine ergänzende, 30 bis 50 Zentimeter starke Betonvorsatzschale unterhalb der Bögen vor, verbunden mit einem Fahrverbot, das bei der alternativen Sanierungsmethode nicht erforderlich war. Durch den flächigen Einsatz von Bauradar konnten geschädigte und ungeschädigte Bogenbereiche in einer Karte festgehalten und gezielt Materialproben genommen werden. Die Schadstellen konnten so mit einer Spezialbetonmischung verbessert werden. Mit Bauradar wurde die erfolgreiche Sanierung dokumentiert. Vorteil dieses Pilotprojekts ist nicht nur eine deutliche Kostenreduzierung um rund 1,5 Millionen Euro. Hinzu kommt auch, dass das äußere Erscheinungsbild des Baudenkmals weitgehend unverändert bleibt.

Mit der Sanierung wurde im April 2017 begonnen. Im Oktober 2018 konnten die Arbeiten abgeschlossen werden. An der Stadt bleiben rund 1,1 Millionen Euro hängen, die andere Hälfte konnte über Zuschüsse vom Bund, Land Baden-Württemberg und Landkreis abgedeckt werden.

„Der Mut, weiteres Geld in die Hand zu nehmen und ein schon bestehendes Instandsetzungskonzept zu überdenken und zu ändern, hat sich gelohnt“, stellt Reinhold Kasian dazu fest. In diesem Zusammenhang verweist der Geschäftsführer der Schwäbischen Waldbahn auf eine bevorstehende Fachtagung am Freitag, 8. Februar, mit dem Thema „Erhaltung, Instandsetzung und Ertüchtigung historischer Eisenbahnbrücken“, bei der das Viadukt Laufenmühle als beispielhaft vorgestellt wird. Der Verein „Erhalten historischer Bauwerke“ aus Karlsruhe richtet die Fachtagung in Neuhausen auf den Fildern aus. Kooperationspartner sind das Landesamt für Denkmalspflege im Regierungspräsidium Stuttgart und der Fraunhofer IRB Verlag. Die Fachtagung richtet sich an Verwaltungsfachleute, Gutachter, Planer und ausführende Firmen. Bogenbrücken aus Mauerwerk und aus unbewehrtem Beton sind insbesondere als Eisenbahnbrücken weit verbreitet. Sie gelten als orts- und landschaftsprägende historische Bauwerke. Die Fachleute, die bei der Tagung referieren, kennen auch die problematischen Seiten der oft weiterhin sichtbaren Bauwerke. Solche Bauten sind der Witterung fast vollkommen ungeschützt ausgesetzt und es kommt unweigerlich zu Stein- und Mörtelerosion.


Info

Informationen zur Fachtagung und Anmeldung übers Internet unter: www.erhalten-historischer-bauwerke.de

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