Welzheim Zwei neue Fahrzeuge für die Feuerwehr

Die Welzheimer Feuerwehr bei der Alarmübung der Feuerwehren im Welzheimer Wald im Juli 2018 am Limeshof in Welzheim. In der Einrichtung der Nikolauspflege Stuttgart mussten alle Bewohner, die vorher nichts davon wussten, gerettet werden. „Disconebel“ sorgte für eine realistische Übungssituation. Foto: Markus Metzger

Welzheim. Kameradschaft und Einsatzbereitschaft sind wichtige Säulen der Feuerwehr. Beides wird in Welzheim gefördert und gepflegt. Im neuen Jahr können sich die Feuerwehrmänner und -frauen auf zwei neue Fahrzeuge freuen. Angeschafft wird ein Fahrzeug vom Typ HLF 20 als Ersatz für das alte Tanklöschfahrzeug sowie ein neuer Kommandowagen. Die Fahrzeuge werden voraussichtlich im Mai ausgeliefert.

Am Ende des 156. Jahres seit Bestehen der Freiwillligen Feuerwehr Welzheim war auch wieder Bürgermeister Thomas Bernlöhr am Freitagabend zur Hauptversammlung in den Saal des Gasthofes Lamm gekommen. Das Augenmerk der Stadt und der Feuerwehrleitung richtet sich auf die Einsatzbereitschaft am Tag. Rund die Hälfte der Einsätze sind tagsüber, ausgerechnet dann, wenn viele Mitglieder auswärts zur Arbeit sind. Aktuell sieht Bernlöhr zwar keine rote Warnlampe aufleuchten, er hält es aber für wichtig, die Entwicklung im Auge zu behalten: „Wir tun als Träger, was machbar ist, um die Basis breit und stabil zu halten.“ Bei der Einstellung von Personal bei der Stadtverwaltung würden Mitglieder der Feuerwehr vorrangig berücksichtigt. Anderseits könne dies nicht das einzige Kriterium für eine Einstellung sein. Der Bürgermeister lobte die zielgerichtete und professionelle Führung der Wehr.

Die erste größere Aktion der Feuerwehr im ablaufenden Jahr war das Umräumen des Lagers. Fast alles im Lager konnte nun in Boxen und auf Paletten gelagert werden. Parallel dazu arbeitet die Feuerwehrführung dauerhaft daran, die Abläufe zu verbessern. Umgesetzt wurden 2018 Erkenntnisse aus dem Bedarfsplan, um die Hilfsfristen zu verkürzen. Konkret bedeutet das: Bei einer größeren Alarmierung im Stadtteil Obersteinenberg wird automatisch auch die Abteilung Steinenberg der Feuerwehr Rudersberg verständigt. Bei den Welzheimer Stadtteilen im Norden wird automatisch die Feuerwehr in Kaisersbach zusätzlich alarmiert.

Die Zusammenarbeit der Wehren wird einmal im Jahr bei einer großen Alarmübung trainiert. Übungsobjekt war am 13. Juli der Limeshof in Welzheim. Dabei handelt es sich um eine Einrichtung der Nikolauspflege Stuttgart, die sich um sehbehinderte Menschen kümmert. Bei der Alarmübung mussten alle Bewohner, die vorher nicht informiert worden waren, gerettet werden. Das Gebäude war zunächst mit Disconebel „verraucht“ worden. Dann wurde die Brandmeldeanlage ausgelöst. Rund 60 Feuerwehrkräfte aus Alfdorf, Althütte, Kaisersbach und Welzheim waren zu der Großübung ausgerückt.

Bessere Zusammenarbeit in der Führungsgruppe

Verbessert wurde in diesem Jahr auch die Zusammenarbeit der Führungsgruppe Welzheimer Wald. Sie besteht nach den Worten des Kommandanten Andreas Schneider aus rund 15 Mitgliedern der Feuerwehren Alfdorf, Kaisersbach und Welzheim sowie aus Mitgliedern des Deutschen Roten Kreuzes. Abgestimmt wurde bei einer Besprechung mit dem Kreisbrandmeister René Wauro die Alarmierung der Führungsgruppe. Seit vorletzter Woche sind die Funkmeldeempfänger der Mitglieder der Führungsgruppe bei der Leitstelle in Waiblingen entsprechend aufgeschaltet. Bei einer Alarmierung der Stufe 3 werden auch die Mitglieder der Führungsgruppe verständigt.

Kommandant Andreas Schneider nannte in der Hauptversammlung dazu ein Beispiel: In Welzheim wird der Brand eines Bauernhofes gemeldet. Wie bisher wird die Welzheimer Feuerwehr mit Vollalarm verständigt. Zusätzlich werden die Mitglieder der Führungsgruppe alarmiert. Bei diesem Beispiel fahren dann die verfügbaren Mitglieder dieses Leitungsgremiums aus Alfdorf und Kaisersbach zusätzlich an und richten zusammen mit den freien Mitgliedern der Welzheimer Führungsgruppe eine Gesamtleitung ein und unterstützen so den örtlichen Einsatzleiter.

86 Einsätze im laufenden Jahr

Im ablaufenden Jahr hatte die Feuerwehr insgesamt 86 Einsätze zu bewältigen, davon 73 Alarmeinsätze. Der Rest waren elf Brandsicherungswachen und Straßensperrungen beim Triathlon und den Limesläufen. Das Spektrum reicht vom Gasaustritt, über den Kaminbrand bis zu zwei großen Bränden. Zweimal waren Menschen in Fahrstühlen eingeschlossen. Elfmal hatten Brandmeldeanlagen versehentlich ausgelöst. Zugenommen haben die Starkregen- und Sturmereignisse mit 18 Einsätzen. „Der Klimawandel kommt auch bei der Feuerwehr und auf dem Wald an“, kommentierte der Bürgermeister diese Zahlen.


Personalien

Thomas Kramer hat in die Altersabteilung gewechselt. Mehr als vier Jahrzehnte hat er den aktiven Feuerwehrdienst ausgeübt und Verantwortung übernommen. Ab 1992 war er Gruppenführer, Ende 1995 wurde Kramer zum stellvertretenden Kommandanten gewählt und hat zusammen mit Konrad Back bis zum Jahr 2000 die Feuerwehr geleitet.

Danach war der Oberbrandmeister weitere zehn Jahre in der Wehr als Zugführer tätig.

Von 2010 bis 2015 führte Thomas Kramer die Freiwillige Feuerwehr als Kommandant.

Mehr als 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst hat auch Dietmar Wohlfahrt hinter sich. Er wurde in der Hauptversammlung noch vor dem Wechsel in die Altersabteilung zum Hauptlöschmeister befördert.

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