„Wie eine zweite Winterpause“ VfB-Stürmer Mario Gomez über den Corona-Shutdown

Mario Gomez hält sich während der Corona-Pause im Profifußball auch mit seinem Hund fit. Foto: ZVW/Danny Galm

Stuttgart.
Sein Kopfballtreffer gegen Arminia Bielefeld war das vielleicht letzte Tor in dieser Zweitliga-Saison vor Zuschauern. Nach einer präzisen Flanke von Nicolas Gonazelz entwischte Mario Gomez seinem Bewacher und köpfte den VfB Stuttgart zum zwischenzeitlichen 1:0 im Spitzenspiel gegen die Ostwestfalen (Endstand 1:1). Jetzt, rund zweieinhalb Wochen später, erscheinen die Bilder der jubelnden Massen in der mit 54.302 Zuschauern besetzten Mercedes-Benz-Arena wie Szenen aus einer anderen Zeit. 

Intervalläufe mit dem Familienhund

Die Coronavirus-Pandemie hat das gesellschaftliche Leben in Deutschland und in weiten Teilen der Welt auf ein Minimum reduziert. Auch vor dem Fußball macht das neuartige Virus nicht halt. Der Spielbetrieb in der Liga ist ausgesetzt und in Baden-Württemberg ist der Betrieb aller Sportanlagen bis zum 15. Juni behördlich verboten. Aktuell kann kein Zeitpunkt für eine Rückkehr auf den Trainingsplatz genannt werden, weshalb sich die Stuttgarter Profis zuhause mit individuellen Trainingsplänen fit halten.

In einem auf der Vereinshomepage veröffentlichten Interview hat VfB-Angreifer Gomez nun einen Einblick in seine Zeit im „Home-Office“ gegeben. Lauftraining, Stabilisations-Übungen und Krafttraining bestimmen den Trainingsalltag. „Beim individuellen Training fehlen die fußballspezifischen Übungen wie zum Beispiel die Zweikämpfe“, sagt Gomez, „deshalb fühlt es sich im Moment ein bisschen so an wie eine zweite Winterpause, in der man versucht, sich im Ausdauerbereich fit zu halten.“ In seine täglichen Trainingseinheiten wird auch der Familienhund integriert: „Am Dienstag standen Intervallläufe auf dem Programm, das fand mein Hund eher weniger lustig.“   

Droht Gomez ein unwürdiges Karriereende?

Wann und wie wieder normal trainiert und gespielt werden kann, ist noch unklar. Nach der Empfehlung für eine verlängerte Aussetzung des Spielbetriebs in der 1. und 2. Bundesliga hofft die Deutsche Fußball Liga nach Informationen der Bild-Zeitung auf eine Wiederaufnahme Mitte Mai. Bis zum 30. Juni solle die Saison dann mit Geisterspielen zu Ende gebracht werden. Für Mario Gomez wäre es ein unwürdiges Ende einer langen und erfolgreichen Profikarriere. Sein Vertrag in Stuttgart läuft nach der Saison aus. Eine Vertragsverlängerung oder ein Vereinswechsel erscheinen unwahrscheinlich. Gomez’ Berater Uli Ferber sagte angesprochen auf die Zukunft seines Mandanten gegenüber der Bild: „Die Gesundheit steht über allem. In der jetzigen Situation gibt es viel Wichtigeres, als sich über diese Themen zu unterhalten.“

Der aktuellen Situation versucht der ehemalige Nationalspieler allen Widrigkeiten zum Trotz auch etwas Positives abzugewinnen. So genießt der 34-Jährige die gemeinsame Zeit mit Frau Carina und Sohn Levi (1): „Ich hatte natürlich noch nie so viel Zeit mit meinem Sohn zu Hause. Er ist in einem Alter, in dem er viele neue Dinge lernt. Es ist ein tolles Gefühl, das alles jetzt so intensiv und hautnah mitzuerleben.“ Aber auch Gomez sehnt sich nach einer baldigen Rückkehr zur Normalität: „Das Einzige was mir außer dem Fußball wirklich fehlt und das spürt man auch von Tag zu Tag mehr ist: die Familie und die Freunde zu treffen und einfach wieder das ganz normale Leben zu leben.“ 

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