Wilhelma Stuttgart Gepardenzucht: Mit zwei Gehegen soll es klappen

Die Geparden-Brüder Zawadi (links) und Haraka sind anderthalb Jahre alt. Foto: Wilhelma Stuttgart

Stuttgart. Geparden galten lange Zeit als unzüchtbar und sind in freier Natur immer stärker bedroht. Die Wilhelma Stuttgart will nun die Zucht der eleganten Raubkatzen in Angriff nehmen. Zwei neue Männchen sind bereits zum Jahresende 2019 eingetroffen. 

Nur nicht zusammen leben lassen

Das Brüderpaar aus Frankreich darf sich aber erst jetzt, nach Ablauf der Quarantänezeit, im Außengehege dem Publikum präsentieren. Das passende Weibchen für die Zucht wird allerdings erst noch gesucht. Einziehen dürfte die potentielle Herzdame ohnehin erst, wenn die Umbaumaßnahmen für die Zucht abgeschlossen sind. Denn hier steckt das Detail für den Erfolg des Zuchtprogramms. Geparden galten in Zoos generell lange Zeit als unzüchtbar. „Heute weiß man, dass die Katze und der Kater getrennt zu halten sind, damit sie sich nicht verschwistern und das Interesse aneinander nicht verlieren“, sagt Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin. Sprich: Getrennte Wohnungen sorgen beim Geparden für die nötige Leidenschaft. 

Seit fast 40 Jahren Geparden in der Wilhelma

Geparden hält der Zoologisch-Botanische Garten fast auf den Tag genau seit 40 Jahren, als Kater „Marco“ aus Pretoria in Südafrika im Februar 1980 den Anfang machte. Doch zu Nachwuchs war es trotz wechselnder Besetzung nie gekommen. 2019 waren mit einem halben Jahr Abstand die beiden alten Wilhelma-Geparden Twist und Tana mit 14 beziehungsweise 16,5 Jahren gestorben. Das Geparden-Gehege wurde danach renoviert. Dieses Gehege konnten die anderthalbjährigen Haraka und Zawadi aus dem Zoo La Boissière du Doré bei Nantes am Dienstag in Besitz nehmen.

Zwei Standorte für eine Tierart

Bei der Suche nach dem zweiten benötigten Standort fiel die Wahl auf das ehemalige Eisbärengehege. Seit dem Tod der mit 28 Jahren hochbetagten Eisbärin Corinna 2018 gab es intensive Planspiele zu der künftigen Nutzung dieses Ortes.   „Manche Gäste wird es überraschen, dass wir eine Tierart an zwei Stellen in der Wilhelma halten“, so der Direktor, „aber wenn die Zucht die Chance eröffnet, diese schützenswerte Art am Leben zu erhalten, sollten sie sich überzeugen lassen. Der Wechsel vom Eisbären als größtem Landraubtier zum schnellsten Landraubtier der Welt kann durchaus attraktiv sein.“

Der rasante Gepard droht den Wettlauf mit der Ausrottung zu verlieren. Im Konflikt zwischen Mensch und Raubkatze um gemeinsame Lebensräume zieht er den Kürzeren. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist sein Bestand um mehr als 85 Prozent auf schätzungsweise 6700 Tiere gesunken und beträgt somit nur etwa ein Drittel der Zahl der ebenfalls gefährdeten Eisbären.

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