Wilhelma Stuttgart Krebskranke Nashorn-Dame Sani gestorben

Stuttgart-Wilhelma. Die 26-jährige Panzernashorndame Sani ist verstorben. Sie litt seit einiger Zeit an einer Krebserkrankung, die zuletzt auch auf lebenswichtige Organe übergegriffen hatte, teilte der  Zoologisch-Botanischen Garten Wilhelma am Dienstag mit. Das Nashorn war 1993 als Kalb in die Wilhelma gekommen. 

„Sani war für viele eine Weggefährtin über ein Vierteljahrhundert, für die Beschäftigten wie auch die Gäste der Wilhelma",  sagte der Direktor des Zoologisch-Botanischen Gartens in Stuttgart, Dr. Thomas Kölpin. Die Tierärzte hatten der Patientin mit medizinischen Mitteln die Lebensqualität erhalten, solange es ging. Gemeinsam mit den Pflegerinnen und Pflegern, die Sani täglich betreuten, kamen sie nun aber überein, das zusehends abgemagerte Tier in Würde gehen zu lassen und von dem Leiden im Endstadium zu erlösen.

In Bonn soll das Tier in der größten Naturkundesammlungen Deutschlands für die Wissenschaft und die Öffentlichkeit der Nachwelt erhalten, das Forschungsmuseum Koenig bereitet das Skelett auf.

Als Staatsgeschenk des damaligen Königreichs Nepal war das im Chitwan-Nationalpark geborene Kalb zum Amtsantritt von Ann-Katrin Bauknecht als Honorarkonsulin in Südwestdeutschland 1993 in die Wilhelma gekommen. Einige Jahre später wurde Sani eines der Gründungsmitglieder des Erhaltungszuchtprogramms der europäischen Zoos für Panzernashörner.

Nashörner gibt es in der Wilhelma seit 1968. Das jüngste Zuchtpaar Bruno und Sani hat zusammen sechs Jungtiere bekommen. Sie sind mit Zoos in Spanien, Portugal, Polen, Schottland, Türkei und den Niederlanden in ganz Europa zu Hause und haben Bruno und Sani bereits zu mehrfachen Großeltern gemacht. Alle tragen das Initial der Mutter im Namen: die Söhne Sahib und Samir genauso wie die Töchter Sarasvati, Shiva, Shikari und sowie der jüngste Spross Savita. Der ist auf Empfehlung des Zuchtkoordinators im Oktober 2016 an den Zoo in Lissabon zu einem jungen Bullen einer seinerseits seltenen Blutlinie vermittelt worden.

Diese asiatische Nashornart war nach Angaben der Wilhelma einst von Pakistan bis Südchina verbreitet. Heute gebe es nur noch weniger als 3000 Tiere am Fuße des Himalayas und in getrennten Rückzugsgebieten der indischen Bundesstaaten Westbengalen und Assam. Zwei Drittel der verbliebenen Panzernashörner lebten im Kaziranga-Nationalpark im Nordosten des Subkontinents. Die Wilhelma unterstützt dort das Schutzprojekt der Organisation „Save the Rhino“. 

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