Winnenden 18 neue Wohnungen in neun Monaten

An den Spaten von links: Bauleiter Klaus Wieland, Projektleiter Jörg Albrecht, BGW-Geschäftsführer Michael Rieger, der Geschäftsführer von Nusser Systembau, Jörg Nusser, BGW-Vorstand Jürgen Schneider und im Bagger Tiefbauer Michael Buck. Foto: Ralph Steinemann Pressefoto

Winnenden. Noch ist die Fläche an der Elisabeth-Selbert-Straße, genannt Lange Weiden, unbebaut. Doch schon im nächsten Sommer sollen dort zwei Mehrfamilienhäuser mit jeweils neun Wohnungen stehen. Das Projekt entsteht in Kooperation der Firma Nusser und der Baugenossenschaft Winnenden.

„Das Grundstück ist schon lange im Besitz der Familie Nusser“, sagte Jörg Nusser, Geschäftsführer von Nusser Systembau. „Ursprünglich war es angedacht, erst zu bauen, wenn Baufirmen Ausschau nach Arbeit halten. Da es gut lief, haben wir gewartet. Jetzt steht das Thema mangelnder Wohnraum im Blickpunkt und wir haben uns entschieden, dass wir etwas tun sollten“, führte er fort.

Das Besondere an den beiden Häusern: Sie werden zu großen Teilen aus Holz gebaut. Die Bauteile produziert Nusser Systembau in seinem Werk im sächsischen Hohendubrau-Dauban.

Hohe Tragfähigkeit durch massive Konstruktion und Verleimung

„Die Wände bestehen aus einem Holzfachwerk, das mit Mineralwolle gefüllt und mit Gipsfaserplatten beplankt ist. Die Tragkraft kommt durch die in der Wand verbauten senkrechten Holzständer zusammen“, erklärte Jörg Nusser. Selbst die Geschossdecken sind aus Holz. Sogenannte Brettstapeldecken kommen zum Einsatz, bei der hochkant stehende Bretter nebeneinander verlegt werden. „Durch die massive Konstruktion und die Verleimung der Holzbalken entsteht eine ausreichende Tragfähigkeit“, so Nusser. „Wir verwenden heimische Hölzer. Fichten und Tannen“, sagte Bauleiter Klaus Wieland. „Gegenüber dem Beton ist Holz einfach energetisch vorteilhafter. Beton hat in seiner Entstehung einen sehr hohen CO2-Anteil“, erklärte Jörg Albrecht, Projektleiter der BGW. Die Holzbauweise sei für die BGW auch in Zukunft interessant, zumal es preislich keine Unterschiede gebe. „Kellerräume, das Treppenhaus und der Aufzugschacht sind aus Beton. Das hat vor allem Brandschutzgründe“, sagte er.

Jeweils zwei Zwei-Zimmer-Wohnungen und sieben Drei-Zimmer-Wohnungen

Pro Haus entstehen jeweils zwei Zweizimmerwohnungen und sieben Dreizimmerwohnungen mit 60 bis 80 Quadratmetern Fläche. Die Dachgeschosswohnungen sind mit 90 Quadratmetern etwas größer. Ein Haus gehört der Baugenossenschaft, eines der Familie Nusser. Die Mieten orientieren sich am qualifizierten Mietspiegel. „Wobei ich sagen muss, dass wir als Referenz den oberen Bereich des Mietspiegels verwenden. Im Schnitt rechne ich mit einem Quadratmeterpreis von circa elf Euro“, sagte Michael Rieger, Geschäftsführer der BGW. Eine Tiefgarage gibt es nicht, Parkplätze entstehen oberirdisch. „Mit einer Tiefgarage wäre unsere ganze Kalkulation kaputt“, sagte Rieger. „Ein Tiefgaragenplatz kostet etwa 28 000 Euro.“ Kurz nachdem der Bagger seine mächtige Schaufel in die Erde des Baugebiets Lange Weiden gegraben hatte, tauchte plötzlich ein Hund auf. Er schlich um einen Korb, gefüllt mit Brezeln und Getränken, hob sein Bein und pinkelte hinein. „Ein feuchter Beginn für das Baugebiet“, sagte Jörg Albrecht und lachte.

Bereits jetzt vormerken lassen

Wer an einer der Wohnungen interessiert ist, kann sich bereits jetzt vormerken lassen. Im Sommer 2020 sollen die zwei Häuser fertig sein. „Ausschlaggebend für uns waren der gute Standort und die schnelle Bauweise. Wir hoffen dadurch auf eine Entspannung auf dem Mietmarkt“, sagte BGW-Vorstand Jürgen Schneider.

  • Bewertung
    2

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!