Winnenden 40 000 Bienen auf dem Rathausdach

Wie geht’s dem Bienenvolk auf dem Rathausdach? Imkerin Astrid Loff schaut nach. Foto: Emely Rehberger

Winnenden. Über dem Rathausdach schwebt ein konstanter honigsüßer Ton: Tausende von Bienen summen, während sie um ihre vier Bienenkästen schwirren. Die Stadtbienen sind startklar, heben ab zum Flug, aber im Moment bringen sie nur wenig Honig heim, was der Imkerin vom Rathausdach ein bisschen Sorgen macht.

Kann es an den kalten Tagen liegen? „Nein. Die Kälte macht ihnen nichts. Sie kuscheln sich zusammen und bleiben munter“, sagt Dr. Astrid Loff, die vier Bienenvölker mit je ungefähr zehntausend Bienen auf das Dach des Rathauses gestellt hat. Bienen sind ein Beitrag zum Artenvielfalt-Projekt der Stadt Winnenden, das Umweltreferent Jürgen Kromer betreibt. Beim Honigsammeln tragen Bienen Blütenstaub weiter und helfen damit Pflanzen, sich zu vermehren. Die Stadtbienen haben ihr Gesundheits- und Wanderzeugnis vom Landratsamt bekommen und deshalb durften sie von Burgstall und Nellmersbach nach Winnenden umgesiedelt werden. Astrid Loff kontrolliert die Bienen auf dem Dach regelmäßig, ob sie eine Weiselzelle bilden und damit die Gründung eines neuen Bienenvolks vorbereiten. Entweder müsste sie dann bei der Gründung helfen mit einem weiteren Bienenkasten oder die Weiselzelle zerstören. Aber das ist im Moment nicht akut.

Irritiert ein permanenter Luftzug auf dem Dach die Stadtbienen?

Das Problem der städtischen Überflieger ist im Moment, dass sie nicht so recht zum Honig und zu den Blüten finden. Liegt es an den Mobilfunkmasten auf dem Rathausdach? Stören die Funkwellen den Bienenflug? Kann sein, muss aber nicht sein, sagt die Imkerin. „Das müssten wir ein Jahr lang beobachten.“ Kann der permanente Luftzug oben auf dem Rathausdach die Bienen irritieren? Möglich. Fehlen Blüten in Rathausnähe? Auch das ist möglich. Loff überlegt, ob sie zwei der vier Bienenvölker umsiedelt an die alte Stadtmauer bei der Höfener Straße, wo Blüten in nächster Nähe stehen. „Das wäre auch noch in der Stadt“, meint OB Holzwarth.

Bürger sollten nur blitzsaubere alte Honiggläser in den Container werfen

Jedenfalls seien die Bienen gesund, sagt die Imkerin, und sie hofft, dass sie auch gesund bleiben. Bürger können dazu beitragen, indem sie vorsichtig mit Honiggläsern aus dem Supermarkt umgehen. „Was man auf keinen Fall tun sollte: alte Honiggläser in den Container werfen, wenn sie nicht blitzsauber sind“, sagt Astrid Loff. Der meiste Supermarkthonig komme aus dem Ausland und werde nicht auf Bienenpest kontrolliert, weil die dem Menschen nicht schadet. Wenn die einheimischen Bienen von kleinsten infizierten Honigresten angelockt werden und sie im Altglascontainer aufsaugen, haben die die Pest. Dann darf in fünf Kilometer Umkreis keine Biene mehr fliegen und die infizierten Völker müssen mit Schwefeldioxid vernichtet werden.

Was können Bürger sonst tun? Wer einen Garten hat, der soll ein Stück wild lassen. „Alles was blüht, ist gut für die Bienen. Das Tollste sind blühende Bäume“, sagt Loff.

  • Bewertung
    5

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!