Winnenden 8,7 Millionen für Schul-Digitalisierung

Das Georg-Büchner-Gymnasium hat sich mit Endgeräten selbst ausgestattet - nun bekommt es dafür eine bessere EDV-Verkabelung. Foto: Schneider/ZVW

Winnenden. Die Stadt will jährlich zwei ihrer 13 Schulen mit neuen Telefon- und Internetleitungen ausstatten. Das wird bis 2025 dauern und schätzungsweise 7,5 Millionen Euro kosten. Dazu kommen Ausgaben für PCs, Laptops oder Tablets in Höhe von 1,2 Millionen Euro. Der Gemeinderat hat dies einstimmig beschlossen. Und auch, dass es im Juli 2019 mit der digitalen Vorreiterschule, dem Georg-Büchner-Gymnasium, losgehen wird.

Gerade diese Schule hat etliche Baustellen hinter sich – falls ein Feuer ausbricht, ist sie nun top gerüstet. Doch nun geht’s um eine neue Firewall, eine „Brandmauer“ und damit einen Virenschutz für die Computer der Schule – unter anderem: Nächstes Jahr kommen also wieder Handwerker, reißen Wände in jedem Raum auf, verlegen moderne Glasfaserkabel und WLAN-System und schließen neue Server, PCs, Drucker und Telefone an. Es folgen neue Whiteboard-Tafelsysteme, auf denen Videos und Fotos gezeigt werden können. Auch ein Lautsprechersystem und interaktive Beamer gehören zum digitalen Aufrüstungspaket. Das Ingenieurbüro Gräßle und Heinzelmann hat alle erforderlichen Maßnahmen in einer Entwurfsplanung vorgelegt und sowohl die Kosten als auch den Zeitbedarf errechnet: Von Juli 2019 bis Dezember 2020 wird daran gearbeitet, was voraussichtlich knapp zwei Millionen Euro kosten wird.

Die beiden Gymnasien sind am aufwendigsten

Das Georg-Büchner-Gymnasium ist als Erstes an der Reihe, weil es am aufwendigsten sei. Das Lessing-Gymnasium auch, muss aber ohnehin komplett saniert werden und wird bei der Gelegenheit digital zukunftsfähig gemacht. Ähnlich wird die Stadt mit der Kastenschule verfahren, die demnächst zur Ganztagsgrundschule umgebaut und erweitert wird. Grundschulen, die eine Sicherheitsausstattung bekommen, werden ebenfalls zeitgleich neu verkabelt.

Die Planung wird auf die Schule und ihre Bedürfnisse zugeschnitten, aktuelle rechtliche Vorschriften, Normen und Standards, Bildungspläne und Multimedia-Empfehlungen beachtet. Zwei Schulvernetzungsprojekte im Jahr seien möglich, sagt die Verwaltung. Manchen Gemeinderäten geht das zu langsam. Doch Bürgermeister Norbert Sailer sagt: „Wir brauchen die Zeit, da muss man ehrlich sein.“ Damit die Endgeräte auch funktionieren, werden sie nach Einbau der Verkabelung neu beschafft, was insgesamt 1,2 Millionen Euro kosten wird. Damit sich die Schulen nach fünf Jahren wieder neue Geräte beschaffen können, wird ihr Budget nach der Neuverkabelung aufgestockt. Dies wird die Stadt jährlich knapp 300 000 Euro mehr kosten als bisher.

Stadt hofft auf Fördergelder, einmalige und jährliche

Die Stadt muss jedoch nicht alles allein bezahlen. Sie hofft auf Fördergelder für all diese Erneuerungen. Im Gemeinderat konnte Schulamtsleiter Andreas Hein aber noch nichts Konkretes über die Höhe dazu sagen. Beim Sanierungsfonds des Landes beginnt die letzte Vergabe-Runde, doch dem begrenzten Budget stehen sehr viele Anträge von Kommunen gegenüber. Die Hoffnung ist, dass das Land das Geld aufstockt und die Förderung über weitere Jahre gewährt. Zudem erwarten die Schulträger die nach der Forschungsministerin „Wanka-Milliarden“ genannten Bund-Fördergelder für die Schuldigitalisierung. Um es auszahlen zu können, muss allerdings das Grundgesetz geändert werden – Schulen sind hoheitliche Aufgaben der Bundesländer. „Die Länder sind sich noch nicht einig, ob sie das Geld einmalig oder dauerhaft erhalten wollen“, so Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth. Nach derzeitigem Stand kann die Stadt Winnenden mit 3500 Schülern mit einer jährlichen Förderung in Höhe von 175 000 Euro rechnen.

250 MBit pro Klassenstufe

  • Neu ist, dass künftig die Zentralen Dienste im Rathaus (Hauptamt) die schulischen Netze und Telefonanlagen betreiben und betreuen und Geräte und Software beschaffen.
  • „Strukturierte Verkabelung“ bedeutet, dass jede Schule drei neue Netze bekommt. Ein Verwaltungsnetz (hohe Datenschutzanforderungen) und ein pädagogisches Netz, gegliedert in Schüler- und Lehrer-Netz.
  • Glasfaserkabel und WLAN werden flächendeckend verlegt.
  • Grundschulen erhalten mindestens 100 MBit je Klassen-Zug, weiterführende Schulen 250 MBit pro Zug.
  • Bewertung
    7
Der ZVW Morgen-Newsletter

Gut informiert in den Tag starten. Einfach kostenlos anmelden.

Heute in Ihrer Tageszeitung

Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!