Winnenden Absprung ins blaue Kissen-Meer

Video: Viel Spaß für Kinder und Jugendliche in der neuen Bewegungslandschaft "Winners Dome".

Winnenden. Von außen ist Deutschlands größte Bewegungslandschaft nur ein grauer Würfel, ein hoher Anbau an den weißen Sportpark. Doch drinnen richtet sich der staunende Blick vom blauen Kissenmeer bis zum roten Hängetunnel in elf Metern Höhe. Die SV hat den Raum „Dom“ getauft. Passt: eine Kathedrale der Bewegung, ein Ort, der den Glauben stärkt, indem er Mut und Muskelkraft herausfordert.

Valentino ist an diesem Ferien-Samstag der Jüngste und der Erste im Winners Dome: Fröhlich hüpft der Fünfjährige in seinem grünen T-Shirt von der Kindersportschule (Kiss) auf dem großen sonnengelben Trampolin. „Das mag ich am liebsten“, sagt er mit heller Stimme, während die Federn knarzen und das Sprungtuch Plopp-Laute erzeugt. Das Geräusch wird in der nächsten Stunde die ganze Zeit zu hören sein, fein und schnell wie bei Leichtgewicht Alicia (7), laut und langsam, wenn die älteren Kids wie Paul und Vasili, beide 13, sich in die Höhe katapultieren.

Ein Trampolin haben viele zu Hause. Doch wer hat daneben eine Schnitzelgrube, ein Meer aus 2500 blauen Schaumstoffkissen? Etwa zwei Meter tief ist das Becken, in dem die vierzig Zentimeter langen, weichen Quader liegen. Alicia springt ab ins trockene Kissenbad. Nur noch die Haarspitzen sind von ihr zu sehen, rasch krabbelt sie raus und läuft dann über die Quader wie Jesus übers Wasser, rüber zur Kletterwand.

Sportlehrerin und Kiss-Leiterin Maike Baur verstärkt heute die Aufsicht, sie beobachtet immer das Gleiche seit der Eröffnung des Winners Dome: „Erst staunen die Kinder mit offenem Mund, dann legen sie los, entdecken und experimentieren. Im freien Spiel probieren sie sich aus und entscheiden, welche Herausforderung sie sich zutrauen.“

Balken, ein paar Trittplatten und viel Durchblick in die Tiefe

Paul ist zum zweiten Mal da und hangelt von Sprosse zu Sprosse über seinem Kopf zur Kletterwand. „Ich mache das gerne, ich bin bei meinem Opa schon immer die Bäume hoch.“ Sein Freund Vasili guckt ihm skeptisch zu, alles wird er bei seinem ersten Besuch nicht nachmachen. Er nimmt die großen Stufen zur mittleren Ebene. Doch was ist das? Statt eines Bodens sieht er nur zwei Balken, seitlich Netze, dazwischen ein paar Trittplatten, klein wie Skateboards. Schlucken, leichtes Wanken. 2,5 Meter tiefer ist – die Schnitzelgrube. Gelbe Seile geben Halt und ermutigen Vasili, auf den Platten zu laufen. Es dauert nicht lange, da bewegt er sich da oben freier, selbstbewusster. Nach dem ersten, beherzten Sprung steigen die Jungs immer wieder auf und lassen sich ins weiche Blau fallen, tauchen ein, kraulen albernd darin herum.

Wie das Vögelchen im Nest

Valentino sitzt darüber wie das Vögelchen im Nest, lässt die Beine baumeln und macht eine Pause. Springen wird er auch, aber von einer niedrigeren Stufe über der Kletterwand aus, zwei Meter, da fährt es ihm nicht einmal mehr in den Bauch rein. Vor mehr hat er im Moment Respekt: „Ich habe mir da mal das Knie ans Kinn geschlagen“, berichtet der Fünfjährige.

„Lass uns Verstecken spielen“, ermuntert derweil Erol seinen Freund und zählt bis 20. Oh ja, das geht super hier. In den Turmaufgängen könnte man kauern oder da, wo nur noch eine Stange in die untere Ebene führt. Der Kumpel kraxelt stattdessen noch weiter nach oben und robbt in den roten Tunnel. Ein von der Decke hängendes, stabiles Tuch, es wackelt hin und her, wenn man die 15 Meter darin läuft, und erzeugt ein widersprüchliches Gefühl von Schweben und Geborgenheit. „Wir könnten hier auch Training gegen Höhenangst anbieten“, sagt Maike Baur lachend.


Eintritt kostet sechs Euro für 60 Minuten

Die SV Winnenden nennt die Bewegungslandschaft im Sportpark an der Albertviller Straße 58 Winners Dome.

Eine Stunde kostet sechs Euro.

Kinder ab fünf Jahren dürfen allein in die Bewegungslandschaft, jüngere Kinder nur in Begleitung Erwachsener.

Rutschhemmende Socken bringt man mit oder leiht sie vor Ort aus.

Es gelten Sonderöffnungszeiten in der zweiten Pfingstferienwoche: Montag, 12. Juni, 11 bis 14 Uhr, Mittwoch 10 bis 12 Uhr, Donnerstag (Feiertag) 15.30 bis 17.30 Uhr, Freitag 10 bis 12 Uhr, Samstag und Sonntag, 17. und 18. Juni, jeweils 11 bis 13 Uhr.

Weitere Infos zu offenen Stunden, zu Kindergeburtstagen und Teambuilding auf www.sv-winnenden.de und dem Facebook-Auftritt des Vereins.

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