Winnenden Albertville-Realschule wird umgebaut

So soll die Albertville-Realschule ab September 2011 aussehen. Quelle: Unbekannt

Winnenden - Ein kleiner Trupp an Arbeitern hat am Montagvormittag mit den Vorbereitungen für den Umbau der Albertville-Realschule begonnen. Bis September 2011 soll das Gebäude so gestaltet werden, dass nur noch wenig an die Situation vor dem Amoklauf erinnert.

Seit dem Blutbad vom 11. März 2009 steht das Gebäude an der Albertviller Straße leer. Nur Polizeibeamte, Mitarbeiter der Stadtverwaltung, einige Lehrer, Baufachleute und Architekten haben den Schauplatz des Amoklaufs, an dem acht Schüler, eine Schülerin und drei Lehrerinnen im Kugelhagel des 17-jährigen Todesschützen starben, je wieder betreten. Es dauerte Monate, bis feststand: Die Schulgemeinschaft, die derzeit in einem Containerkomplex untergebracht ist, will zurückkehren in ihr eigentliches Domizil.

Allerdings wird dieses Domizil in gut 13 Monaten erheblich anders aussehen als zuvor. Das "Gesicht der Schule" müsse verändert werden, hatte die Rektorin bereits vor einigen Monaten die Vorgabe für die Architekten beschrieben. Dies betrifft insbesondere den Eingangsbereich mit der immer wieder abfotografierten oder abgefilmten Uhr an der Außenfassade. Ein neuer Anbau rückt das Gebäude sehr nah an die Albertviller Straße heran und soll wie ein schützender Riegel für den Altbau wirken. Auf diese Weise werde eine neue Zugangssituation geschaffen, "die die Optik auf positive Weise verändert, ohne dass wir das Schulgebäude komplett umstrukturieren müssten", so Winnendens Bauamtsleiter Klaus Hägele.

Die Baukosten liegen bei 6,2 Millionen Euro

Dazu gibt es neue Glasfronten sowie einen überdachten Innenhof, der als neue Aula dienen soll. Auch wird das Gebäude mit Sicherheitsanlagen ausgerüstet. So können Lehrer mit einem Chip ein Notfall-Signal auslösen, das dann auch sofort an die Polizei weitergeleitet wird. Außerdem erhält jedes Zimmer eine Lautsprecheranlage, um zentrale Durchsagen zu ermöglichen. Auf lange Sicht nicht mehr für den Unterricht genutzt werden sollen allerdings jene beiden Klassenräume, in denen die Schülerinnen und der Schüler starben.

Die gesamten Baukosten einschließlich Aula liegen nach derzeitigem Stand bei 6,2 Millionen Euro, erläutert Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth. Ein Drittel davon finanziert das Land Baden-Württemberg. Drei Millionen Euro vom Bund hat kürzlich Bildungsministerin Annette Schavan zugesagt. Das macht in der Summe also rund fünf Millionen Euro Zuschüsse von Bund und Land. Die Aula - Kosten: rund 761.000 Euro - wird über die Aktion Herzenssache des Südwestrundfunks sowie über bereits eingegangene Spenden finanziert. Bleiben noch 500.000 Euro, die die Stadt Winnenden selbst aufbringen muss.

Am Montag wurden nun die Rodungsarbeiten vor dem Schulgebäude in Angriff genommen, der Baggerfahrer riss Bäume und Sträucher aus dem Erdreich. Am morgigen Mittwoch gehen die eigentlichen Bauarbeiten los. Zunächst wird dabei die Grube für den Neubau, der über ein Foyer mit dem Altbau verbunden wird, ausgehoben. Der Rohbau soll bereits Ende Oktober oder Anfang November stehen. Zeitgleich wird im Altbau die komplette Haustechnik umgebaut. Trotz des insgesamt sehr straffen Zeitplans ist Stadtbauamtsleiter Hägele zuversichtlich, dass die Schüler mit Beginn des Schuljahres 2011/2012 in ihrer dann grundlegend umgebauten Albertville-Realschule unterrichtet werden können.

Der ZVW Morgen-Newsletter

Gut informiert in den Tag starten. Einfach kostenlos anmelden.

Heute in Ihrer Tageszeitung

Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!