Winnenden Bau von Stadtwohnungen beginnt

2017 sind auf dem Grundstück Gerberstraße 34 Bodenproben genommen worden. Foto: Palmizi / ZVW

Winnenden. Die Stadtbau wird 2019 drei neue Projekte anfangen zu bauen, die nächstes Jahr mit 31 Wohnungen ein klein bisschen Entlastung für Wohnungssuchende schaffen. „Auf unserer Warteliste stehen derzeit rund 130 Partien, von Einzelpersonen bis zu mehrköpfigen Familien“, sagt Ralf Köder, Leiter des Amts für Wirtschaftsförderung und Grundstücksverkehr bei der Stadt.

Allerdings werden die Neubauwohnungen (die Investitionssumme liegt bei rund 7,2 Millionen Euro) nicht nur mit Personen besetzt, die auf dem freien Markt keine Bleibe finden. „Alle drei Projekte sind für gemischt-soziales Wohnen gedacht, also für Leute mit und ohne Wohnberechtigungsschein“, erläutert Ralf Köder. „Wir gucken, dass wir eine ähnliche Mischung der Mieter hinbekommen wie bei der Seegartenstraße. In dem Haus fühlen sich einige Bewohner verantwortlich für das Gebäude, übernehmen sogar kleine Hausmeistertätigkeiten, so dass meine Mitarbeiter selten kommen müssen.“


Für echte Härtefälle indes will sich die Stadt, der zu 100 Prozent der Eigenbetrieb Stadtbau gehört, peu à peu einen Bestand an Wohnungen schaffen, in die sie von Obdachlosigkeit bedrohte Personen einweisen kann. „Die Einweisung bedeutet, dass ich sie aber auch wieder in ein anderes Quartier verlegen kann, wenn sie nicht guttun“, erläutert Ralf Köder. Ein wertvolles Mittel, um das Heft in der Hand zu behalten.

Dies hat allerdings zur Folge, dass die Stadtbau sich nicht alle 31 Wohnungen, die sie selbst bauen will, mit öffentlichen Geldern aus dem Landeswohnungsbauprogramm fördern lässt, sondern nur zwei Drittel. Denn eine öffentliche Förderung bedeutet, dass die Stadt die Wohnung vermieten muss, komme wer da wolle. Da bleibt das zuständige Ministerium eisern.

Boehringer-Straße: Nachbarn haben kein Problem mit dem Vorhaben

„Die Fördermittel für das Haus Gerberstraße 34 sind bewilligt“, weiß Köder. Die Bauarbeiten können noch im Januar beginnen. An der Forchenwaldstraße auf dem Grundstück der katholischen Kirchengemeinde will die Stadt diesen Monat mit der Rodung anfangen. 17 Wohnungen in vier Gebäuden sollen ab September entstehen. Voraussichtlich im November beginnt in der Innenstadt nahe dem Marie-Huzel-Kindergarten der Bau von acht Wohnungen. Vor einigen Jahren wollte die Stadt hier schon einmal auf einem kleinen Grundstück sieben Sozialwohnungen bauen, wogegen sich heftige Proteste von vielen Anwohnern geregt hatten. Nun meldete sich nach Köders Information an Robert-Boehringer- und Ringstraße, bis auf einen Nachbarn, niemand mehr zu Wort. „Vermutlich, weil wir nun ein Grundstück dazubekommen haben und das Haus so bauen, wie es jeder bauen könnte“, sagt Ralf Köder.

Neubau Palmerstraße 29 entsteht parallel zum Mehrgenerationenhaus

Eine große Überraschung war im vergangenen Jahr, dass durch den Kauf eines Hauses an der Höfener Straße das Haus Palmerstraße 29 freigemacht werden konnte. Die Wohngenossenschaft Pro hat es gekauft und abgerissen. Sie wird an dieser Stelle die Tiefgaragenzufahrt für die Mehrgenerationenhäuser bauen und darüber fünf bis sechs neue Wohnungen. Die Stadtbau wird davon vier Wohnungen zurückkaufen mit einer Gesamtfläche von 200 Quadratmetern.

Ralf Köder kann nach neuesten Informationen wahrscheinlich schon Ende nächsten Jahres mit diesen Wohnungen rechnen, weil das neue Haus an der Palmerstraße 29 über der Tiefgaragenein- und ausfahrt stehen soll. „Es muss daher parallel zu ,Mittendrin’ gebaut werden, sonst kann man die Zufahrt nicht benutzen.“

Maximaler Kaufpreis schon festgelegt

Über Finanzierung und den konkreten Erwerb der vier Wohnungen wird der Gemeinderat noch einen Beschluss fassen. Der maximale Kaufpreis wurde mit der Pro-Wohngenossenschaft aber schon festgelegt.


In der Pipeline

Festwiese in Birkmannsweiler (am Ende des Salzbergwegs): Ein Bürger hat Normenkontrollklage gegen den Bebauungsplan eingereicht. Bis darüber entschieden ist, ruht das Verfahren. Auf einer Wiese an der Hofkammerstraße in Birkmannsweiler läuft das Bebauungsplanverfahren. Ebenso für das Gebiet Kreuzwiesen Birkmannsweiler, wo die Stadt etwa zwölf Wohnungen bauen kann, aber frühestens ab 2020.

Für das Grundstück an der Ortsdurchfahrt Höfen sucht die Stadt einen Investor, der ihr Belegungsrechte einräumt. Und fortan greift das „Handlungskonzept Soziales Wohnen“: Wer mehr als 500 Quadratmeter Geschossfläche bebaut, weist 20 Prozent davon für günstige Mietwohnungen aus. 

Drei Baustarts

Gerberstraße 34: Auf dem lange als Schotterparkplatz genutzten Grundstück entstehen für 1,1 Millionen Euro 196 Quadratmeter Wohnfläche. Baubeginn für die sechs kleinen Wohnungen ist, wenn das Wetter mitmacht, Januar 2019. Der Entwurf stammt vom Architekturbüro Sebastian Rommel, Winnenden.

Forchenwaldstraße, Ecke Buchenhain: Auf dem gegen geringe Erbpacht zur Verfügung gestellten Gelände der katholischen Kirchengemeinde investiert die Stadtbau 4,2 Millionen Euro. Voraussichtlich ab September 2019 entstehen 17 Wohnungen mit insgesamt 1000 Quadratmeter Wohnfläche, verteilt auf vier Häuser über einer Tiefgarage. Planung: Architekturbüro Bloss und Keinath, Winterbach.

Robert-Boehringer-Straße: Lange Jahre waren die Grundstücke ebenfalls ein Schotterparkplatz. Acht Wohnungen mit 380 Quadratmeter Gesamtfläche über einer Tiefgarage sollen für 1,95 Millionen Euro gebaut werden. Entwurf: Architekturbüro Bloss und Keinath, Winterbach. Geplanter Baubeginn: November 2019.

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