Winnenden 2000 Gäste bei der Beachparty

Winnenden. Am Freitag nur mäßiger Andrang auf dem Wunnebad-Gelände. Dafür wurde bei der Beachparty am Samstag die 2000-Besucher-Marke überschritten. Viel Programm war geboten beim 25. Wunnebad-Geburtstag.

Mehr als 2000 Besucher bei der Beachparty in Winnenden.

Ein paar mehr Gäste hätten es bei der Eröffnung des Geburtstagfests ruhig sein dürfen, auch wenn man nicht gerade an den Rekordtag vor vielen Jahren mit über 10 000 Besuchern anknüpfen wollte. Stadtwerkechef Stefan Schwarz kann am Freitag nicht wie geplant viele Badegäste begrüßen, dafür zahlreiche Gemeinde- und Aufsichtsratsmitglieder sowie einen Teil der Wunnebad-Crew, die drei Tage lang in einheitlichen orange-weißen Jubiläums-T-Shirts im Einsatz und immer gut zu sehen sind.

Musik lockt Wiesenlieger zur Bühne und begleitet Wassergymnastik

So bunt wie die weiteren Farbkleckse auf dem Gelände: Luftballonketten, Plastikblumengirlanden und Lampions rund um das Erlebnisbecken, im VIP-Zelt und an den Cocktailständen, die allerdings am Freitagabend noch nicht unter Andrang ächzen. Auf dem weiten Gelände verlieren sich die Besucher: Lümmelnde auf der Wiese, Planschende im Becken, Rutschende im Glück und eine Gruppe Wassergymnastinnen im leichthüftigen Rhythmus der Musik, die auf der Bühne einsetzt.

Mit den ersten Takten des Mannheimer Sängers Isaac Roosevelt und seiner Band „Shebeen“ verändert sich das Gelände. Die Wiesenlieger wandern von den schattigen Bäumen in den Schein der Abendsonne und breiten vor der Bühne ihre Decken aus. Die drei Beachvolleyballfelder sind im Nu belegt, die Bälle fliegen. Mit Sand zwischen den Fußzehen und lässiger Musik kommt Strandstimmung auf.

„Vor 25 Jahren war auch das Beachvolleyballfeld im Wunnebad einmalig im Kreis“, erzählt der erste Betriebsleiter Martin Schwender, der es damals mit einigen Helfern von Hand ausgegraben und angelegt hat. Schwender, der laut Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth fürs freundliche Begrüßen der Badegäste und seine umgängliche Art bekannt war, erinnert sich an Eishockeyspiele auf der 1998 eingeweihten Eisbahn, an Open-Air-Kino und 24-Stunden-Schwimmen. Längst ist Schwender Lehrer am Georg-Büchner-Gymnasium – und das Wunnebad ist von der Stadt an ihre Tochtergesellschaft, die Stadtwerke, übergeben worden.

Vor dem Bau des Wunnebads hüpften die Winnender bereits seit 1926 in die Fluten: Ins 40 auf 20 Meter große Becken im damals „ältesten Freibad im Amt Waiblingen“, wie OB Holzwarth festhält. Etliche Hände gehen nach oben, als er wissen will, wer von den Anwesenden dort geschwommen sei.

Mit dem Bau des Erlebnisbades, das 1990 Richtfest feierte, sicherte sich Winnenden einen Sonderstatus, denn es gab weit und breit noch kein anderes. Für OB Hartmut Holzwarth eine klare Sache: Hier wurde „ein komplexes Bauvorhaben“ realisiert. Zwar stehe man inzwischen „in Konkurrenz zu neu gebauten Bädern, doch haben wir einige Vorzüge - bis heute“. Einzigartig sind der ganzjährige Winterbetrieb, die sportliche Ausrichtung des Bades, die auch in Form von Triathlon-Veranstaltungen deutlich werde, und natürlich der Eispark.

An den wollen an diesem lauen Sommerabend die Besucher nicht denken, die sich vor der Bühne von der Abendsonne bescheinen lassen und sitzend zur lässigen Musik mit den Füßen im Gras mitwippen.

Geschmeidig, eingängig springt der Songfunke von „What a happy day“ über –überschrieben als „Wunnebadsong“, eine Idee und das Geburtstagsgeschenk des Winnender Musikproduzenten Hans Derer, der die Band organisiert hat. Da tanzen auch die sechs Wassergymnastinnen im Sprungbecken mit, die Armbewegungen sehen mit Musikbegleitung gleich viel flotter aus: „Ich habe meine Anlage ausgeschaltet und bin im Takt mitgegangen“, sagt Wassergymnastik-Trainerin Manuela Fried. Flexibel auch Sängerin Nicki, die einige Stücke singt, mal soulig-cremig, mal zackig-kantig im Hip-Hop-Stil. „All night long“ schwebt wie eine Verheißung durch die warme Luft. Der Titel des beliebten Covers passt an dem Abend nicht in den eher ruhigen Außenbereich, dafür gut zum Saunabetrieb, der bis in die Nacht anhält und wo der Grill von Kioskbetreiberfamilie Papadopoulos noch lange nicht abkühlt.

13-Jähriger macht die beste Arschbombe

  • 22 Teilnehmer zählte der Arschbomben-Wettbewerb am Samstagnachmittag, bei dem 150 Zuschauer applaudierend am Sportbecken standen und die gelungenen Platscher-Paraden feierten.
  • Uwe Voral, Stadtwerke-Aufsichtsratsmitglied, kürte den Sieger Nico Graf aus Stuttgart, 13 Jahre (82 von 90 Punkten). Zweiter wurde der neunjährige Benedikt Gringmuth aus Waiblingen (77 Punkte), Dritte die elfjährige Leonie Bodo aus Winnenden mit 70,5 Punkten.
  • Als jüngste Teilnehmer gingen vier Sechsjährige auf den Turm.
  • Mark Wirth aus Winnenden war Mitglied der Jury. Er hat schon an nationalen und einigen internationalen Wettbewerben im Turmspringen teilgenommen, so Antonio Agazio, der Assistent der Bäderleitung.
  • Die Beachparty am Samstagabend war für den Veranstaltungsleiter „die Krönung“ und eine „legendäre Party“. Die Winnender haben es genossen, bis tief in die Nacht zu schwimmen und feiern zu können. Es kamen mehr als 2000 Menschen, im Wunnebad herrschte Hochbetrieb. Eine Security-Firma kontrollierte alle Taschen auf mitgebrachten Alkohol. „Wir hatten keine Flaschen auf dem Gelände“, zieht Agazio ein positives Fazit.
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