Winnenden Birkmannsweiler: Ein Dorf wird immer städtischer

Ortseingang von Birkmannsweiler: Das grüne Feld rechts der Straße wird zum Großteil Wohngebiet – aber erst in vier bis fünf Jahren. Foto: Büttner / ZVW

Winnenden-Birkmannsweiler. Im Jahr 2022, wenn im größten Baugebiet Winnendens, im Adelsbach, die meisten Häuser schon bewohnt sein werden, rollen in Birkmannsweiler die Bagger an. Dort, am Ortseingang, beginnen sie ein großes, dicht bebautes Neubaugebiet, in dem am Ende über 300 neue Bewohner Platz finden werden.


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Das Dorf Birkmannsweiler wird seit den 70er Jahren immer städtischer. Schon jetzt stehen am Ortseingang vierstöckige Mehrfamilienhäuser, in denen auf mittelgroßen Grundstücken viele Menschen leben – wie in der Stadt. Genau hier wird das künftige Baugebiet Bildäcker anknüpfen. Ähnlich große Mehrfamilienhäuser sollen in Nachbarschaft zu den bestehenden gebaut werden. Nur weiter draußen, Richtung Ortsumfahrung, werden die kleineren und nicht so hohen Reihen- und Doppelhäuser geplant. Bildäcker heißt die Gemarkung, und sie wird der nächste große Wohnungsbauschwerpunkt der Stadt.

Die Gesamtfläche ist größer als das Wohngebiet Seewasen

Stadtplaner Markus Schlecht spricht beruhigend von einer „Erweiterungs- und Arrondierungsfläche“, weil am Ortsrand weitergebaut wird – aber die Fläche ist mit vier Hektar um einiges größer als das bestehende Neubaugebiet Seewasen am Ortsausgang von Winnenden, das drei Hektar Fläche hat.

So, wie die Ackerfläche jetzt daliegt, sieht sie unproblematisch homogen aus. Es ist intensiv genutzte landwirtschaftliche Fläche, keine Streuobstwiese und kein Wald. Trotzdem haben die Stadtplaner noch einige Nüsse zu knacken, bis dort auch nur der Plan für die Grundstücke steht, der Bebauungsplan. Erste Aufgabe: Wie geht man als Planer mit dem leichten Nordhang um? „Wir haben ein Solar- und Verschattungsgutachten in Auftrag gegeben, um ausreichende Hausabstände zu bekommen“, sagt Schlecht.

Auch den Schallschutz müssen die Planer berücksichtigen

Dazuhin wird der Artenschutz geprüft, eine günstige Verkehrsführung wird überlegt, und der Schallschutz wird geplant, denn die gegenüberliegende Firma Klöpfer ist schon lange da und hat Bestandsschutz – sie muss so weiterarbeiten können wie bisher. Gegen bestehenden Schall muss sich das Wohngebiet selbst schützen, indem zum Beispiel keine Schlafzimmer zur Straße hin gebaut werden – und wenn doch, Schallschutzfenster eingebaut werden.

Verhandlungen um Grundstücksaufteilungen

Wenn die Pläne für Bauplätze und Straßen weiter gediehen sind, müssen auch die Grundstücke neu aufgeteilt werden. Die Fläche wird zwar zurzeit nur von einem einzigen Landwirt bearbeitet, so wie sie aussieht, aber der Grundbesitz sei breit gestreut, sagt Schlecht. Die Stadtverwaltung hat schon 2016, bevor ein Gemeinderatsbeschluss vorlag, mit den Eigentümern Vorgespräche geführt. In den nächsten Jahren beginnen dann die Verhandlungen um Grundstücksaufteilungen. Das alles braucht Zeit, und deshalb kommt dieses große Neubaugebiet erst 2022 oder später.

Auf einige Jahre hinaus immer Neubauwohnungen

War es eigentlich geplant, dass Adelsbach gerade ausgenutzt sein könnte, wenn Bildäcker beginnt? Eher nicht. Stadtverwaltung und Gemeinderat haben anders gedacht. Im Jahr 2016 hatte das Stadtplanungsamt den Auftrag vom Gemeinderat, alle möglichen Bauflächen in Winnenden aufzuzeigen – kleinste Freiflächen für vielleicht drei Doppelhäuser waren dabei, Gebiete mit weniger als einem Hektar, und eben auch das große Gebiet Bildäcker. Alles, was möglich war, hat die Stadt sofort angegangen, auch Bildäcker. Dann wurde geschätzt: Wie viel Zeit brauchen die Planer, um das Baugebiet vorzubereiten? Es stellte sich heraus: 2022 oder 2023 müsste es baufertig sein. So kommt es, dass Winnenden von jetzt an auf einige Jahre hinaus immer Neubauwohnungen im Angebot hat.


Weitere Baugebiete im Ort

Früher als das Gebiet Bildäcker wird in Birkmannsweiler das Neubaugebiet Kreuzwiesen fertig, das nahe der Ortsmitte zwischen Kirche und Buchenbach liegt. Es wird Platz bieten für etwa 65 Personen in Mehrfamilien- und Doppelhäusern. Die Stadt selbst besitzt Grundstücke im Gebiet und will dort preisgünstigen sozialen Wohnraum schaffen.

Am Südhang oberhalb des Orts entsteht ein nur 0,6 Hektar großes Edel-Neubaugebiet für Einfamilienhäuser mit Garten. Gereut ist sein Name, und es wird für etwa 25 Personen Wohnraum bieten, die dann in sonniger Aussichtslage über dem Ort wohnen können.

Alles zusammengerechnet wird Birkmannsweiler in den nächsten fünf bis sieben Jahren um 400 Einwohner wachsen, wenn man in der Prognose alle anderen Einflüsse ausschließt.

Möglich ist allerdings auch, dass durch Wegzug und Tod große Häuser, in denen heute noch fünf Personen wohnen, nur noch mit zwei Personen besetzt sein werden. Immerhin kamen laut Statistischem Landesamt vor zwei Jahren auf eine Winnender Wohnung im Durchschnitt 2,1 Bewohner. In Neubaugebieten ist die Zahl allerdings größer, weil immer junge Familien einziehen, und die im Schnitt vier- bis fünfköpfig sind.

Bei jedem größeren Baugebiet wird deshalb ein Kindergarten fällig. Auch in Bildäcker ist jetzt schon eine Fläche für einen Kindergarten reserviert.

Wer in Bildäcker wohnen oder bauen möchte, wendet sich am besten an die Stadt.

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