Winnenden Citytreff-Kosten sollen weiter sinken

Friede den Festkosten: Der Citytreff 2017 ist mit 74 860 Euro deutlich unter dem bewilligten Budget (87 000 Euro) geblieben. Foto: Habermann / ZVW

Winnenden. Das viertägige Stadtfest Citytreff hat im vergangenen Jahr 74 860 Euro gekostet und liegt damit deutlich unter dem vom Gemeinderat festgesetzten Budget. Stadtrat Mohr wünscht nun, dass die Kosten weiter sinken. Die Angabe der Besucherzahl, 70 000, kommt wiederum Stadtrat Pfleiderer zu hoch gegriffen vor. Er will dieses Jahr eine genauere Erhebung.

 

 

„Ich bin viel auf Messen unterwegs, ich habe ein gutes Gefühl für Besucherzahlen“, sagt Erich Pfleiderer. „Wie kommen Sie denn auf die Zahl“, fragte der FWV-Stadtrat den Kulturamtsleiter, Andreas Hein, in dessen Zuständigkeit das Stadtfest fällt. Jener hatte die Abrechnung des City-Treffs 2017 im Gemeinderat vorgelegt und erläutert. „Es sind Schätzzahlen, die aus Beobachtungen des Sicherheitsdienstes und der Polizei sowie der Umsatzzahlen hervorgehen“, so Heins Erklärung. Das reicht dem Stadtrat nicht. „Man kann sich auch verschätzen, ich kann mir nicht vorstellen, dass so viele an vier Tagen in unserer Marktstraße waren“, bat Pfleiderer um die Erfassung realistischerer Zahlen.

2016: 141 000 Euro statt der bewilligten 80 000

Stadtrat Christoph Mohr (ALi) freut sich, dass die enormen Kosten des ersten Citytreffs mit neuem Konzept im Jahr 2016 tatsächlich Geschichte sind. Damals musste die Stadt statt der damals bewilligten 80 000 Euro stolze 141 000 Euro bezahlen. Einige der Mehrkosten entstanden durch Neuanschaffungen, die nun nicht mehr anfallen, vieles aber war auch Abstimmungsproblemen zwischen dem Kulturamt der Stadt und den auftretenden Bands und der SWR-Disco geschuldet, so dass die Agentur KMR kurzfristig in die Bresche springen und nachträglich Kosten geltend machen musste. „Sie haben den Abmangel im Vergleich zu 2016 nahezu halbiert“, lobte Mohr nun, fügte jedoch gleich hinzu, dass er sich in Backnang nach Zahlen erkundigt hatte, die er „beunruhigend“ findet: „Bei 200 000 Besuchern haben sie 97 000 Euro Ausgaben und 46 000 Euro Einnahmen. Für 2018 hat die Stadt Backnang 68 000 Euro Abmangel eingeplant. Gehen Sie dem bitte nach und schauen Sie, ob es weitere Stellschrauben gibt, um günstiger rauszukommen.“

Bürgermeister Norbert Sailer versprach das, glaubt aber, dass die höheren Kosten in Winnenden auch am „mühsam erarbeiteten Rettungswegekonzept“ und der „Infrastruktur für Strom und Wasser“ liegen, die Backnang noch nicht an die Seiten verlegt habe. „Bei uns liegen die Leitungen nicht in der Mitte“, betonte Sailer, dass dies auch so bleibt.

Stadträtin will Treffen mit den professionellen Standbetreibern

„Durch weniger Ausgaben gibt es kein schöneres Fest“, vermutet Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth. In Backnang steht ein entsprechendes Gelände für einen großen Rummelplatz zur Verfügung, der wohl „viel abwirft“. Winnenden hat 2017 den provisorischen Parkplatz Kronenplatz für den Rummel nutzen können, beim alten Konzept waren die Fahrgeschäfte neben der Stadtkirche, auf dem Viehmarktplatz, der Schorndorfer- und der Paulinenstraße untergebracht. 200 000 Besucher beim Stadtfest in Winnenden willkommen zu heißen hält der OB jedoch für „logistisch unmöglich“. Auch Holzwarth sagte zu, dem Gemeinderat Vergleichszahlen zu liefern.

Stadträtin Martina Häußer (FWV) bat darum, dass auch die professionellen Standbetreiber zu einer Nachbesprechung eingeladen werden. „Sie drückt vielleicht auch ein Schuh, sie haben Verbesserungsvorschläge. Ich würde es konstruktiver finden, wenn man vor dem nächsten Fest noch etwas beeinflussen kann“, sagte sie und hält eine Aussprache nur mit der für die Profis zuständigen Agentur KMR für zu wenig. Norbert Sailer glaubt zwar nicht, dass viele Profis zu einem solchen Treffen kommen würden, weil sie nicht extra von weit her anreisen. Aber er kann sich vorstellen, dass der Austausch eine Stunde vor der Festausschuss-Sitzung angesetzt wird.


Rad-Club springt ab

Das Budget für den Citytreff 2017 war auf 87 000 Euro (vorher 80 000 Euro) erhöht worden. Die Kosten für Sicherheit und die Festeröffnung fielen viel geringer aus als gedacht. Auch der Betrag für Unvorhergesehenes (4500 Euro) blieb unangetastet.

Die Stadt hat 10 860 Euro an Standgebühren von Vereinen eingenommen und 6463 Euro aus Sponsoring. Diesen 17 323 Euro stehen Ausgaben in Höhe von 92 184 Euro gegenüber. Die größten Posten sind die Dienstleistung der Agentur KMR (rund 36 000 Euro) und das Bühnenprogramm mit Gema-Gebühr (rund 42 000 Euro).

Den Betrieb der Weinlaube auf dem Santo-Domingo-Platz hatte die Bürgerstiftung übernommen, könne dies aber 2018 nicht mehr stemmen. Der Rad-Club ‘93 sagte seine Beteiligung 2018 ebenfalls ab. Zwar wurde dem Verein die Standgebühr 2017 teilweise erlassen, weil er nachweislich Verlust gemacht hatte. Die Stadt wollte den Stand vom Kronenplatz an die Wallstraße verlegen. Doch die Mitglieder stimmten gegen eine Beteiligung.

Für den großen Erfolg trotz des wiederum veränderten Festes und des etwas abgespeckten Festgeländes (ohne Kulinarium auf dem Bengel-Platz, verkleinerte Weinlaube) machten die Vereine in der Nachbesprechung laut Kulturamtsleiter Andreas Hein das schöne Wetter als entscheidend mitverantwortlich.

Erheblich mehr Sitzplätze konnten auf dem Marktplatz angeboten werden durch eine Drehung der Bühne. Die Feuerwehr hat die Bewirtung bei der Fest-Eröffnung hervorragend neu organisiert.

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