Winnenden Der starke Bauboom kommt 2020

Symbolbild. Foto: Pixabay.com / CC0 Creative Commons

Winnenden. Wohnen? Da gibt es bald eine große Vielfalt: Alleine Winnenden wird in den nächsten acht Jahren Wohnraum für über 1800 Einwohner schaffen. Ab 2020 sind das Großgebiet Adelsbach und viele kleine Neubaugebiete im Plan. Mit großem Tempo wächst ab 2020 auch Schwaikheim und ab 2019 Berglen. Leutenbach, allerdings, wächst ab 2019 kaum noch.

Die Vielfalt der Baugebiete ist enorm: Kompakt und dicht gebaute Wohnkomplexe im Stadtkern und in Ortszentren entstehen, locker bebaute ländliche Neubaugebiete werden in kleinen Ortsteilen geplant – und große Neubaugebiete werden in S-Bahn-Nähe eingerichtet.

Bezahlbarer Wohnraum ist in begrenzter Menge geplant

Die Frage ist nur, ob das alles noch bezahlbar ist. Da gibt es begrenzte Hoffnung: Im bestehenden Wohngebiet Schiefersee entsteht zurzeit neuer, größtenteils bezahlbarer Wohnraum. Möglich sind nach Bebauungsplan Wohnräume für über 300 zusätzliche Bewohner. Viele von ihnen werden als Mieter einziehen und dann in einem der am dichtesten bebauten Wohngebiete der Raumschaft wohnen. Mehrere kleinere kommunale Projekte werden bezahlbaren Wohnraum für Mieter schaffen, zum Beispiel in der Forchenwaldstraße in Winnenden, im Neubaugebiet Heiße Klinge in Schwaikheim und an anderen Orten.

Ansonsten wird der große Bauboom in der Raumschaft Winnenden Immobilien für Selbstnutzer und für Geldanleger schaffen, die dann vermieten zu Marktpreisen, die öfter auch über denen des Mietspiegels liegen. Und es bieten viele Neubaugebiete Wohnraum für Familien, die das notwendige Eigenkapital und die monatlichen Zins- und Tilgungszahlungen aufbringen.

Weil es in der Raumschaft Winnenden auch eine ordentliche Anzahl von Gutverdienern gibt, ist hier die Nachfrage nach Reihenhäusern und Doppelhaushälften immer noch sehr hoch, wie Bauträger Klaus-Martin Pfleiderer auf Anfrage berichtet. Es sind junge Familien, in denen beide Eltern im Beruf stehen und beide mit dem Auto zur Arbeit fahren. S-Bahn-Nähe und Zentrumsnähe sind nicht ihre wichtigsten Wünsche. Je nach ihren Preisvorstellungen interessieren sie sich für Wohngebiete in Winnenden oder Weiler zum Stein oder Rettersburg.

In zehn Jahren haben sich die Preise für Immobilien verdoppelt

Mancher von ihnen wird sich sagen: Hätt ich doch vor zehn Jahren schon gekauft! Damals waren noch Reihenhäuser für 300 000 Euro zu bekommen. Wirklich. Heute stehen neue Reihenhäuser für 600 000 Euro in Winnenden (etwas günstiger weiter außerhalb) zum Verkauf.

Ein 60-Jähriger aus Winnenden erzählt: „Ich suche Grundstücke für die Familien meiner zwei Töchter. Glauben Sie, ich finde etwas?“ Grundstücke für freistehende Einfamilienhäuser gibt es im Mini-Neubaugebiet Gereut in Birkmannsweiler. Es sind ganz wenige, man muss an sie rankommen und man braucht auch ordentliches Kapital.

Ansonsten gilt: Je weiter weg von der S-Bahn, desto eher findet man noch neue Einfamilienhäuser. In der Stadt, in Schwaikheim und Nellmersbach gelangt man mit Glück an alte Einfamilienhäuser, die noch finanzierbar sind – aber die muss man halt finden. Und die Preise solcher Häuser sind mitgestiegen mit den allgemeinen Immobilienpreisen. Pfleiderer, der neue Wohnungen und Häuser verkauft, findet, dass die älteren Häuser zu teuer verkauft würden.

Als Bauträger kommt er um eines nicht herum: „Die Baukosten haben sich in zehn Jahren verdoppelt.“ Die Grundstückpreise sind fast genauso nach oben geschossen. Für Pfleiderer folgt daraus, dass die Wohneinheiten kleiner werden. Wo früher eine Vier-Zimmer-Wohnung 100 Quadratmeter hatte, kommt sie heute mit 90 aus.


Neue Serie "Wo werden wir wohnen?"

Im Jahr 2015 kam plötzlich Schwung ins Geschäft mit Wohnungen und Wohnhäusern. Mehr Menschen wollten in Winnenden wohnen. Das neue Kreisklinikum, die wachsende Firma Kärcher und die stark steigenden Immobilienpreise in Stuttgart machten Winnenden und seine Nachbarschaft als Wohnorte besonders attraktiv.

Große Baugebiete wie Adelsbach in Winnenden oder Heiße Klinge in Schwaikheim entstehen zurzeit. Es herrscht ein Bauboom wie zuvor allenfalls in den 90er Jahren. Dies ist der Anlass für unsere neue Serie „Wo werden wir wohnen?“

„Wir“ – das sind in diesem Fall junge Winnender Familien, die ein Zuhause suchen, das sind Alteingesessene, deren Wohnumfeld sich durch ein Neubaugebiet gründlich verändert, das sind Einwohner, die eine größere oder kleinere Wohnung suchen, Städter, die ins Grüne drängen, und Umlandbewohner, die die Nähe zur S-Bahn und zu Ärzten suchen.

Immobilienfachmann Klaus-Martin Pfleiderer beobachtet, dass etwa ein Drittel der Immobiliensuchenden Winnender sind, ein Drittel aus Nachbargemeinden kommt und ein Drittel aus Stuttgart.

Wir möchten mit dieser Serie unseren Lesern einen Überblick über die Neubauentwicklung in den nächsten Jahren in der Raumschaft Winnenden geben.

Alle Daten, auch die Schätzungen der künftigen Einwohnerzahlen der Baugebiete, stammen aus den Stadt- und Gemeindeverwaltungen. Es sind Schätzungen. Niemand weiß heute, wie viele Personen in drei Jahren in einer Vierzimmerwohnung leben. 

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