Winnenden Die Post bleibt – vielleicht

Post in Winnenden: Bis Mitte nächsten Jahres bleibt sie auf jeden Fall in der Fußgängerzone. Foto: Büttner/ZVW

Winnenden. Jeder weiß, wo der Winnender die Post holt: in der Marktstraße bei der Stadtkirche. Der Standort hat sich so gut eingebürgert, dass sich niemand einen anderen vorstellen kann. Aber die Zeiten ändern sich. Die Postbank will ihre Filiale schließen, und sie ist der Hauptunternehmer am Ort, der Post und DHL mitbetreibt.

Damit bricht die ganze Postkonstruktion in der Marktstraße zusammen. Post und DHL brauchen sozusagen einen neuen Hauptmieter. Mitte nächsten Jahres möchten sie einen Unternehmer gefunden haben, der sie bei sich aufnimmt, oder noch besser, der die Postbankräume mietet, dort einen Laden betreibt und nebenbei Pakete annimmt, Briefe wiegt und Briefmarken verkauft.

OB Holzwarth hofft sehr, dass die Post am Standort erhalten bleibt

Das wäre das Lieblingsmodell vieler Winnender und vor allem auch von Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth und vom Verein Attraktives Winnenden und dessen Geschäftsführer Timm Hettich. Beide hoffen sehr, dass sich ein Mensch findet, der an der angestammten Stelle eine Postagentur betreibt.

Vermieter für die Postbank ist Klaus-Martin Pfleiderer. Er hat die Kündigung der Postbank schon bekommen. Im Jahr 2020 läuft der Vertrag aus. Pfleiderer liegt viel daran, dass die Post in seinem Haus Marktstraße 54 bleibt: „Ich möchte mit den Post-Verantwortlichen reden und sie fragen: Wie kann ich als Vermieter helfen?“ Seit 2000 ist die Post an dieser Stelle in der Fußgängerzone etabliert. „Der Standort hat sich sehr gut eingelebt. Er ist super frequentiert und ist damit auch ein Frequenzbringer für die Fußgängerzone. Auf der Rückseite kann die Post mit dem Auto angefahren werden.“

Vermieter Pfleiderer liegt viel daran, die Post im Haus zu behalten

Pfleiderer erinnert sich daran, dass schon vor vier Jahren eine ähnliche Entscheidung der Post im Gespräch war, und dass damals die Postbank dafür gesorgt hat, dass die Post am Platz bleibt. Diesmal müsste es ein unabhängiger Händler sein, einer, der vielleicht Taschen, Koffer, Schulranzen verkauft und dazuhin die Postagentur betreibt, könnte sich OB Holzwarth vorstellen. VAW-Geschäftsführer Timm Hettich schaut sich nach einem Selbstständigen um, der die Post möglichst an dieser Stelle, mindestens aber irgendwo im Zentrum der Stadt betreiben könnte.

Die Post hat ihren Plan für die Umwandlung: „Vorgesehen ist, dass die Filiale der Postbank geöffnet bleibt, bis ein geeigneter Nachfolge-Standort in der Nähe des bisherigen Standorts gefunden ist. Das kann ein Einzelhändler in der Nähe des jetzigen Standorts sein, der das Postgeschäft neu in sein bestehendes Geschäft hereinnimmt. Es ist aber auch möglich, dass ein Einzelhändler ein neues Geschäft eröffnet und zu seinem Sortiment das Paket- und Briefgeschäft der Deutschen Post dazunimmt. Es kann aber auch sein, dass ein bereits bestehender Post-Standort (Paket-Shop, Verkaufspunkt) mit genügend Raum und geeigneter Lage die Postgeschäfte in der Nähe der Marktstraße mit übernimmt.

Mitarbeiter der Deutschen Post werden das mit den Einzelhändlern vor Ort prüfen und Interessierten ein Angebot für eine Zusammenarbeit vorlegen“, schrieb auf Anfrage Gerold Beck, Pressesprecher, der DHL, des Paketzustellers der Deutschen Post.


Was der Standort bietet:

  • Der Standort der Post in der Fußgängerzone bietet einen großen Vorteil: Die meisten Geschäftsleute können zu Fuß ihre Briefe aus den Postfächern holen und ihre Pakete zu Fuß abholen und hinbringen. Das mindert den Lieferverkehr in der Fußgängerzone ein bisschen.
  • Postbankkunden können ihr Bargeld dort abheben, wo sie es brauchen: im Einkaufsgebiet.
  • Der Standort entspricht dem Prinzip: Der Mensch kauft dort ein, wo er auf kleinem Raum viele verschiedene Dinge bekommt.
  • Für den Paketdienst DHL ist eine Aufgabe dieses zentralen Standorts riskant: Es gibt genügend andere Lieferdienste, die Pakete transportieren wollen. Die DHL hat im Augenblick den Vorteil, dass Pakete mitten in der Stadt abgeholt werden können, wenn der Paketauslieferer an der Lieferadresse niemanden antrifft.
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