Winnenden Handballausstellung im Trikotmuseum

Das Museum in der Kirchstraße 7 öffnet jeden Freitag von 16.15 bis 20 Uhr. Foto: Palmizi / ZVW

Winnenden. „Jetzt fehlt hier eigentlich nur noch der Schnauzer vom Trainer. Eventuell stellt der Heiner ja seinen originalen aus“, witzelt Manuel Späth vom TVB Stuttgart über den ehemaligen Bundestrainer Heiner Brand und sorgt für Lacher im Trikotmuseum. Dort wurde am Montag eine neue Handballausstellung eröffnet, die bis zum 28. Februar besucht werden kann. Auch ein Wasserschaden im Keller, verursacht durch die starken Regenfälle in den letzten Tagen, tut der guten Stimmung bei der Eröffnung der Ausstellung im Trikotmuseum keinen Abbruch. Schließlich haben sich drei bekannte Handballer in der Kirchstraße eingefunden. Zum einen Jürgen Schweikardt, Trainer und Geschäftsführer vom Handballbundesligist TVB Stuttgart. Zum anderen die beiden Spieler Jogi Bitter, seines Zeichens Handballweltmeister im Jahr 2007, und Manuel Späth.

Schweikardt: „Es ist eine große Ehre für uns“

„Es ist eine große Ehre für uns, dass es über den TVB eine Ausstellung gibt“, sagt Schweikardt. „Das ist aber nur zweitrangig. Im Fokus steht der gute Zweck. Alles wird hier ehrenamtlich betrieben und kommt im Anschluss benachteiligten Kindern zugute.“

Im Keller des Museums angekommen, wird über die unterschiedlichen Trikots philosophiert. Da man durch das Wasserproblem nicht nah genug an jedes Trikot kommt, ist es oft gar nicht so einfach zu klären, von welchen Spielern die einzelnen Trikots stammen. Mit der tatkräftigen Unterstützung von Jürgen Schweikardt gelingt es allerdings doch.

Zu den Highlights der Ausstellung zählen die Trikots aus dem gewonnenen WM-Finale 2007 von Torhüter Jogi Bitter und dem jetzigen ARD-Experten Dominic Klein, dessen Trikot nach dem Triumph nur getrocknet und nicht gewaschen wurde. Auf Kleins Schuhen sind sogar noch goldene Konfettischnipsel der Siegesfeier zu sehen. Außerdem ist eine der goldenen Kronen, mit denen die Handballer den Sieg feierten, ausgestellt.

Abdrücke von Bierflaschen auf der EM-Schale

Aber auch der TVB kommt in der Ausstellung nicht zu kurz. So sind beispielsweise getragene Trikots von den Aufstiegsspielen aus der Oberliga bis in die Bundesliga im Museum. Auch das Trikot, in dem Mimi Kraus jüngst 18 Treffer gegen Hannover-Burgdorf warf, hängt in der Kirchstraße.

Neben den Trikots der deutschen Handballnationalmannschaft und des TVB, sind auch etliche Medaillen und Pokale zu sehen. So kann ein WM-Pokal von 1952 bestaunt werden, der zu den ältesten des Handballsports zählt. Aber auch die gewonnenen EM-Schalen der deutschen Handballnationalmannschaft von 2004 und 2016 stehen in Winnenden. „Auf der Schale von 2016 sind sogar noch Abdrücke von Bierflaschen zu sehen“, sagt TVB-Pressesprecher Philipp Klaile mit einem Lächeln.

Jogi Bitter jedenfalls ist sich sicher, dass die Ausstellung viele Handballfans anziehen wird. „Hoffentlich sind die Straßen nach Winnenden gut ausgebaut, bei den Massen, die das sehen wollen.“

Wer dachte, dass die Handballprofis die Veranstaltung nach Ausstellungseröffnung direkt wieder verlassen, irrte. Nachdem Erinnerungen über alte Zeiten ausgetauscht wurden, versammelten sie sich im Erdgeschoss des Museums und fieberten beim Public Viewing bei der Partie der deutschen Handballnationalmannschaft gegen Russland mit. Da die Deutschen nur unentschieden spielten, werden es die Trikots aus der Partie vermutlich nicht in das Trikotmuseum in der Kirchstraße schaffen.


Das Museum ist jeden Freitag geöffnet

  • Das Museum in der Kirchstraße 7 öffnet jeden Freitag von 16.15 bis 20 Uhr. Außerdem ist jeden ersten Sonntag im Monat von 10 bis 14 Uhr geöffnet.
  • Weitere Termine können nach Absprache erfolgen. Dazu einfach eine E-Mail an dm@spielertrikot-fuer-kinderlachen.de schreiben.
  • Wer alte Trikots, Wimpel oder Ähnliches auf dem Dachboden oder im Keller findet, kann sich ebenfalls an diese E-MailAdresse wenden.
  • Alle Einnahmen des Museums kommen dem Verein „Spieltertrikot für Kinderlachen“ zugute. Dieser unterstützt Kinder, die mit einem schweren Schicksal zu kämpfen haben.
  • Im letzten Jahr finanzierte der Verein einem Kind so eine Delphintherapie. Außerdem konnten 13 Kindern der Paulinenpflege Geschenke gemacht werden.
  • „Meine Highlights sind die TVB-Trikots und ganz besonders das Spieltagsplakat vom ersten Spiel in der Porsche-Arena, denn das war ein Meilenstein für uns als Verein“, erzählt Jürgen Schweikardt.
  • „Hier wurde etwas richtig Schönes auf die Beine gestellt. Davide Matozzo kann stolz sein, dass er das Museum so aufgebaut hat“, sagt Manuel Späth.
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