Winnenden Höfen hat einen zweiten Kindergarten

Außen mit naturbelassenem Lärchenholz bekleidet: Der neue Kindergarten bei der Höfener Schule. Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Winnenden-Höfen.
Höfener Kinder können wieder alle in Höfen in den Kindergarten gehen, denn die Stadt hat den neuen Kindergarten bei der Schule jetzt fertig. Die ersten vier Kinder sind bereits im Kindergarten, die nächsten zwei kommen nächste Woche. Weitere Kinder werden im Lauf des Jahres erwartet. Im Herbst dürfte der Kindergarten voll ausgelastet sein, vermutet Thomas Pfeifer, der Leiter des städtischen Amts für Jugend und Familie: „Der Bedarf aus Höfen, Baach und Bürg ist groß.“

Bedarf an Betreuungsplätzen in Höfen war schon 2016 bekannt

Der bestehende evangelische Kindergarten in der Ortsmitte sei voll ausgelastet. Pfeifer hatte schon 2016 im Gemeinderat einen hohen Bedarf an Kindergartenplätzen erklärt. Alle Beteiligten wussten, dass es schnell gehen muss mit dem Kindergarten. Deshalb beschloss der Gemeinderat im Jahr 2017, dass dieser Kindergarten bald gebaut werden soll. Aber der Standort war damals immer noch nicht geklärt. Gemeinderäte drängten auf schnelles Bauen. Der Bedarf sei groß, hatte Richard Fischer (CDU) damals erklärt, er werde regelmäßig von Eltern angesprochen und gefragt, wann der Kindergarten gebaut würde. Bauamtsleiter Klaus Hägele verkündete damals: Anfang 2020 werde der Kindergarten fertig. So ist es nun.

Regelrecht begeistert waren Gemeinderäte bei der Besichtigung des Kindergartens am Dienstag. Schicke Außenfassade, schöne, helle Räume. Küchenschreiner und FWV-Stadtrat Erich Pfleiderer klopfte auf die Wände, tastete Möbel ab: „Hohe Qualität! Man sieht’s.“

Zwei Gruppenräume lassen sich zu einem zusammenlegen

Der Kindergarten hat zwei Gruppenräume, die nur durch eine mobile Wand getrennt sind und deshalb zu einem großen Raum zusammengelegt werden können. Die Räume für die Kinder liegen zum Garten und zum Schulhof hin, sind nach Süden ausgerichtet. Funktions- und Verwaltungsräume liegen in Richtung Straße. Er ist so gebaut, dass er 25 Kinder aufnehmen kann und davon zehn im Ganztagsbetrieb.

Der Garten sieht zurzeit noch wie eine Schlammgrube aus. Er wird angelegt von einer einheimischen Firma, sobald es die Witterung erlaubt. Grünen und blühen wird er im Sommer, wenn die offizielle Eröffnung der Einrichtung gefeiert wird, die im Augenblick noch ziemlich spröde „Kindergarten Höfen II“ heißt.

Modulbaufirma hat vor einem Jahr den Auftrag bekommen

Ulrich Blümke, städtischer Projektarchitekt, wartete bei der Besichtigung mit einigen beachtlichen Zahlen und Daten auf: Im Februar 2018 hatte der Gemeinderat beschlossen, wie gebaut wird. Damit es schnell geht, wurde die Modulbauweise festgelegt. Das heißt: Es kamen nur Firmen infrage, die in einer Fabrik ganze Wände oder gar Räume vorfertigten, weil das Zeit spart. Eine Kostenschätzung von 890 000 Euro stand damals im Raum. Im Februar 2019 vergab der Gemeinderat den Auftrag an die holländische Firma De Meeuw, die zuvor in Winnenden niemand kannte. Gewisse Zweifel an der Leistungsfähigkeit der Firma wurden ausgesprochen, aber Bauamtsleiter Hägele sah keinen Anlass für Zweifel. Die Firma hatte das mit Abstand günstigste Angebot eingereicht. Deshalb entschieden sich die Gemeinderäte für sie.

Am 9. Juli 2019 wurde die Baugenehmigung erteilt, die die Firma beantragt hatte. Am 13. August begann der Bau. Am 3. November kamen die ersten Module in Höfen an. Es sind Stahlkonstruktionen mit Holzständern und Gipskartonplatten, wie Bauamtsleiter Hägele erklärte. „Durch die Modulbauweise haben wir ein Jahr Bauzeit eingespart“, schätzt Projektarchitekt Ulrich Blümke.

Ist diese Bauweise denn auch billiger, als wenn man Stein auf Stein baut? Das glaubt Klaus Hägele nicht. Die Kosten seien bei beiden Methoden gleich.

Kosten bleiben niedriger als ganz am Anfang geschätzt

Nachdem De Meeuw günstig angeboten hatte, korrigierte die Stadt ihre Kostenschätzung auf 768 000 Euro. Darin sind der Modulbau, das Fundament und die Gartenanlagen enthalten. Wie sieht es dann aus? Wird diese niedrigere Kostenschätzung zutreffen? „Das werden wir halten“, ist Projektarchitekt Ulrich Blümke sicher.

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