Winnenden-Höfen Zehn Doppelhäuser sollen am Ortsrand entstehen

Die Eckehardtstraße in Höfen:Gegenverkehr muss warten. Foto: Palmizi / ZVW

Winnenden-Höfen. Ein feines, beschauliches Wohngebiet hat das Stadtentwicklungsamt in Höfen entworfen. Zehn Doppelhäuser würden gut reinpassen. Zum Ortsrand hin würde ein Grünstreifen angelegt. Das fänden viele Gemeinderäte schön, wenn die Autos aus dem Wohngebiet nicht über die Eckehardtstraße fahren müssten.

Besengänger kennen diese Straße gut: Sie führt zum Weingut Häußer. Wer zu Fuß geht, muss Autos ausweichen. Wer im Auto hochfährt, muss warten, bis der Gegenverkehr durch ist. Stadträtin und Wengerterin Martina Häußer sagt: „Es wird wild geparkt im Kreuzungsbereich, auf weiß markierten Flächen und in der Kurve. Die Müllabfuhr, die zu uns zum Weingut durchkommen sollte, dreht um und geht wieder. Den Zustand kann mer so ned dulde.“ Lange diskutierten Stadträte über diese Straße, um am Ende doch noch dem neuen Baugebiet zuzustimmen – weil es eigentlich schön ist.

Vorteil: Es muss keine große neue Straße gebaut werden

Schön ist die lockere Bebauung mit Doppelhäusern. Landschaftsverträglich ist, dass nur eine Einbuchtung des Siedlungsrands begradigt wird. Ganz günstig für die Stadt und für die künftigen Bauherren ist, dass keine große neue Straße gebaut und finanziert werden muss. Den meisten Rednern im Gemeinderat gefällt auch der Grünstreifen am Ortsrand, der von der oberen Eckehardtstraße rübergeht bis zur Bürger Straße am Ortsrand. Diesen Grünstreifen lobten viele von Grün bis Schwarz, und OB Holzwarth verteidigte ihn so sehr, dass sich SPD-Stadtrat Hans-Dieter Baumgärtner freute: „Ich bin dankbar, dass die Verwaltung ihre grüne Kante zeigt.“ Für den Grünstreifen spricht aus OB Holzwarths Sicht, dass mit diesem Baugebiet und dem Gebiet unten beim Bädle, wo noch die Firma Peick steht, der Bedarf an Neubaugebieten in Höfen für die nächsten 20 bis 30 Jahre gedeckt sei. Oberhalb dieses Grünstreifens werde Höfen in den nächsten Jahren nicht wachsen.

Wer den Grünstreifen nicht wollte, musste den Entwurf ablehnen

Gegen den Grünstreifen spricht, dass an seiner Stelle einfach eine Straße gebaut werden könnte, die zur breiten Bürger Straße führen könnte und mit der man künftige Verkehrsprobleme im Ortskern vermeiden könnte. FDP-Stadtrat Dr. Jürgen Hägele plädierte für die neue Straße anstatt der Grünfläche. FDP-Stadträtin Nicole Steiger wollte die neue Straße getrennt vom ganzen Bebauungsplanentwurf abstimmen lassen. Das wehrte OB Holzwarth ab: „Das geht nicht. Wenn Sie eine andere Erschließung wollen, müssen Sie den ganzen Beginn des Bebauungsplanverfahrens ablehnen.“

Wenn alle Garagen für Autos genutzt werden, ist schon viel geholfen

Insgesamt wandte sich die Diskussion dann den Parkplätzen im neuen Wohngebiet zu. Richard Fischer regte an, nur Carports und keine Garagen zuzulassen, weil in Garagen oft Sachen gelagert werden und die Leute ihre Autos deshalb auf die Straße stellen. Fischers nächste Idee: Keller sollen zulässig sein, aber man solle den Bewohnern ein gemeinsames Blockheizkraftwerk erlauben und von den Stadtwerken anbieten – das schaffe Platz im Keller. (Damit wären Dinge untergebracht, die mancher sonst in die Garage stellt.) Überlegt wurde auch, ob die künftigen Bewohner zu einer gemeinsamen privaten Parkfläche verpflichtet werden könnten. Petra Schäftlmeier (CDU) schlug vor, dass der Grünstreifen als Parkplatz mit Gittersteinen genutzt werden könnte, kam damit aber nicht durch und stimmte letztlich als Einzige gegen den Entwurf. Die große Mehrheit akzeptierte den Einstieg in die Planung.


Planungsstadien

Das Neubaugebiet Hofäcker ist in einem frühen Stadium. Der Gemeinderat hat der Stadtverwaltung den Auftrag gegeben, einen Entwurf für den Bebauungsplan gründlich zu planen.

Nach Monaten wird der Planentwurf verworfen oder befürwortet. Dann wird er öffentlich ausgelegt. Bedenken werden abgearbeitet und der Plan beschlossen. Das Bauen beginnt dann.

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