Winnenden/Kaisersbach Neuer Bus von Kaisersbach zur Klinik

Winnenden/Kaisersbach. Der Stadt ist eine neue Buslinie quasi zugelaufen. Beschlossen hat sie der Kreistag. Die Winnender Gemeinderäte im Verwaltungsausschuss mussten nur noch Ja sagen, und das taten sie am Dienstagabend mit Freude und einstimmig; denn der neue Bus führt von Winnenden bis zum Ebnisee und nach Kaisersbach.

„Wir sehen das Thema positiv“, meinte FWV-Sprecher Hans Ilg, „der Bus ist wichtig, um die Leute von da hinten zum Krankenhaus zu bringen. Aber für uns in Winnenden ist er ein absolut genialer Wanderbus nach Kaisersbach, Ebnisee und so weiter.“ „Darf man Fahrräder mitnehmen?“, fragte Renate Sanzenbacher (SPD). Auch sie denkt an Wandern und Radtouren. Aber über Fahrräder ist noch nichts bekannt, denn der eigentliche Grund für die Buslinie ist ein ganz anderer: Sie soll Beschäftigte und Besucher aus dem Raum Kaisersbach und Rudersberg zum Klinikum nach Winnenden bringen und ins Winnender Industriegebiet Langes Gewand mit der Max-Eyth-Straße oder gleich bis zum Bahnhof und damit auch zu Kärcher. Höchstwahrscheinlich ist der Bus für die Bevölkerung in Berglen, Necklinsberg, Rudersberg bis Kaisersbach noch um einiges wichtiger als für die Winnender. Aber die Winnender freuen sich über die neue Verbindung in die Natur, zum Ebnisee und zu den herrlichen Wandergebieten.

Kreistag, Berglen und Althütte haben bereits zugestimmt

Wann genau die neue Buslinie eingerichtet wird, ist der Gemeinderatsvorlage nicht zu entnehmen. Nachdem aber der Kreistag und andere betroffene Gemeinden bereits zugestimmt haben, könnte die Linie zur Fahrplanumstellung Anfang Dezember eventuell starten.

Winnender Gemeinderäte mussten dem Bus überhaupt nur deshalb zustimmen, weil Winnenden einen Teil der Buskosten übernehmen muss, aber das wären nur rund 3500 Euro, wenn die Berechnungen der Kreisverwaltung aufgehen. Solche Zahlen machten die Zustimmung aller Räte unproblematisch. „Bleibt der Winnender Kostenanteil auf Dauer so?“, fragte Thomas Traub (CDU). Das konnte OB Hartmut Holzwarth nicht garantieren: „Wenn die angenommenen Einnahmen nicht eintreten, sieht es anders aus.“ Der Bus wird zwei Jahre auf Probe fahren, dann wird der Kreistag neu entscheiden.

Die Liniennummer führt in Winnenden Verwirrung herbei

Welche Liniennummer bekommt der Bus zum Ebnisee? Da wird’s in Winnenden brenzlig. Die Kreisverwaltung hat in der Arbeitsvorlage mal die Nummer 340 vergeben. Das ist in Winnenden eine bereits existierende Buslinie, die nach Birkmannsweiler in den Ort und ins Industriegebiet führt. „Unsere alte Linie 340 wird auf jeden Fall weitergeführt“, versicherten Ordnungsamtsleiterin Beatrice Hertel und OB Holzwarth. Denkbar sei, dass der Kreis noch eine andere Nummer für die neue Linie wähle, oder dass Winnenden seine alte Linie 340 umbenenne. Richard Fischer (CDU) hatte hier genau nachgefragt, denn der Bus zum Ebnisee streift Birkmannsweiler nur entfernt. Er fährt vom Bahnhof ins Industriegebiet, dann zum Kreisklinikum und auf die Südumgehung. In Birkmannsweiler hält er gar nicht, sondern nur auf der Straße nach Berglen bei der Abzweigung nach Lehnenberg. Auch Höfen und Baach erreicht die neue Linie nicht.

Die alte Linie 340 bekommt vielleicht eine andere Nummer

„Der Bus nach Kaisersbach ist kein Ersatz für unsere Linie 340. Die bleibt erhalten, bekommt höchstens vielleicht eine neue Nummer“, erklärte OB Holzwarth. Damit sind Zweifel ausgeräumt: Nächstes Jahr fahren Winnender mit dem Bus zum Baden an den Ebnisee.


Die Kostenrechnung

Die neue Buslinie wird im Jahr ziemlich genau 332 000 Euro kosten – das haben Kreisverwaltung und VVS ausgerechnet. Der Bus soll aber sehr gut ausgelastet sein, hoffen die Planer. Sie rechnen mit Einnahmen aus Busfahrkarten in Höhe von jährlich 293 000 Euro.

Dann bleiben nur noch 39 000 Euro Defizit übrig, die vom Landkreis und den beteiligten Kommunen bezahlt werden müssen. Winnenden trägt 3500 Euro von diesem Gesamtdefizit, Althütte 2700, Berglen 2500. Den höchsten Anteil soll Rudersberg mit 7500 Euro bezahlen. Kaisersbach soll 3300 Euro beisteuern. Die Kostenanteile wurden nach Streckenlängen und Haltestellenzahlen berechnet.

Ein Fahrplanentwurf liegt bereits vor. Der erste Bus würde in Winnenden am Bahnhof um 6.15 Uhr starten und wäre um 7.06 Uhr in Kaisersbach. Der Bus zum Ebnisee würde stündlich fahren. Der letzte Bus startet um 19.15 Uhr.

Sonntags fahren die Busse dieser Linie nur alle zwei Stunden und starten um 7.15 Uhr. Von Kaisersbach startet der erste Bus um 5.20 Uhr.

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