Winnenden Kontrollen wirken: Waiblinger Berg hat sich verändert

Der Mohn blüht, die Kirschen reifen und kein Zaun behindert den Blick: Etliche Gartenstückle auf dem Waiblinger Berg sehen mittlerweile so naturnah aus – die Bauvorschriften für den Außenbereich haben zu einem Kompromiss geführt, der sichtbar ist. Foto: ZVW/Martin Schmitzer

Winnenden. Der Waiblinger Berg hat sich verändert seit 2016. Unerlaubte große Hütten sind verschwunden, Zäune abgebaut, selbst die mehrfach in der Zeitung erwähnte Yacht, die auf einem Außengrundstück gelagert wurde, ist weg. Der Gemeindeverwaltungsverband hat durchaus etwas bewirkt mit seinen Kontrollen.

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14.12.2017: Kein Gartenhausgebiet auf dem Waiblinger Berg

13.03.2018: Waiblinger Berg: Die Renaturierung beginnt


2016 war es den Gemeinden Schwaikheim, Leutenbach und Winnenden zu viel geworden, was Stücklesbesitzer auf ihren Grundstücken alles einbetonierten, lagerten und aufbauten. Der Gemeindeverwaltungsverband pochte auf Kontrollen und stellte Kontrolleure ein. Damit erregte er den Unmut einiger Gartenbesitzer und auch einiger Gartenbauvereine. Große Diskussionen kamen auf über Kinderschaukeln, Wassertanks und Wildschweinschutz durch Zäune.

Kompromisse mit Stücklesbesitzern gefunden

Bei den Kontrollen stießen die Verwaltungsleute auf zig Einzelfälle: Enkelkinder, die noch im Schaukelalter waren, Zäune, die vor 1960 schon standen, und weiße, gitterstabilisierte Wassertanks, die hässlich, aber in trockenen Sommern für Pflanzen überlebensnotwendig sind. Wer heute über den Waiblinger Berg spaziert, stellt fest: Mancher hässliche Tank steht noch, aber längst nicht mehr alle und längst nicht mehr so auffällig wie 2016. Verwaltungsverband und Stücklesbesitzer haben sichtlich Kompromisse gefunden.

Der Gemeindeverwaltungsverband schreibt jetzt in einer Pressemitteilung: „Erfolgreicher Rückbau der Bauten im Außenbereich“. Die Entwicklung bis 2016 habe das Landschaftsbild und die ökologische Funktion negativ beeinflusst, auch die Erhaltung der Landschaft als Erholungsraum für die Allgemeinheit sei am Ende beeinträchtigt worden.

Kontrolleure eingestellt

Aus diesem Grund wurden im Sommer 2016 beim Gemeindeverwaltungsverband Winnenden 1,5 befristete Stellen für einen Bausachverständigen und eine Verwaltungskraft geschaffen, um mehr zu überprüfen und um Rückbau oder Beseitigung zu bitten oder sie durchzusetzen. „Zahlreiche ungenehmigte Bauten auf etlichen Grundstücken“ seien inzwischen entfernt worden. Der Verband: „Auf diversen Grundstücken hat mittlerweile auch ein Generationswechsel stattgefunden, der den Rückbau von unrechtmäßigen baulichen Anlagen und die Intensivierung der gewünschten extensiven Landschaftspflege stark begünstigt hat.“

Um die begonnenen Arbeiten fortzusetzen, hat sich der Gemeindeverwaltungsverband Winnenden vor einigen Monaten auf beschließende Weisung aller drei Gemeinderäte von Leutenbach, Schwaikheim und Winnenden entschlossen, diese Stellen nun dauerhaft einzurichten, um auch in Zukunft die Entwicklung im Außenbereich positiv zu steuern. „Die Erfahrungen der vergangenen drei Jahre haben die Notwendigkeit dieser Arbeit vollauf bestätigt“, so der Vorsitzende des Gemeindeverwaltungsverbands, Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth.

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