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Winnenden Kultur, Kinder und Kommerz

Winnenden. Kultur, Kinder und Kommerz, unter diesem Dreiklang lockte der Winnender Herbstmarkt und verkaufsoffene Sonntag auch diesmal wieder die Besucher in die Stadt.

Punkt zwölf Uhr läutet Kürbisschnitzer Remy Butterlin unter seinem Pavillon eine Glocke, und fünf junge Damen sowie ein junger Mann laufen auf dem Marktplatz zusammen. Aus einem Blockbuster hämmern urplötzlich Bässe, die sechs formieren sich zu einem Ensemble, „shake their tail feathers“, und tanzen anmutig-leichtfüßig zur Musik des „King of Pop“ Michael Jackson über das regennasse Pflaster. Die Marktbesucher bleiben stehen, kommen neugierig näher, lassen sich begeistern vom strahlenden Charme der Tänzerinnen und des Tänzers, anstecken von deren überschäumender Bewegungs- und Lebensfreude. Es dauert nicht lange, und schon mischen sich die Ersten unter die Tanzenden, reihen sich ein und tanzen mit – Winnenden hip-hopt und klatscht begeistert!

Mit diesem „Flashmob“ eröffneten die Schülerinnen und Schüler der Tanz-Akademie Minkov den Herbstmarkt. Choreografiert haben den spektakulären Move Helen Petrissa Glatz und Nelli Ostertag, bis zur perfekten Inszenierung einstudiert wurde er unter der Supervision der Dozentin Marilena Grafakos. Bei diesem garstigen nasskalten Wetter hätte dem Herbstmarkt gar nichts Besseres passieren können als solch ein herzerwärmender Auftakt!

Jede Stunde an einem anderen Platz eine Tanzeinlage

„In den letzten Jahren“, erläuterte Vesselin Minkov, „choreografierte das 3. Lehrjahr immer die Modenschau zum Herbstmarkt“. Heuer habe man sich gemeinsam mit dem Stadtmarketing als Alternativprogramm überlegt, die Gäste an unterschiedlichen Plätzen mit Showeinlagen zu überraschen. „Die Absicht dahinter“, so Timm Hettich, der Geschäftsführer des Stadtmarketings, sei gewesen, den Herbstmarkt und verkaufsoffenen Sonntag räumlich etwas zu entzerren. Damit sich die Aktivitäten nicht zu sehr auf dem Marktplatz zusammenballen, findet jede Stunde woanders ein Flashmob statt. Damit sollen Besucher auch auf den Adlerplatz oder den Viehmarkt gelockt werden.

Viehmarkt-, Adler- und Bengel-, wie auch der Marktplatz und die umliegenden Straßen der Fußgängerzone, lagen eine Stunde davor noch im Dauerregen fast vollkommen verwaist. Als um halb acht der Aufbau der Marktstände begann, berichtete Timm Hettich, habe es noch in Strömen gegossen. Da habe er dann schon ein wenig „Bauchweh“ bekommen, ob dieser Herbstmarkt am Ende nicht ein Schlag ins Wasser würde. Doch nachdem für den Nachmittag trockenes Wetter angesagt war, kamen auch die Besucher auf den Markt und genossen die Mischung aus verkaufsoffenem Sonntag und Familienprogramm.

Kürbisse werden zu Halloweengeistern

Ein zentraler Anlaufpunkt für Groß und Klein war auch heuer wieder Remy Butterlin. Er zeigte den Kindern nicht nur, wie man Kürbisse in Mäuse, Halloweengeister, Schiffe und sonstige Kunstwerke verwandelt, darüber hinaus lockte er mit seiner leckeren, direkt vor Ort auf seinem Oldtimer-Lastwagen aus dem Jahre 1928 zubereiteten Kürbissuppe. Gute Laune habe er ebenfalls überreichlich mit nach Winnenden gebracht, versicherte er, so viel, dass er gern davon an die großen und kleinen Marktbesucher abgebe. Er selbst habe das Kürbisschnitzen während seiner Zeit als Koch gelernt, wobei er viel herumkam – in Singapur, auf den Philippinen und Thailand sei das kunstvolle Dekorieren der Teller mit geschnitzten Gemüsen eine Selbstverständlichkeit. „Da kannst du richtige Zauberer erleben!“, sagte er. Dort habe er angefangen, sich selbst mit dieser Kunst zu beschäftigen, habe abgeschaut und gelernt.

Ein Familienprogramm versprach auf dem Santo-Domingo-de-la-Calzada-Platz auch Michaela Hambach, die ehrenamtliche Geschäftsführerin der Kreisgliederung Rems-Murr der Malteser. Die Jugendgruppe hatte eine Spielstraße vorbereitet, zudem konnte man den Krankentransportwagen der ersten Einsatzabteilung des Bevölkerungsschutzes besichtigen, den die Malteser gemeinsam mit dem DRK betreiben.

Für die ökumenische Schulgemeinschaft der Albertville-Realschule, deren Stand direkt bei den Maltesern lag, erklärte Religionslehrer und Schulseelsorger Heinz Rupp, gehe es an diesem Sonntag darum, über den von ihr unterstützten „Hoachanas Children Fund“ zu informieren und über den Verkauf von Früchtespießen und Punsch Geld zur Unterstützung bedürftiger Schulkinder in Namibia zu sammeln.

Klaus Langhans vom Bürgerverein Hertmannsweiler wiederum freute sich, dass der Verein mit seinem Kaffee- und Kuchen-Angebot bei dem Herbstwetter genau richtig lag. Mit den Einnahmen will der Verein eine würdige Aussegnungshalle in Hertmannsweiler bauen.

Viele sind dabei

Als „hervorragend“ bewertete Timm Hettich die Zusammenarbeit zwischen Stadtmarketing und Winnender Geschäften. Er schätze, dass 95 Prozent der Geschäfte von 12 bis 17 Uhr geöffnet hätten. „Da sind so gut wie alle dabei!“

Als wiederum gelungen bewertete er den „Spagat, den man jedes Mal aufs Neue beim Herbstmarkt machen muss, um einerseits attraktive Marktstände nach Winnenden zu bekommen, andererseits aber auch nicht zu viele, um die Schaufenster und Zugänge der Geschäfte zu verstellen“.

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