Winnenden Kunstwettbewerb fürs neue Klinikum

Winnenden. Insgesamt 120 Entwürfe aus ganz Deutschland wurden zum Kunstwettbewerb für die Eingangshalle des neuen Rems-Murr-Klinikums in Winnenden eingereicht. Acht kamen am Ende in die engere Auswahl. Der Siegerentwurf von Burghard Müller-Dannhausen aus Koblenz wurde nun im Winnender Rathaus der Öffentlichkeit vorgestellt.

Zu gestalten war, wie Jürgen Winter, Geschäftsführer der Rems-Murr-Kliniken, in seiner Begrüßung sagte, „die Visitenkarte“ des neuen Klinikums, der immerhin 184 Meter lange Eingangsbereich. Dabei wurde „mehr als nur dekoratives Beiwerk“ gängiger Kunst am Bau erwartet. Und das habe, befand nun eine 14-köpfige Jury, Burghard Müller-Dannhausen mit seinem schlicht „Farbwand“ genannten Vorschlag am besten eingelöst.

Gelungene Zwiesprache in komplexer Krankenhausmaschinerie

Christian von Holst, ehemaliger Direktor der Staatsgalerie und Vorsitzender der Expertenjury, sprach denn auch bei der Vorstellung „von der besonderen Qualität“ dieses Entwurfs, für den man sich „bei einer hochrangigen Auswahl in großer Mehrheit und in langen Diskussionen“ entschieden habe. Der Kunsthistoriker lobte den „insgesamt harmonischen“ Farbwandel des Entwurfs – von hellen Gelbtönen ins Rötliche übergehend - als einen „Erfahrungsweg“, der ein Gefühl „wehender Vorhänge“ vermittle. Das sei „eine gelungene Zwiesprache im schwierigen architektonischen Feld einer komplexen Krankenhausmaschinerie“, hob von Holst hervor. Deshalb sei „die Freude groß“ über eine sich über insgesamt 68 Farbtöne erstreckende Wandgestaltung, die, wichtig gerade für kranke Menschen, die Eingangshalle in „einen ruhigen Farbraum verwandelt“.
Sein Konzept erläuterte der anwesende Preisträger Burghard Müller-Dannhausen selbst, indem er von einer „Fortsetzung der Architektur mit der Malerei“ sprach. Die Magistrale habe die Aufgabe, das Klinikum miteinander zu verbinden, sie bilde einen Weg ab. „Das ist es, was mich leitet: der Weg als fortschreitender Prozess, als Genesungs- und Heilungsprozess.“ Der 65-jährige Künstler erklärte, „die Farben transportieren das Frische und Lebendige. Dieser Botschaft wollte ich eine Seele geben“. Burghard Müller-Dannhausen bedankte sich nicht nur, dass sein Konzeptvorschlag ausgewählt wurde. sondern hob auch die „kollegiale Atmosphäre“ mit den anderen beteiligten Künstlern etwa „bei den Rundgängen mit Helm auf der Baustelle“ hervor. Diese anderen, in die engere Auswahl gekommenen Arbeiten wurden anschließend von Jury-Mitglied Karin Uhr vorgestellt. „Das Thema Heilung liegt bei einem Krankenhaus als Auftraggeber nahe“, sagte sie „und so haben viele Künstler Pflanzen und ihre heilende Wirkung in ihren Arbeiten thematisiert.“

Alle in die Endrunde gekommenen Vorschläge sind noch bis zum 15. Juni im Foyer des Winnender Rathauses zu sehen.

„Die Patienten mit ihrem Leid, die Besucher mit ihren Sorgen, das Personal in seinem anstrengenden Dienst - sie alle sollen aufatmen und aufleben.“

Burghard Müller-Dannhausen über die beabsichtigte Wirkung seiner Farbgestaltung der Eingangshalle des neuen Rems-Murr-Klinikums
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