Winnenden. Beim Zieleinlauf ist alles möglich: Ein Grundschüler läuft, hat Tempo, torkelt, lässt den Kopf so weit unten baumeln, dass er schier mit der Nase den Wunnebadrasen streift, aber er schafft’s, wird aufgefangen von Mitschülern. Das ist der Winnender Schultriathlon: über 100 Helfer, 1470 Teilnehmer, darunter viele kämpferische, aber auch ganz lässige.

Zwei dreizehnjährige Mädchen flanieren verlegen lächelnd im Spaziergängertempo durchs aufgeblasene Zieltor. Auch sie tragen Startnummern, auch ihre Zeit wird registriert. Freundinnen am Rande feuern sie noch an beim Zieleinlauf: „Hopp! Hopp! Hopp!“ Wirkungslos. Die lassen sich keinen Stress machen, aber wenigstens machen sie mit. Der Schultriathlon sieht so freiwillig und sportbegeistert aus. Ist er auch bei den meisten, vor allem bei den jungen Teilnehmern. Aber es gibt auch den sanften Druck der Schule. „Wer mitmacht und anständig durchs Ziel geht, bekommt dafür einen Punkt in der Sportnote“, sagt ein Lehrer der Zwölftklässler.

Drei Jungs unterm Sonnenschutz registrieren alle Zieldurchläufe


Die reine Begeisterung aber überwiegt, zum Beispiel auch bei den drei Jungs vom Zieltor. Die sitzen den ganzen Tag unterm Sonnenschutz, brüten in der Hitze und notieren die Startnummern. Eine Helferin ruft sie ihnen zu: „501, 413! ... Die Startnummer nach vorne! Ein Moment“. Eine Schülerin hat vorne nur noch ein paar Fetzen hängen, Aber die hintere Startnummer ist intakt: „496!“ Lucas Würth tippt die Nummer in den Klapprechner (Laptop). Mit einem Mausklick hält er die Uhrzeit beim Zieldurchlauf fest. Philipp März tippt die Zahlen zur Sicherheit ein zweites Mal in seinem Rechner ein. Und nebenan notiert Marius Vielsack Einlaufzeit und Nummer mit Bleistift auf Papier. Alle drei sind nicht mehr auf gute Sportnoten angewiesen, sie haben eben ihr Abitur gemacht.

Beim Umziehen verlieren manche wertvolle Minuten


Am Start beim Schwimmerbecken tippt einer Startnummern und Startzeiten in einen Laptop. Hinterher werden die Laufzeiten ausgerechnet. Am Start sind die Gruppen noch beieinander. Die Schüler stemmen sich alle an die Beckenwand, halten sich fest. „Bääh!“ Eine Hupe markiert den Start. Die Schüler schwimmen los. Um sie herum ist ein kreischendes Jubeln, Schnattern und Zwitschern. 100 Meter müssen die Sechstklässler schwimmen. „Das geht“, sagt einer, „mehr sollt’s aber nicht sein.“ Mädchen, die am Beckenrand stehen, rudern mit ihren Armen durch die Luft wie Windräder: „Kraul! Kraul!“ rufen sie.

Die Ersten sind durch, rennen zur Wiese rüber, wo ihre Kleiderhäuflein liegen. Dort entscheidet sich, wer wirklich schnell durch alle drei Disziplinen kommt: Ein Mädchen greift nach seinen Turnschuhen, merkt, dass es vorher die Schnürsenkel gar nicht gelöst hat, nestelt rum, kriegt die Knoten nicht schnell auf, verliert Minuten um Minuten. Die Nächste zieht ihr Sporthemd über den Badeanzug, merkt, dass man die Startnummern gar nicht sieht, weil sie es auf links übergezogen hat, rupft herum, reißt das Hemd hoch und verreißt dabei die Startnummer. Auch wieder ein Zeitverlust.

Ohne Helm kommt keiner zu den Fahrrädern durch

„Helm aufsetzen. Helm auf!“, ruft ein Lehrer. An ihm kommt keiner vorbei ohne Kopfschutz. Sie hasten zu ihren Fahrrädern, starten zum Rundkurs Richtung Zipfelbachtal, drehen eine Runde, rennen auf den Fahrradplatz und laufen los am Zipfelbach und Wunnebad entlang zum Ziel beim Beachvolleyballfeld des Wunnebads.

Obst, Wasser und ein Schulterklopfen bekommen sie am Ziel. Den Schnellsten hängt der Super-Triathlet Daniel Unger eine Medaille um, aber alle erhalten ein Finisher-T-Shirt, diesmal in Dunkelblau. Siegreiche Schulklassen halten jubelnd eine Trophäe aus Acrylglas in die Höhe.


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