Winnenden/Leutenbach Langes Warten auf den Umbau der B14-Anschlussstelle

Feierabendverkehr auf der B 14: Ausfahrt Winnenden-Mitte/Leutenbach. Foto: ZVW/Gabriel Habermann (Archiv)

Leutenbach/Winnenden.
Die staugeplagten Autofahrer an der B-14-Anschlussstelle Winnenden-West/Leutenbach werden noch sehr viel Geduld brauchen. Abhilfe ist erst in sieben, acht Jahren in Sicht. Anfang übernächsten Jahres ist laut dem federführenden Regierungspräsidium (RP) mit einer Empfehlung und anschließend der Entscheidung zu rechnen, welcher der bislang untersuchten, als erfolgversprechend geltenden und noch weiter zu prüfenden Varianten des Umbaus des Anschlussbereichs der Vorzug gegeben werden soll.

Voraussichtlich fünf Jahre, ab heute, wird es laut RP dauern, bis das Verfahren inklusive Artenschutzgutachten, Umweltverträglichkeitsprüfung, Lärmgutachten, weiteren Verkehrszählungen Baureife erlangt. Für die anschließende Ausführungsplanung und die Erstellung der Ausschreibungsunterlagen rechnet das RP mit einem weiteren Jahr, beim Vergabeverfahren, abhängig von den Kosten mit bis zu einem halben Jahr, bei der Bauzeit, je nachdem welche Variante verwirklicht wird, mit einem bis zwei Jahren.

Gutachten ergeben geringen Verkehrszuwachs

Es gab bislang drei Verkehrszählungen an den Knotenpunkten, den beiden Kreisverkehren an den Auf- beziehungsweise Abfahrten zur/von der B 14, im Juli 2015, im November 2017 und zuletzt im März, auch weil Auswirkungen der Freigabe des neuen B-14-Abschnitts zwischen Nellmersbach und Waldrems einfließen sollten.

Es hat in den Zweijahresabständen laut dem Verkehrsplanungsbüro Karajan aus Stuttgart in der Summe einen geringen Zuwachs an Verkehrsbelastungen dort in der abendlichen Hauptverkehrszeit gegeben (jeweils plus rund 200 Fahrzeuge je Stunde). Die Entwicklung zur morgendlichen Hauptverkehrszeit sei ähnlich.

Annahme, dass der Verkehr jährlich um 0,5 Prozent wächst

Karajan geht von einer allgemeinen Verkehrszunahme von 0,5 Prozent je Jahr bis zum Jahr 2030 aus, und das Büro hat außerdem die zusätzlichen Belastungen aus dem angrenzenden Kärcher-Areal (Tankstelle, Cleanpark, Raststätte) berücksichtigt. Auf der Basis der Zahlen aus den drei Erhebungen und seiner Prognose hat es sieben Varianten untersucht. Vier davon hält es für „leistungsfähig“, empfiehlt, nur diese weiterzuverfolgen.

Bei der ersten dieser Varianten würde die K-1898-Querspange (von und nach Leutenbach) verschwenkt und damit eine neue Einmündung auf die Landesstraße von Affalterbach her (L 1127) gebaut und mit Ampeln versehen. Der nördliche Kreisel, auf Leutenbacher Markung, würde zurückgebaut, also verschwinden. An seine Stelle käme eine Einmündung, ebenfalls mit Ampeln. Der bisherige südliche Kreisel, auf Winnender Seite, zwischen L 1127 und Marbacher Straße, würde zu einem sogenannten Turbokreisel mit zwei Fahrspuren umgebaut.

Weitere Varianten verzichten ganz auf Kreisverkehr

Bei der zweiten Variante würde die Querspange ebenfalls verschwenkt, die neue Einmündung auf die L 1127 ebenfalls mit Ampeln versehen. Auch dort gäbe es an der Zu- beziehungsweise Abfahrt von/zur B 14 eine Einmündung mit Ampeln anstelle des bisherigen Kreisels. Aber bei ihr würde auch der zweite Kreisel verschwinden, der Knotenpunkt nach Osten Richtung Winnenden versetzt und als Kreuzung mit Ampeln gestaltet.

Bei der dritten Variante würde die K-1898-Querspange an der bisherigen Stelle bleiben, sie also nicht versetzt und aus dem bisherigen Kreisverkehr an dieser Stelle eine Kreuzung mit Ampeln. An die Stelle des südlichen Kreisels würde ebenfalls eine Kreuzung mit Ampeln kommen. Dieser Kontenpunkt bliebe also an seiner bisherigen Stelle.

Bei der vierten Variante würde die K-1898-Querspange versetzt, es würde also auch dort eine Einmündung auf die L 1127 mit Ampeln geben. An die Stelle des bisherigen nördlichen Kreisels käme ebenfalls eine Einmündung mit Ampeln, an die Stelle des bisherigen südlichen Kreisels eine Kreuzung mit Ampeln, dieser Knotenpunkt würde also in der Variante nicht versetzt werden.


Keine Präferenz und keine Aussage zu den Kosten

Der Vorteil der Versetzung der K-1898-Querspange wäre, dass der bisherige stauträchtige Knotenpunkt am nördlichen Kreisel laut Karajan so „entzerrt“ würde.

Die Versetzung des südlichen Knotenpunktes würde eine längere Abfahrt von der B 14 bedeuten, die Aufstellfläche für von dieser abgefahrene Fahrzeuge sich um bis zu 100 Meter verlängern.

Allerdings entstünde in beiden Fällen ein höherer Flächenverbrauch.

Ampeln (also eine Kreuzung mit diesen) hätten gegenüber dem Turbokreisel den Vorteil, dass sich mit ihnen der Verkehrsfluss steuern lasse. Anders gesagt: Wenn diese Art Kreisel erst mal gebaut sei, könne man nachträglich nicht mehr eingreifen, so Karajan.

Er hält außerdem bei den beiden Variantn, wo der südliche Kreisel durch eine Kreuzung ersetzt wird, der Knotenpunkt aber nicht verlegt wird, eine zweite Brücke direkt neben der bestehenden für erforderlich.

Es braucht nämlich wegen der erforderlichen Abbiegespuren mehr Entflechtungsbereich für den Verkehr auf der Brücke und zwischen den beiden Knotenpunkten. Das geht aber nicht über eine bloße Verbreiterung der bestehenden Brücke, weil die sonst während der Bauzeit komplett ausfallen würde.

Die zweite Brücke würde zwar entsprechende erhebliche Mehrkosten bedeuten, dem stünde aber durch die mehr Spuren eine höhere Aufnahmekapazität gegenüber.

Weder Karajan noch Matthias Bauer vom RP-Baureferat Süd ließen in der jüngsten Sitzung des Gemeindeverwaltungsverbands Winnenden bereits eine Präferenz für eine der vier Varianten erkennen, zumindest nicht öffentlich. Auch gab es auf Nachfragen hin keine Aussagen von ihnen zu den voraussichtlichen Kosten.

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