Winnenden Lichterlohfest: Funkenflug in den Nachthimmel

Jeder neue hineingeworfene Christbaum lässt die Flammen wieder hochlodern. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Winnenden.
Die Weihnachtsmärkte sind noch nicht lange vorbei, da riecht es wieder nach Glühwein. Waffeln gibt es auch und man steht fröstelnd in Schlangen an.

Das Lichterlohfest der „Weltenbummler“ in Höfen bringt mit Fackelzug, Feuer, Party, Winterbar und Feuerzangenbowle alle Generationen zusammen. Eine Menschentraube beobachtet den Flammenberg, der mit jedem hineingeworfenen Christbaum ein neues Funkengestöber in die Höhe spuckt. Viele wärmen sich die Gesichter am Feuer, vor dem eine behagliche Stimmung aufkommt. Die Windstille sorgt für einen weit in den Nachthimmel hineintanzenden Funkenflug.

„Das ist eine Alternative zu Schnee, der bleibt sogar bei Plusgraden liegen“, scherzt jemand und wischt sich den „Niederschlag“ von der Winterjacke. Vom Feuer bleiben „Asche und ein paar Nägel der Paletten übrig“, sagt Organisator Carl-Werner Tiefenbach von den Weltenbummlern. Ein Palettengerüst stützt das Gewicht der Bäume, die Stück für Stück nachgelegt werden. „So brennt es kontrolliert und länger.“ Die meisten Experten an der Feuerstelle sind ehemalige Feuerwehrmitglieder. „Sie kennen sich aus“, sagt Tiefenbach. Aktive der Feuerwehr haben vom Parkplatzrand alles im Blick und sorgen für die Sicherheit.

Etliche wollen den eigenen Baum brennen sehen

Die Anziehungskraft des Feuers ist für Jasmin und Jörg aus Bürg unwiderstehlich. Ihr dreijähriger Sohn Benno habe ganz stolz seine Fackel getragen und sei die ganze Strecke mitgelaufen. Am pratzelnden Feuer lassen sie den Tag ausklingen. „Faszinierend, wie schnell die Bäume brennen“, meint Jörg.

Bei der Entsorgung des eigenen habe sich dieses Jahr etwas Eigennutz durchgesetzt: „Wir wollen ihn im eigenen Ofen abbrennen“, erzählt Jasmin lachend. Bäume hat’s aus Sicht von Tiefenbach wieder reichlich. Etliche wollen den eigenen Baum brennen sehen. 150 ausrangierte Christbäume haben die Besucher herbeigeschafft - ein Schnäpsle oder eine Fackel als Gegenleistung sind offenbar ein guter Ansporn.

Rund 30 Bäume sind schon beim Aufbau am Nachmittag auf einem Haufen gelegen. Zwei Radler wurden abends gesichtet, die ihr Bäumchen radelnd hinter sich hergezogen haben - von Hertmannsweiler nach Höfen.

Ein kleines ruhiges Fest für alle Generationen

Tiefenbach schließt daraus, dass die „inoffizielle“ Baumsammel- und -abgabestelle von Höfen inzwischen bekannt ist. Auch weil sich daraus ein kleines ruhiges Fest für alle Generationen etabliert hat, das in der winterlichen Festlesflaute auf viel Gegenliebe stößt.

„Wir kennen uns vom Bädle im Sommer und treffen uns immer hier“, berichtet Angelika aus Winnenden. Sie ist mit ihren Freundinnen Erika und Birgit vom Aldi-Parkplatz hergelaufen, „inzwischen ziehen wir noch weitere aus der Bädleclique mit her“.

Für zwei Besucherinnen aus Höfen ist es ein „perfekter Anlass, aus dem Haus zu gehen und ein paar Bekannte zu treffen“. Zum Programm gehört auch eine Party. Erstmals wird nach dem Auftakt mit Fackellauf und Feuer bis 20 Uhr in der Alten Kelter in einer After-Ski-Party-Kulisse weitergefeiert. Der Aufwand für das Zelt wie in Vorjahren sei zu hoch, erklärt Tiefenbach.

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