Winnenden Neubaugebiet in Höfen: Parkplatzproblem treibt Nachbarn um

Prof. Dr. Gerd Baldauf erläutert die Vorgaben des Bebauungsplans. Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Winnenden. Keine Beschattungsprobleme, attraktive Erschließung mit dem ÖPNV, kein Gebäude über vier Geschosse hoch und ausreichend Stellplätze - damit werben die Planer für das Neubaugebiet am Seehaldenweg in Höfen. Die CDU-Fraktion hatte zum Rundgang eingeladen, um dort und in der Ortsmitte zu informieren.

Professor Dr. Gerd Baldauf, der die Planung für die Investorenfirma Weisenburger erstellt, ist sicher, „dass hier attraktives Wohnen möglich ist.“ Für das 1,2 Hektar große Baugebiet spreche auch die vormalige Nutzung. Im künftigen Baugebiet hatte zuvor ein Maschinenbauunternehmen seinen Firmensitz, die Erschließungsfläche ist also bereits versiegelt. „Wir gehen nicht in die freie Landschaft, sondern gestalten die Fläche lediglich in Wohnungsbau um“, so Baldauf.

Pikante Randnotiz: Das zweite Standbein der Firma neben der Entwicklung fördertechnischer Anlagen sind - netter Zufall - ausgerechnet „Parksysteme“, wie auf der Webseite der Firma nachzulesen ist. Denn das Thema Parkraum - genauer Parkprobleme - auf dem Areal sorgen nun bei der Bürgerinformationsveranstaltung für reichlich Gesprächsstoff: Mehrere Teilnehmer weisen darauf hin, dass 145 weitere Bewohner herziehen werden. Insbesondere während der Freibadsaison reichten die Parkplätze „hinten und vorne nicht“, so eine Frau, „die Leute weichen jetzt schon aus in die Bildackerstraße.“

Während der Freibadsaison sei eh schon alles zugeparkt

Eine Anwohnerin schildert, was sich aus ihrer Sicht abspielen könnte: „Die Bewohner kommen aus ihrem Neubaugebiet nicht mehr raus, so zugeparkt ist hier bei schönem Wetter alles.“ Projektleiter Lukas Bissinger berichtet auf Nachfrage, dass je zwei Stellplätze pro Reihen- und Doppelhaus sowie ein Tiefgaragenplatz pro Wohnung in den Mehrfamilienhäusern zur Verfügung stehen werden.

Ob denn gewährleistet sei, dass die neuen Bewohner mit den Freibadgeräuschen leben könnten, will eine weitere Anwohnerin wissen. Die Planer bejahen. Beschwichtigt werden auch Befürchtungen, die vorgesehenen Gebäudehöhen raubten anderen Grundstücken Licht oder beeinträchtigten die Optik des bislang klar erkennbaren Ortseingang. Sie verweisen auf den Bebauungsplan, mit dem sich Stadtverwaltung und Gemeinderat zuvor beschäftigt haben. Er sieht 21 Reihen- und Doppelhäuser mit jeweils zwei Stockwerken plus Dach vor. Weitere 45 Wohnungen sollen in fünf Mehrfamilienhäusern entstehen, diese werden drei Stockwerke hoch sein, plus Dach.

Neubaugebiet nur mit Einfamilienhäusern geht nicht

„Wir müssen innerorts für kompaktes Wohnen sorgen und sind aufgefordert, so zu bauen, dass eine gewisse Anzahl von Einwohnern aufgenommen werden kann“, erklärt Baldauf die Entscheidung, das Wohngebiet nicht als reine Einfamilienhaus-Siedlung zu planen. Die Gebäudehöhen orientierten sich an der bestehenden Bebauung, zu der es einen Übergang „ohne Bruch“ geben soll. Ebenso sei an die „Betonung“ des Ortseingangs gedacht worden: So seinen keine nach hinten versetzten Gebäude geplant, sondern nur solche mit Nähe zur Straßenkante. Dies bewirke verringerte Geschwindigkeiten bei durchfahrenden Autos, versprach Baldauf. Der Verkehr werde zudem wie bisher durch am rechten Fahrbahnrand parkende Autos „abgebremst“ - an dieser Art Verkehrsberuhigung soll festgehalten werden.

 Attraktiv gelegen, sei das Neubaugebiet auch per ÖPNV gut erschlossen, so der Planer weiter. Eine Bushaltestelle werde nach vorne in Richtung Kreisel verlegt. Zudem werde aktuell geprüft, ob die gesamte Winnender Straße in eine Tempo-30-Zone umgewandelt werden kann, informiert CDU-Stadtrat Richard Fischer. Verkehrs-, Lärm- und Umweltgutachten seien erstellt. Bliebe es bei der von Baldauf verkündeten Zeitschiene, könnte im dritten Quartal 2020 mit dem Bau und Verkauf von Häusern beziehungsweise Wohnungen begonnen werden.

Auch für die Ortsmitte gibt es Pläne, auch dort gab es Fragen und Infos.

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