Winnenden OB Holzwarth: Stadtticket kommt spätestens im Sommer

Das Busfahren soll attraktiver und damit das Auto etwas aus der Stadt verdrängt werden. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Winnenden.
Das Stadtticket kommt, bereits im Frühjahr oder spätestens im Sommer, das hat Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth in seiner Ansprache beim Neujahrsempfang versprochen.

Mit dem Stadtticket werden Einzelpersonen für drei Euro und Gruppen (bis zu fünf Personen) für sechs Euro den ganzen Tag auf allen innerstädtischen Buslinien unterwegs sein können. Und zum Beispiel nach der Anreise mit der tagsüber viertelstündlich getakteten S-Bahn vom Bahnhof zum Rems-Murr-Klinikum fahren können.

Im Dezember wird die letzte Lücke im ansonsten tagsüber durchgängigen 15-Minuten-Takt zwischen 10 und 12 Uhr geschlossen. Seit einem Monat fährt die S-Bahn zwischen 12 und 15 Uhr bereits viertelstündlich. Ab Dezember werden also zwischen morgens 6 Uhr und abends 20.30 Uhr alle S-Bahnen in diesem Takt fahren.

Stadt plant zusätzliche Fahrradabstellmöglichkeiten

Zu all dem, unter der Überschrift Klimaschutz vor Ort, passt auch, dass der erste Hybrid-Bus seit wenigen Wochen durch Winnenden rollt. Oder dass, um die Attraktivität des Bahnfahrens zu steigern, der Bahnhof weiter „Baustelle“ sein wird.

Nachdem die Bahn mit einem 60-prozentigen Zuschuss der Stadt im Rahmen des Heimattage-Jahrs die Unterführung neu gestaltete, wird sie im Laufe des Jahres die Bahnsteigüberdachung komplett erneuern. Der Austausch der beiden ständig defekten und deshalb immer wieder außer Betrieb genommenen Aufzüge beginnt in dieser Woche. Außerdem plant die Stadt zusätzliche abschließbare Fahrradabstellmöglichkeiten.

Wunnebad wird erweitert, die Ortsdurchfahrt zurückgebaut

Das Thema Klimaschutz werde in Winnenden großgeschrieben, stehe ganz oben in der Agenda, nicht nur im Rahmen eines Elf-Punkte-Plans der Stadt, eines kürzlich aufgelegten Millionen-Fonds und der sich kontinuierlich ausweitenden Energie-Spar- und Wärmeplanungsmaßnahmen von Stadt und Stadtwerken, so Holzwarth. Der auch darauf verwies, dass Bürgermeister Norbert Sailer zu diesem Thema jüngst einen Runden Tisch einberufen hat.

Weitere anstehende Projekte, die Holzwarth aufzählte: Das Wunnebad wird generalsaniert und erweitert, das Rems-Murr-Klinikum erweitert, dessen Betten- und Behandlungsbauten erweitert und um ein Parkhaus ergänzt. Es sollen bezahlbare Wohnungen sowie neue Kitas entstehen, die Ortsdurchfahrt wird im Zuge des Rückbaus der alten B 14 neu gestaltet. In seiner Vorausschau zeichnete Holzwarth ein Bild von Winnenden als ein von Energie und Tatendrang strotzendes Kraftwerk, das aus dem Heimattagejahr gestärkt und erfüllt mit neuen Ideen und Projekten sei. Dazu passte das von den Chören „Gospel House“ und „City Lights“ gemeinsam vorgetragene „Something inside so strong“.

Das Lessing-Gymnasium und die Kastenschule werden saniert

Den Rückblick auf 2019 überließ Holzwarth dem charmanten Winnender Mädle Celine Traub. Er selbst tauchte mit sichtlichem Vergnügen ein in die Liste von Vorhaben, darunter das Thema Bauen. Der digitale Ausbau werde vorangetrieben, das Lessing-Gymnasium werde saniert, die Kastenschule ebenfalls und dazu erweitert, das bereits sanierte Georg-Büchner-Gymnasium werde nachträglich digitalisiert, der Aufbau eines digitalen Stadtmuseums vorangetrieben.

„Beim drängenden Thema Wohnungsbau haben wir mit dem regionalen Wohnbauschwerpunkt Adelsbach einen entscheidenden Beitrag geleistet, der ab sofort zur Bebauung ansteht“, so Holzwarth. Ein „Masterplan Innenstadt“ werde in den nächsten Monaten auf- und später Schritt für Schritt umgesetzt.

Holzmarkt-Carré und neuer Kronenplatz

Weitere Baugebiete in Stadt und Stadtteilen, aber auch Nachverdichtungen seien geplant, ebenso gemischte Geschäfts- und Wohngebäude wie das Holzmarkt-Carré, das Mehrgenerationenhaus „Mittendrin und Nahdran“, der Kronenplatz-Neubau und das neue Area an der Schmidgallstraße.

Dank des vom Gemeinderat beschlossenen Handlungskonzepts „Soziales Wohnen“ gebe es in Winnenden künftig eine Quote von 20 Prozent sozialem Wohnraum, um auch für die unteren Einkommensgruppen das dringend benötigte Wohnungsangebot zu sichern, führte Holzwarth aus.

Zu den Bewerbungen für die Internationale Bauausstellung 2027 und die Landesgartenschau (gemeinsam mit Schwaikheim) Anfang der 30er Jahre, führte Holzwarth aus, er gehe davon aus, dass Winnenden bei der IBA mit einer Aufnahme mit dem Stadtquartier am Bahnhof gute Chancen habe. Zur Landesgartenschau verwies er darauf, dass die hiesige Bewerbung die einzige interkommunale sei und damit ein „Alleinstellungsmerkmal“. Motivation für die Bewerbung sei die Remstal-Gartenschau, die im vergangenen Jahr eine gelungene Großveranstaltung der gesamten Raumschaft von 17 Kommunen gewesen sei, durch die die Zusammenarbeit auch für die Zukunft gestärkt worden sei und der Rems-Murr-Kreis ebenso deutlich an Profil gewonnen habe.

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