Winnenden Die Band Once On Earth veröffentlicht ihr erstes Album

Erwartet mit Spannung den Erfolg ihrer ersten EP: Die Winnender Band Once On Earth. Von links Jonathan Butsch (Schlagzeug), Nicolai Blank (Gitarre), Jana Binder (Gesang und Bass), Jan Hähl (Keyboard). Das Foto ist an einem der Schauplätze des Videos zum Song „Masterpiece“ aufgenommen worden. An einem Badesee im Wald bei Crailsheim. Foto: Pascal Schmidt

Winnenden. Äußerlich cool und lässig, machen die vier jungen Musiker jedoch aus ihrer wachsenden Vorfreude keinen Hehl: Die Band Once On Earth bringt am Samstag, 25. März, ihre erste EP (Extended Play) heraus. Komponiert und getextet von den Vieren, verfeinert und aufgenommen mit einem Produzenten und vorab finanziert von den Fans.

Im Video: Die Band Once on Earth aus Winnenden stellt sich vor.

Die Schwaikheimerin und die drei Winnender gehen seit zweieinhalb Jahren mit sympathischem Ehrgeiz ihren Weg. Sie schreiben von Anfang an ihre eigenen Songs, treten auf, so oft es Schule und Studium erlauben, feiern Erfolge bei Bandwettbewerben. „Für uns ist die EP, das ist quasi ein halbes Album, der nächste Schritt, um ins Musikbusiness einzusteigen“, sagt Schlagzeuger Jonathan Butsch (23).

„Wir wollten uns professionell aufnehmen lassen und damit auch die Lieder festhalten, in die wir so viel Herzblut hineingesteckt haben.“ Keyboarder Jan Hähl (22) ergänzt: „Mit der EP wollen wir den Leuten auch unabhängig von Konzerten unsere Musik zugänglich machen. Dafür brauchen wir kein Plattenlabel, das Internet bietet ja tolle Möglichkeiten.“

Mit Internet-Geldsammlung Produktion bezahlt

Direktvertrieb per eigener Internetseite und bei Konzerten, klar. Aber wie an das Geld kommen, um die Aufnahmen nicht nach selbst gestrickt im Probenkeller klingen zu lassen, und um die gold-silber funkelnde Scheibe pressen zu lassen? Auch wenn die erste Auflage der CD „Home“ mit 500 Stück klein ist und der Umfang nur die Hälfte eines normalen Albums bietet, hat die gesamte Produktion doch 5000 Euro gekostet.

Musik ist zu Indie-Pop gereift, das Zusammenspiel noch harmonischer

Die vier Musiker haben sich eines Gründerportals im Internet bedient, es heißt Startnext. Damit mussten sie auch in Sachen Eigenwerbung aktiv werden, haben einen Videoclip gedreht, um sich und ihr Projekt vorzustellen. Wer darauf aufmerksam wurde und die Musik(er) mochte, gab einen Vorschuss. „Die 100 Finanzierer bekommen die CD eine Woche früher als andere, gleich bei der Show am Samstag, und stehen namentlich im Booklet.

Außerdem konnte man auch nur einen Song buchen oder sich bei einem Candlelight-Dinner einkaufen, das wir kürzlich veranstaltet haben“, schildert Sängerin und Bassistin Jana Binder (18) das Mammon-für-Musik-Konzept. „Wir mussten uns um neue Fotos kümmern, haben mit dem Presswerk verhandelt und ein CD-Design überlegt“, berichtet die 18-Jährige. „Ich hätte vorher nicht gedacht, was da alles dranhängt.“

Musikalisch weiterentwickelt

Bei all der Arbeit hat sich Once On Earth auch noch musikalisch weiterentwickelt. Dazu trug auch die Arbeit mit dem Produzenten Frieder Does von Kolibri bei, der mit sicherem Gespür „Nuancen in den Arrangements geändert“ hat, so Jan Hähl, um den Sound noch besser für die EP werden zu lassen. Die Feinarbeit betraf alle Register, von Nicolai Blanks Gitarre über den Beat des Schlagzeugs bis zum (mehrstimmigen) Gesang.

Auch wenn die ausdrucksstarke Stimme von Jana Binder nach wie vor für Wohlbehagen und Ergriffenheits-Gänsehaut sorgt, es hat sich im vergangenen Jahr einiges verändert. Die Band bezeichnet ihren Stil nun als Independent-Pop, nicht mehr als sphärischen Pop-Rock. „Wir sind deutlich poppiger geworden“, sagt Jonathan Butsch.

„Wir klingen aufgeräumter“

Jana Binder ergänzt: „Es ist klarer definiert, wer was macht, wir haben mehr Struktur in den Songs und merken, was zu uns passt.“ Nicolai Blank (21) findet, „wir klingen aufgeräumter“, was Jan Hähl auch aufs „Feedback bei unseren Auftritten“ zurückführt. Die Band lässt sich von Reaktionen und Stimmungen lenken. Dazu ist ihr Zusammenspiel noch harmonischer geworden, es changiert elegant zwischen melodiebetonter Ruhe und mitreißendem, federndem Rhythmus.

Im Gespräch setzt sich dieser Duktus fort: Die Musiker sind aufeinander eingegroovt, ein Satz löst geschmeidig den nächsten ab, schließt inhaltlich an, ohne dass man dem Kollegen ins Wort fallen würde. „Wir schreiben auch zu viert die Songs, jeder steuert etwas von seinem Part bei“, sagt Jan Hähl. „Das ist vielleicht umständlicher“, meint Jonathan Butsch – dafür stehen alle zu 100 Prozent hinter dem Lied.

Musikvideo auch in der "Brasserie" gedreht

  • Das Konzert zur Veröffentlichung findet am Samstag, 25. März, ab 19.30 Uhr im Club Zentral in Stuttgart statt. Außer Once On Earth treten die Band Hunting Elephants und der Singer-Songwriter Toni auf. Karten gibt’s auf www.once-on-earth.de
  • Die EP „Home“ ist am Konzertabend erhältlich und kann danach zum Preis von acht Euro im Internet-Shop der Band bestellt werden – aber erst ab dem 31. März wird die Platte ausgeliefert und laufen die fünf Lieder auch auf den Musikplattformen Spotify und itunes.
  • Auch Videos gehören zum Werbepaket, mit dem die Band auf sich aufmerksam macht. Im Internet findet man zwei von Liveauftritten und eines, das extra für die EP-Geldsammlung gedreht wurde.
  • Auf Youtube läuft das Musikvideo zum Lied „Masterpiece“. „Darin stehen wir nicht auf der Bühne, sondern spielen die Geschichte“, sagt Sängerin Jana Binder. Es geht um eine alte Freundschaft, man verliert sich aus den Augen und trifft sich durch Zufall wieder. Auch dieser Kurzfilm ist professionell gemacht und charmant-ungekünstelt umgesetzt:

  • Gedreht wurde „Masterpiece“ an einem Waldsee bei Crailsheim, in den Weinbergen und in der „Brasserie“ in Winnenden.
  • Im vergangenen Jahr spielte Once On Earth 26 Auftritte, unter anderem auf dem Sonnendeckfestival in Schwaikheim (wir haben berichtet). Nach dem Erfolg beim Emergenza-Wettbewerb (Europa-Finalteilnehmer) hat unsere Zeitung die Band am 13. Februar 2016 erstmals vorgestellt.
  • 2016 hat Once On Earth den Stuttgarter Rocktest gewonnen.
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