Winnenden Sanierung der Bahnhofsunterführung hat begonnen

Halil Ibrahim Demirkaya, Fachreferent Leistungsmanagement bei DB Netze, ist mit der Entfernung der grünen Fliesen aus den 60er Jahren zufrieden. Foto: Büttner / ZVW

Winnenden. Drei Wochen lang war’s ziemlich staubig in der Bahnhofsunterführung: Ein Mitarbeiter eines Backnanger Abbruchunternehmens hat die grünbraunen Fliesen samt Kleberesten von den Betonwänden gespitzt. Deutsche Bahn und Stadt Winnenden modernisieren Unterführung und Treppenaufgänge für die Heimattage.

Etwa 300 000 Euro wird die Verschönerung von 355 Quadratmeter Wandfläche kosten, den Betrag teilen sich die Bauherrinnen, jede übernimmt die Hälfte. Der bei der Bahn zuständige Fachreferent Leistungsmanagement, Halil Ibrahim Demirkaya, ist zum Pressetermin nach Winnenden gekommen und begutachtet die bisherige Arbeit, streicht an der Wand entlang. Er ist zufrieden: „Der Fliesenkleber musste auch entfernt werden, damit der neue Wandverputz hält.“

Diesen wird eine Leutenbacher Firma anbringen, doch vorher kommen Elektriker und bringen LED-Lichtbänder an den Wänden an. „Sie verlaufen mal auf Augenhöhe, wandern nach unten und wieder nach oben“, beschreibt Demirkaya die „minimalistisch designte Effektbeleuchtung, ähnlich wie wir sie in der Schorndorfer Bahnhofsunterführung gemacht haben“. Die Stuckateurfirma wird den Putz dann so auftragen, dass die Lichtbänder nicht herausstehen, sondern in die Wand eingelassen sind.

Witterung bestimmt, wann die Unterführung fertig wird

„Den neuen Putz kann man aber nur anbringen, wenn es zehn Grad Celsius hat, auch nachts, sonst bröckelt er wieder ab“, erklärt Halil Ibrahim Demirkaya. Deshalb kann der Fachreferent auch noch nicht vorhersagen, wann genau die Unterführung fertig ist. „Irgendwann zwischen Ende März und Ende April, je nach Witterung“, sagt er.

Die Wand wird dann nicht einfach hell angestrichen, sondern erhält Farbakzente in Schwarz und Gelb, den Farben des Landes Baden-Württemberg. „In Anlehnung an die Heimattage, das Winnender Logo verewigen wir auch noch in einer Ecke. Wir sind da in enger Absprache mit Bürgermeister Norbert Sailer und Ralf Köder von der Stadt“, sagt Halil Ibrahim Demirkaya.

Ein Handlauf für Kinder und darüber einer für Erwachsene

Für die komplette Ausleuchtung des unterirdischen Durchgangs werden an der Decke durchgehend große Lampen angebracht. Auch der Bodenbelag wird erneuert: Er wird ganz hell, lichtgrau, und so beschichtet, dass er rutschsicher ist. „Auch Geländer und Handläufe erneuern wir, und zwar nach dem neuesten Standard“, spricht Demirkaya von zweiteiligen Handläufen für Erwachsene und Kinder und Beschriftungen in Blindenschrift an den Enden, damit sich Sehbehinderte informieren können, wohin die Treppen führen. Schließlich wird die Rampe für Kinderwagen und Fahrräder etwas breiter als bisher ausfallen.

Wenn am 4. und 5. Mai Tausende von Gästen mit der Bahn anreisen und den ersten Höhepunkt der Heimattage, die Leistungsschau mit Ständen aus Wirtschaft, Industrie, Handel und Tourismus sowie Musik auf der SWR-1-Bühne am Bahnhof und in der Innenstadt besuchen wollen, betreten sie die Stadt durch den freundlich gestalteten unterirdischen Gang. Und alle anderen Bahnreisenden und Fußgänger haben da unten dauerhaft ein besseres Gefühl.


Farbe statt Chemie

Die alten Fliesen stammen aus den 1960er Jahren. Sie konnten mit Chemikalien von Graffiti gereinigt werden. Nur aus den Fugen zwischen den Platten konnte die Farbe der Schmierfinken nicht entfernt werden.

Künftig werden die Spuren von Spraydose und Edding mit Farbe übermalt. Das ist kostengünstiger als bisher.

„Die Schäden an deutschen Bahnhöfen, die wir wegen Graffiti jährlich beseitigen müssen, kosten uns insgesamt zehn Millionen Euro“, sagt ein Bahnsprecher.

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