Winnenden Schultriathlon: Im Ziel völlig platt

Winnenden.
Am Schluss geben sie alles, die Schüler im Schultriathlon. Da biegen sie laufend ins Wunnebadgelände ein, blicken auf das aufgeblasene Zieltor, und wenn sie klein sind, steht da noch Mama, ruft und winkt, und tatsächlich legt mancher Junge noch einen beeindruckenden Schlusssprint hin.

Schultriathlon – das ist wie ein Festival. Zwar ist der Triathlon ein einsamer Sport, eine Einzelkämpferdisziplin, aber bei diesem Projekt wird er zum Gemeinschaftserlebnis. Schüler sammeln sich klassenweise vor ihren Schulen und radeln dann im Pulk auf das Wunnebad zu. Von weitem hören sie die Lautsprecherstimme: „Wo sind die Schüler aus Weiler zum Stein? Hallo? Wo seid ihr?“ Musik läuft. Schüler im Sportdress wuseln durcheinander. Die Lehrerin führt ihre Klasse zum Hintereingang des Wunnebads, zum Parkrondell. Dort stehen die Fahrradparkplätze im Rund. Jede Schule, jede Klasse hat ihren Abschnitt zum Fahrradparken. Bis dahin wirkt alles noch freudig aufgeregt wie ein Schulausflug. Die Schüler packen ihre Sachen, gehen ins Badgelände, legen ihre Sachen auf feste Plätze und gehen in Badekleidung zum 50-Meter-Becken.

Der Moderator bringt Spannung ins Startgeschehen

„Noch eine Minute bis zum Start“ – Moderator Achim Seiter macht es spannend. „Noch 30 Sekunden“. Die Schulklasse steht am Beckenrand im Wasser. „Noch zehn Sekunden“. „Brrröööööt“ – eine schepprige Hupe ist das Startsignal. „Iiiiih“, „uuuh“ – das Schwimmen, die erste Aktion im Triathlon, ist ein Spaß, am Anfang zumindest. Das planscht und spritzt. Da sind die Ersten schon auf der Rückrunde, während die Späteren ihnen entgegenschwimmen. Sie kreischen und rufen. Die Kleinen brauchen nur eine Strecke zu schwimmen, werden aber schon nach dieser Aktion ruhig und gucken angestrengt, rennen zu ihrem Kleiderpaket, ziehen T-Shirt, Schuhe und Helm an, vielleicht noch eine kurze Hose und rennen zum Rondell, wo ihre Fahrräder noch stehen. Ihre Gesichter erzählen vom sportlichen Ernst, von der Anstrengung und von der Kraft. Sie haben noch Kondition.
Das Rondell am Hintereingang des Wunnebads ist die Drehscheibe des Triathlons, die Wechselzone. Hier sitzen Gerhard Lepschy und ein großes Team des örtlichen DRK bereit. Aus dem Wunnebad strömen die Radler – ins Wunnebad gehen die Starter – an beiden vorbei flitzen die Läufer, die gerade eben von der Radstrecke zurückgekehrt sind. Eltern, Lehrer und Jugendliche ordnen den Trubel: „Halt! ....... Halt, halt, Halt! ... Absteigen. Schieben.“ Im Rondell ist zu viel los, da dürfen die Radler nicht mehr schnell fahren. Die Geübten stellen ihr Rad hin, hängen den Helm an den Lenker und laufen sofort los auf dem Fußweg am Zipfelbach entlang.
Die dritte ist die letzte Etappe. Bei den Kleinen am Morgen ist sie kurz. Die Jugendlichen am Mittag, wenn im Schatten 28 Grad erreicht werden, laufen auch in die Weinberge hoch, wie Organisator Peter Mayerlen vom Landestriathlonverband erzählt. Er wertet die Zeiten aus und heftet die Ranglisten an die Pinnwand. Die Zeiten und Platzierungen sind das eine. Das andere und viele Wichtigere ist: dass jedes Mal so viele ganz durchkommen. Das beeindruckt Mayerlen, den Profi.

Die Organisation

Seit elf Jahren hat Winnenden einen Schultriathlon. Der Triathlet Peter Mayerlen hat den Anstoß dafür gegeben und organisiert ihn. Mayerlen ist mittlerweile Geschäftsführer des Landestriathlonverbands.
Befasst mit dem Triathlon sind zahlreiche Helfer: Eltern, die den Erfrischungsstand am Ziel betreiben, Lehrer, Das Rote Kreuz, die DLRG, Wunnebad- und Stadt-Mitarbeiter.

  • Bewertung
    12
 

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!