Winnenden/Stuttgart OB-Wahl in Stuttgart: Holzwarth ist bereit

OB Hartmut Holzwarth beim Neujahrsempfang: Von Ambitionen in Stuttgart ahnte da noch niemand etwas. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Winnenden.
Verliert Winnenden seinen Oberbürgermeister? Am Freitagmorgen hat OB Hartmut Holzwarth überraschend für die meisten Winnender erklärt, dass er sich der CDU für eine Kandidatur um das Amt des Stuttgarter Oberbürgermeisters zur Verfügung stellt. Das ist noch lange kein Weggang, aber es ist ein kleiner Schritt in Richtung Landeshauptstadt, mit dem noch beim Neujahrsempfang der Stadt Winnenden niemand gerechnet hätte.

Die CDU-Findungskommission hatte Hartmut Holzwarth im Auge

Ausgelöst hat diesen Schritt eine Findungskommission der CDU, die derzeit einen passenden Bewerber oder eine Bewerberin für Stuttgart sucht. Holzwarth wurde in internen Beratungen genannt. Davon hat ihm jemand berichtet. Er fragte nach bei der Findungskommission, wurde zum Gespräch eingeladen und ließ sich die Gesamtlage erklären. Dann entschied er schnell: Wenn die CDU will, dann will er auch. Diese Möglichkeit, seine Chancen auszuloten, will er wahrnehmen. Überraschend für ihn selbst wurde sein Name am Freitag in unserer Zeitung erwähnt als einer von fünf möglichen Kandidaten. Kaum war die Zeitung erschienen, schickte er eine Presseerklärung hinaus, die an Eindeutigkeit nichts zu wünschen übrig lässt: Er steht zur Verfügung als CDU-Kandidat. „Das Amt, aber auch der Wahlkampf bis zum Wahltag am 8. und am 29. November sowie die Kandidatenfindung sind eine bedeutende Herausforderung!“ Holzwarth hatte nach eigenen Angaben ein erstes Gespräch mit der CDU-Findungskommission. Danach stellte er sich für das „sorgfältige CDU-interne Auswahlverfahren als Bewerber gerne zur Verfügung“.

Frank Nopper und Richard Arnold sind zurzeit die Favoriten

Holzwarth macht schon in seiner ersten Erklärung Wahlkampfaussagen, listet auf, wofür er steht: bürgerfreundliche Verwaltung, die ständig im Dialog mit der Bevölkerung stehe, einen Gemeinderat, der von der Verwaltung gut begleitet werde, eine „nachhaltige Entwicklung der Stadt als Gesamtkonzern“ und mehr. Dann kommt ein Kernsatz für Stuttgart: „Eine Landeshauptstadt, die ihre zentrale Rolle innerhalb der Region Stuttgart, in der europäischen Metropolregion und in Baden-Württemberg selbstbewusst, aber auch partnerschaftlich und auf Augenhöhe zusammen mit den anderen Akteuren wahrnimmt.“

Holzwarth denkt sich ein in das höchste Amt von Stuttgart, auch wenn es im Augenblick in weiter Ferne liegt. Die Stuttgarter Kandidatenfindungskommission hat fünf Oberbürgermeister im Auge. Sehr hoch gehandelt wird der 61-jährige Gmünder Oberbürgermeister Richard Arnold. Spannend ist, dass der Backanger OB Nopper in der engeren Auswahl steht und von Stuttgarter Journalisten als einer der Favoriten gehandelt wird. Damit sind zwei Oberbürgermeister aus dem Rems-Murr-Kreis im Kandidatenpool. Die Findungskommission wählt jetzt weiter aus. Sollte die CDU den Winnender als Kandidaten aufstellen, begänne für Holzwarth ein Stuttgarter OB-Wahlkampf. Beobachter rechnen damit, dass Ende Februar die Stuttgarter CDU entscheiden wird.

Ende Februar soll die Stuttgarter CDU entscheiden

Sie hat Auswahl unter profilierten Kommunalpolitikern und gestandenen Oberbürgermeistern. Sollte die CDU sich Ende Februar auf einen anderen als Holzwarth einigen, wäre diese Episode für Winnenden abgeschlossen und die Stadt könnte zu ihrer durchaus auch inhaltsreichen Tagesordnung übergehen.

Sollte er zum Kandidaten gewählt werden, wäre alles anders. „Dann ginge es richtig los.“ Ein Oberbürgermeisterwahlkampf in Stuttgart ist anstrengend und aufreibend. Was wäre dann mit seinem Amt in Winnenden? „Ich werde meine Hauptaufgabe nicht vernachlässigen in diesem Jahr“, verspricht er im Gespräch mit unserer Zeitung, „es ist so viel los in Winnenden, dass es überhaupt keine Veranlassung gibt, wegzugehen.“ Nur: „Es ist die Herausforderung, die mich reizt.“

In Stuttgart würde er auf unterschiedliche Meinungen und Positionen treffen. „Ich sehe meine Aufgabe darin, dass man Vertrauen einbringt, um Vertrauen zu schaffen, dass man mit unterschiedlichen Positionen so umgeht, dass man zu Entscheidungen gelangt und miteinander weiterarbeiten kann, und ich bin sicher, dass ich dazu in Stuttgart einen Beitrag leisten kann.“ Dann gönnt er sich noch einen Zusatz: „Vielleicht gelingt dies einem CDU-Oberbürgermeister sogar besser.“

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